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Der Israelit · 1890-07-03 · Heft 52 (3.7.1890) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 52 (3.7.1890)
Date
1890-07-03
Page
– (sequence 6)
Language
German
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938 sorge unausgesetzt dafür, daß iu jenen Kreisen, auf die ich Einfluß habe und wo mein Wort Beachtung findet, solche verderbliche Theorien nie Eingang finden, und wenn sie sich schon irgendwo einnisteten, mit -der Wurzel ausgemerzt werden. Denn diese Lehren collidiren mit den Elementar-Begriffen menschlichen Verstandes und menschlichen Rechtlichkeitsgefühls." Aus der Insel Schütt, im Juni. Die in der Schütt gelegene Ortschaft Milch dorf wählte nun wieder nach ca. 23jähriger Vacanz einen Rabbiner zu ihrem geistlichen Oberhaupt. Erwähnte Gemeinde ist eine sehr alte, welche stets die größten Koryphäen auf talmudischem Gebiete als Leiter hatte; so waren die letzten, die gefeierten Gconim R. David Bist ritz b"ai und Rabbi Moses Korn orn nachheriger Rabbiner von Waitzen. Nachdem sich im Laufe der Zeit die Mitgliederzahl bis auf einige Familien verringerte, blieb die Stelle eines Rabbiners offen. Laut ministerieller Verordnung wurde jetzt das angrenzende Städtchen Somorein diesem Rabbinate zugetheilt, und war man dadurch in die Lage gekommen, einen tüchtigen, unerschrockenen, für die Satzungen unserer heiligen Gesetze eifrig und thätig einstehenden Mann, Herrn Bernath Fischer, Schwiegersohn des Rabb. der orth. Gemeinde in Stuhlweißenburg, zum Rabbiner zu berufen. — Rabbiner Fischer besuchte die Preßburger Jeschiwah und geht ihm der Ruf eines gediegenen Charakters, großer Gelehrsamkeit in der Talmudliteratur und echter Religiösität voran. Die Gemeinde darf sich gratuliren eine solch gute Wahl getroffen und einen würdigen Vertreter seines großen Vorgängers gefunden zu haben. A. Reif. Frankreich. Paris. Die Gesellschaft „zur Ermunterung zum Guten" hat Herrn Epingeu, welcher von Geburt blind ist und in dem auch von isr. Kindern beiderlei Geschlechts besuchten Bliudeninstitut dahier seit dreißig Jahren seine Stellung als Chef ä'atelier mit großer Gewissenhaftigkeit versieht, die Ehren- Medaille verliehen. Einer der Aerzte, welche die Regierung an die spanische Grenze geschickt, um daselbst wegen der in Spanien ausgebrochenen Cholera die nöthigen Schritte zur Organisation des Sanitätsdienstes zu thun, ist unser Glaubensgenosse Herr Dr. Netter. Herr Raphael Bischoffsheim, bekannt durch seine großen Geschenke zur Förderung der Wissenschaft, wurde zum Mitgliede der Akademie der Wissenschaften ernannt. England. Cambridge. Herr S. Schechter in London wurde an Stelle des verstorbenen Dr. Schiller- Szineffy zum Leser der rabbinischen Literatur an der hiesigen Universität ernannt. Türkei. Konftantirrorropel. Die in bulgarischer Sprache in Varna verfaßte antisemitische Broschüre „Der Talniud" wurde für die Türkei verboten. Algier. Algier, 13. Juni. Vorgestern Vormittag brach an 10 verschiedenen Stellen in der Wohnung des Rabbiners in Constantine Feuer aus, das zweifellos angelegt war. Die Tagesblätter sehen darin übereinstimmend eine Folge der antisemitischen Verhetzungen. P a l ä st i n a. Safet. Die Regierung hat die Genehmigung zur Errichtung eines Hospitals dahier gegeben. Dasselbe wird auf Kosten der Baronin Rothschild erbaut, welche bestimmt hat, daß in demselben nicht blos Israeliten, sondern auch Christen und Muhamedaner Aufnahme finden. Amerika. Neiv-Aork. Seit Kurzem erscheint dahier in deutscher Sprache eine Zeitung unter dem Titel „Der Wanderer", ein Organ für die Interessen des Judenthums. Herausgeber ist Herr Dr. M. Wechsler. Wattu «gen. Erzählung von Friedrich Rott. (Fortsetzung.) Zwei kleine Mädchen von acht und von vier Jahren eilten auf Bella zu und wollten ihr die Hand küssen, sie aber umschlang die Kinder und küßte ihnen die rosigen Mündchen und drückte sie innig an sich, dann begrüßte sie auch ihren Verlobten mit freundlichem Lächeln. Er zog ihre Hand ' an seine Lippen und blickte ihr tief in die Augen,

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