Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 49 (23.6.1890)
- Date
- 1890-06-23
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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891 Seiner Majestät in Seiner Eigenschaft als Protektor und Ehrenpräsident des achten Internationalen Orientalisten - Kongresses anzubieten. S. M. hat mich beauftragt, Ihnen Seinen lebhaften Dank auszudrücken für das so kostbare Geschenk, welches Sic Ihm damit gemacht haben. Wollen Sie genehmigen, mein Herr, die Versicherung meiner höchsten Werthschätznng Der Ehef des Secretariats De Eelsing. Herrn Dr. I. S ch w a r z st e i n, C a r l s r u h e. Siehe „Liste des Ouvrages“ p. 69. Straßburg. Zum Oberrabbiner von Straßburg wurde der bisherige Metzer Rabbiner Weilt gewählt. Breslau, 9. Juni. Am 29. v. M. hat die diesjährige General-Versammlung des Stellen-Nachweis-Vereins jüdischer Kaufleute (Central - Comits Breslau) stattgefnnden. Wir entnehmen aus dem, von dem Vorsitzenden erstatteten Bericht über die Thätigkeit des Vereins, während der beiden letzten Jahres Folgendes. Der Verein hat nach jeder Richtung hin Fortschritte zu verzeichnen. Seine Mitgliederzahl ist von 406 auf 473 gestiegen; er hat während der Berichtszeit 51 Vacanzen durch seine Vermittlung besetzt und könnte, wenn die Vacanz-Meldungen nicht so spärlich cingingen, bedeutend Inehr leisten. Die Mitgliederzahl und Me, welche es mit der Heilighaltung der Festtage ernst meinen, werden daher ersucht, die etwa bei ihnen eintretenden Vacanzen, rechtzeitig dem Verein anzumelden. — Der Kassen-Abschluß ergibt, daß der Bestand sich von 912,57 M. auf 1430,21 M. gehoben, also um 517,64 M. vermehrt hat. — Hierauf wurde Entlastung ertheilt, der Vorstand und die Revisoren wurden wiedergewählt und einige verbessernde Aenderungen des Status beschlossen. Schriftführer ist nach wie vor Herr Mart in Fränkel, Schwertstraße 5 a, parterre. Aus der Provinz Posen. Vor einigen Tagen fand in Moschin die Einweihung der neuerbauten Synagoge statt. — Herr Rabbiner Dr. Bloch aus Posen begab sich zu diesem Behufe Vormittags 11 Uhr mit dem Korporationsvorstande und dem zur Einweihung geladenen Vertretern der Stadt, Herrn Bürgermeister Delica, in die neuerbaute Synagoge, worauf Herr Cantor Dänisch e w s k i die Feier mtt einem mehrstimmigen Choral einleitete. Nachdem der Herr Rabbiner die ewige Lampe angebrannt hatte, wurden durch denselben und die Vorstandsmitglieder, die Gesetzesrollen in den Tempel gebracht, und von dem Korporationsvorsteher Herrn Kaufmann Silberstein in die Bundeslade gestellt, worauf vom Herrn Cantor Danischewski die entsprechenden Psalmen gesungen wurden. Herr Dr. Bloch betrat sodann die Kanzel und hielt eine recht zu Herzen gehende Weiherede, worin er auch der Verdienste derjenigen beiden Männer gedachte, welche sich um den Bau der Synagoge insbesondere verdient gemacht haben. Er i schloß seine Rede mit einem Gebet. Hierauf wurde der Psalm 145 rezitirt und vom Herrn Rabbiner das Gebet für Se. Majestät den Kaiser und die Kaiserliche Familie gesprochen. Hiermit schloß die würdige Feier, welche nicht nur auf die anwesenden israelitischen Gemeindemitglieder, sondern auch auf die mit Eintrittskarten versehenen zahlreichen Gäste einen tiefen Eindruck hinterließ. Nach beendeter Einweihung versammelten sich der Herr Rabbiner, der Korporationsvorstand und einige Gäste, sowie der Vertreter der Stadt, Herr Bürgermeister Delica, in dem Hanse des Korporationsvorstehers Herrn Silberstein zu einem Festmahle. Bezüglich der neuen Synagoge sei noch bemerkt, daß dieselbe an Stelle der alten abgebrochenen, recht baufälligen und zwar auf demselben Platze errichtet worden ist. Der Bau ist als ein durchaus wohlgelungener zu bezeichnen. Oefterr.-Ungar. Monarchie. Czernowitz Erzbischof Dr. Sylvester Morar- Andriewtcz hat an die Deputation der israel. Cultusgemeinde, welche ihm anläßlich seines Priesterjubiläums gratulirte, folgende Antwort gerichtet: „Vor zehn Jahr< anläßlich meiner Ernennung zum Oberhirten dieser Diöcese, haben mich die Vertreter des israelitischen Cultus in Czernowitz begrüßt, und da habe ich schon dazumal die Repräsentanten meiner Sympathie und meiner wohlwollenden inneren Gefühle für den israelitischen Cultus versichert. Ich glaube, daß ich während meines zehnjährigen oberhirtlichen Amtes mein Versprechen erfüllt und auch auf die Bevölkerung im friedlichen Sinne zur Erzielung eines einträchtigen Zusammenlebens gewirkt habe. Wenn mir der Allmächtige weiteres Leben schenkt, werde ich auch fernerhin als ein wahrer Priester der Liebe thätig und bestrebt sein, für den religiösen Frieden im Lande nach wie vor zu wirken. Ich versichere, daß ich auch fernerhin dem israelitischen Cultus meine Sympathien und meine besten inneren Gefühle bewahren werde. Sollte irgendwann die Wahrnehmung gemacht werden, daß ich hiervon abweiche, so bitte ich die geehrten Herren, mich an mein Versprechen und meine Zusicherung zu gemahnen."