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Der Israelit · 1890-06-23 · Heft 49 (23.6.1890) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 49 (23.6.1890)
Date
1890-06-23
Page
– (sequence 10)
Language
German
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890 glänzenden Anerkennung durch die gefeiertsten Fachmänner , von Stockholm bis Bologna, gänzlich ab. Auf die von der Schechita unzertrennliche Bedika. d. i. die innere Untersuchung des geschächteten Thieres, wie sie durch unser Religiousgcsetz vorgeschrieben ist, möchten wir noch die Aufmerksamkeit durch einige Worte lenken. Man erinnert sich noch der Epoche machenden Arbeiten der englischen Aerzte Dr. B e h r e n d und Dr. Dr ys d ale, von welchen vor einiger Zeit alle Zeitungen des In- und Auslandes Notiz nahmen. Dieselben wiesen darauf hin, daß im Gegensatz zur christlichen Bevölkerung die Tnberculose unter den Juden nur selten vorkommt, und konftatirten, daß dieser Umstand dem Genuß von rituell geschächtetem und untersuchtem Fleisch zuzuschreiben sei. Diese Beobachtungen haben neuerdings Herrn Dr. von Chlapowitzky zu einer Studie veranlaßt, die in der medizinischen Monatsschrift: „Nowing iekarskie“ unter dem Titel: „Die Tuberkulose des Rindviehes und das jüdische Sch ächtwesen" erschienen ist. Die sehr interessante Arbeit gipfelt in folgenden Sätzen: „1) Das jüdische Schächtwesen dürste im Stande sein, die nach jüdischem Ritualgesetze lebende Bevölkerung im Vergleiche zu der übrigen vor einigen Krankheiten zu schützen. 2) Die verhältnißmäßig schnellere Vermehrung der Juden in den ehemals polnischen Ländern spricht dafür, daß die Schwindsucht, die häufigste Todesursache in allen Altersklassen unter Juden weniger Opfer fordert, als unter Christen. Zur weiteren Aufklärung dieser wichtigen Frage fordert er die Aerzte der genannten Landestheile auf, eine Statistik der an Schwindsucht Sterbenden auch hinsichtlich des Bekenntnisses, natürlich unter Berücksichtigung des Alkoholismus, der Beschäftigung u. s. w. herzustellen. Diese überraschenden Resultate machen es nicht nur den Juden, sondern ebenso jedem Menschenfreunde zur Pflicht, daß überall einer Agitation entgegen getreten werde, die auf Kosten der Humanität, Animalität übt. Wir dürfen deßhalb allenthalben auf die Bundesgenossenschaft vorurtheilsfreier Menschenfreunde in dem Kampfe zählen, den man uns unter so nichtigen Vorwänden unseres Religionsgesetzes wegen auszndrängen sucht. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Mannheim, im Mai. Der hiesige Wahlausschuß der nationalliberalen Partei hat an die Vertrauensmänner folgendes Rundschreiben ergehen lassen: „Wir erlauben uns, Sie dauf aufmerksam zu machen, daß feit einigen Wochen in einzelneu Orten unseres Wahlkreises durch auswärtige Elemente versucht wird, der sogen. „Deutsch-sozialen- Partei" Eingang zu verschaffen. Diese Partei verfolgt unter dem Deckmantel volksthümlicher Reformen den offenen ausgesprochenen Zweck, antisemitische Strömungen herbeizuführen, und, wo solche vorhanden, zu fördern. Ein solches gehässiges Treiben kann dem öffentlichen und gesellschaftlichen Leben nach keiner Richtung zuträglich erscheinen und wir richten deßhalb an Sie die dringende Bitte, nach Kräften dahin zu wirken, daß jene Partei keinen Boden bei uns finde, damit der konfessionelle Friede in unserem Wahlkreise erhalten bleibe." Gersheim (Rheinpfalz), im Jjar. Vorigen Freitag (13.) und natf (14. Juni) fand hier die feierliche Einweihung der neuerbauten Synagoge statt. Der Bau selbst, eine Zierde des ganzen Ortes und nach unseren religiösen Vorschriften ausgeführt und eingerichtet, macht einen überaus freundlichen Eindruck. Durch viele Mühe, große Opfer und reichliche Spenden eines jeden einzelnen Mitglieds der hiesigen kleinen Cultusgemeinde und deren Freunde, sowie durch die gütige Förderung unseres allverehrten königl. Bezirksamts wurde es möglich, das Werk zu vollenden, das ein neues Denkmal echter, jüdischer Werkthätigkeit ist. Karlsruhe. Herr Dr. I. Schwär zste in erhielt s. Z. eine Einladung zu dem VIII. Jnternation. Orient. Congreß, welcher unter dem Vorsitze S. M. des Königs von Schweden und Norwegen in Stockholm abgehalten wurde. Da Herr Sch. nicht persönlich erscheinen konnte, übersandte er, einer besondern Aufforderung des Herrn Dr. Graf v. Landberg nachkommend, seine arabische Arbeiten, 1. und 2. Theil Targum Arvi, an den Kongreß. Nach einiger Zeit erhielt Herr Sch. eine Lifte der bei dem Kongreß angenommenen Werke, worunter auch sein Werk sich befindet, und außerdem nachstehende Zuschrift als Prämie: Sekretariat Seiner Majestät des Königs. Mein Herr. Auf Befehl Seiner Majestät des Königs habe ich die Ehre, Ihnen die Annahme des Werkes, dessen Name unten angeführt ist, anzuzeigen, welches Sie die Liebenswürdigkeit hatten,

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