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Der Israelit · 1890-06-23 · Heft 49 (23.6.1890) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 49 (23.6.1890)
Date
1890-06-23
Page
– (sequence 7)
Language
German
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w WWS» 887 aus Bethlehem, wo keine Juden wohnen, den Fleischbedarf beziehen und die D’ürmr tagtäglich nach dieser zwei Stunden von hier entfernten Stadt fahren müssen, um die nta’rop zu besorgen. Wie verlautet ging das Verbot von demselben mohamedanischen Geistlichen ans, der in seinem Gutachten über die Prüfungen im Herzberg'schen Waisenhaus seinem Namen bei der Unterschrift die Worte „Ein Diener der Wissenschaft" beifügte; wieder ein Zeichen, zu was imitirte Wissenschaft in der h. Stadt führt. — Am 23. Mai ist Rabbi Meir Schönbaum, Gründer der deutsch-israel. Pilgerwohnungen und Präsident des hiesigen Local-Comitäs nach langmonatlichen Leiden verschieden. Der Verewigte, ein frommer und biederer Character, hat sich ein dankbares Andenken in allen Kreisen der h. Stadt erworben. .-i"2run. W a l 1 u n gz e n. Erzählung von Friedrich Rott. (Fortsetzung.) In Bella's Augen leuchtete es hell auf, ihr warmer Strahl traf Meierhof, in steigender Erregung fuhr er fort. „Doch noch hoffe ich — lassen Sie mich nicht vergebens hoffen, Fräulein! —" Einen Moment zögerte sie, dann sprach sie: „Bevor ich mich über die Annahme Ihres mich sehr ehrenden Antrages entscheide — halte ich mich verpflichtet, Ihnen eine Mittheilung zu machen." Sie hatte mit gesenktem Blick und sehr leise gesprochen, er chatte sie dennoch verstanden. Er wechselte die Farbe und rückte seinen Sessel näher und neigte sich zu ihr, mit angehaltenem Athem ihren Worten lauschend. Mit leiser bebender Stimme fuhr sie fort. „Ich halte mich verpflichtet, Ihnen mitzuthecken — wo* rüber ich bisher noch zu keinem Menschen mich geäußert habe, nicht einmal zu meinen Eltern — daß ich — daß —" Ihre Aufregung drohte sie zu übermannen, sie schien außer Stande, weiterzusprechen. „Suchen Sie sich zu fassen, mein Fräulein," bat Meierhof, „bedenken Sie, Sie reden zu Ihrem wärmsten, Ihrem aufrichtigsten Freunde, über dessen Lippen nie ein Wort kommen wird, von dem, was Sie ihm anvertraut." „Davon bin ich überzeugt," stammelte sie, „und dennoch — es ist so schwer — aber Sie müssen wissen — daß ein Eousin von mir — seit dreizehn Jahren tagtäglich in unserem Hause verkehrt — er hat zwar nie ein Wort von seiner Neigung zu mir gesprochen — aber ich weiß es dennoch — und ich weiß daß er noch bis heute glaubt, ich würde dereinst ihm angehören — und — und" „Und Sie erwidern seine Neigung?" fragte Meierhof, indem er seine Hand gegen die Brust preßte, als empfände er dort einen heftigen Schmerz. Sie neigte bejahend das Haupt. „Das ist es, was ich mich verpflichtet hielt, Ihnen mitzutheilen." Einige Minuten herrschte Schweigen, man vernahm nichts als die raschen, schweren Athemzüge des so mächtig erregten Mannes. Das, das hatte er nicht erwartet. — Und sie war so schön, so berückend schön — er sah sie heute zum erstenmal in dieser Nähe, und je mehr er sie ansah, desto mehr steigerte sich die Leidenschaft in seiner Brust — und ihre Neigung gehörte einem andern! — und seine Kinder — seine armen Kinder. — Endlich ermannte er sich. „Weßhalb haben Sie mir diese Mittheilung geinacht, mein Fräulein?" fragte er, ohne im Stande zu sein, das Beben seiner Stimme zu unterdrücken. Sie saß noch immer mit niedergeschlagenen Augen vor ihm und hob auch jetzt noch nicht den Blick; er wiederholte seine Frage. „Weßhalb, Fräulein, wetzhalb?" „Weil Sie nicht wissen konnten — ob Sie unter so bewandten Umständen Ihren Antrag aufrecht erhalten würden." Meierhof fuhr sich mit der Hand wiederholt über die Stirn, auch in seinen ausdrucksvollen Zügen wechselte die Farbe. „Ich fühle mich sehr geehrt durch Ihr Vertrauen, mein Fräulein, und — und — ich bewundere Sie darob nur um so mehr — jedes Ihrer Worte, so sehr sie mich schmerzen müssen — steigert nur den Wunsch in mir, meinen Kindern eine solche Mutter geben zu können — darum möchte ich mir erlauben, eine Frage an Sie zu richten, die ich selbst unter andern Verhältnissen als höchst indiscret bezeichnen würde." „Fragen Sie", erwiderte sie leise, „ich werde Ihnen aufrichtig antworten." „Davon bin ich überzeugt, in Ihre Aufrichtig-

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