Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 49 (23.6.1890)
- Date
- 1890-06-23
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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884 wichtigsten Regierungsangelegenheiten oft sich dessen weiser Nathschläge bedient, ihn daher mit Beweisen seiner Huld auszeichnet. Rees am Rhein, 11. Juni. Der Artikel „Köln" in Nr. 45 des „Israelit und Jeschurun" bedarf einer Berichtigung. Es heißt in demselben: „In Sinzig wurde am Sabbat den 15. Jjar (Mai) 1266 die ganze jüdische Gemeinde vernichtet. — Der Wochentag stimmt hier nicht zu dem Monatsdatum, denn im Jahre 1266=id 'n mit dem Kalenderzeichen fiel der 15.Jjar auf Donnerstag den 22. April. Auch das Datum im „Mainzer Memorbuch" angeführt bei Brisch I, 86 Note 2) N'22 IDttWtt' 'l ÜV V'LJ V'D M'LZ's '2^0 nawn ovn upv w-ipD ist ungenau, da vi' und N2Leinen Widerspruch enthalten. Sollte aber '1 oi' nach Eintritt des natr gemeint sein, so entspricht diesem der 17. Jjar-24. April, welcher auf narc fiel. Am 'i nv selbst ist auch der 15. Jjar unmöglich, weil Peßach nie auf Mittwoch fällt. Ich glaube, daß das Ereigniß 1265 rra 'n mit dem Kalenderzeichen n"2) ftattgefunden hat, denn in diesem Jahre fiel der 15. Jjar auf (2. Mai.) L. Cohn, Lehrer. Gailingen, im Juni. Während man allgemein darüber klagt, daß das jüdische Leben in Haus, Gemeinde und Schule leider so sehr im Abnehmen begriffen sei, kann ich Ihnen vom hiesigen Platze nur erfreuliche Thatsachen mittheilen. Zu den vielen jüdischen Vereinen, die hier zum Wohl und Heil der Mitmenschen wirken, hat sich wiederum ein neuer Verein nun N"nn gesellt, der sich die Unterstützung armer, hilfsbedürftiger Jünglinge, die sich dem Rabbiner- oder Lehrerstande widmen wollen, zum Ziele gesetzt hat. ,nn x'n v"n yv iinxw na .na v'pnnrH nato nb Dieser Verein wurde von jungen, religiös gesinnten Männern ins Leben gerufen, die sich auch gleichzeitig mit Freuden dazu bereit erklärten von Zeit zu Zeit in einem bestimmten Lokale sich zu versammeln , um dort den Worten unserer heiligen Lehre zu lauschen. Ueberhaupt dürfte die hiesige Gemeinde in der Art und Weise, wie sie Werke der Liebe und Menschenfreundlichkeit übt, vielen anderen Gemeinden als Muster dienen. Marburg, 16. Juni. Es dürfte wohl, so schreibt man aus der Veste des Herrn Dr. Böckel, von Interesse sein, zu erfahren, daß der Bischof von Fulda, Herr Dr. Joseph Weyland, der von Sonntag bis heute Nachmittag hier war, während dieser Woche verschiedene Orte des Dekanats Amöneburg besucht und sowohl in der Predigt gestern Morgen, als gestern Abend beim Festkommers hauptsächlich von dem zwischen den verschiedenen Konfessionen zu herrschenden Frieden gesprochen hat. In der Predigt soll er u. A. darauf hingewiesen haben, daß wir alle einen Vater haben. Beim Kommers hat er u. A. die Worte gebraucht: „Der wahre Katholicismus verbietet jede Hetze." Vom Publikum ist theilweise Beides als direkt gegen den Antisemitismus gerichtet aufgefaßt worden. Der hiesige Pfarrer Herr Weber hat übrigens in seiner Erwiderung auf die Ansprache des Bischofs direkt erwähnt: „Ew. Gnaden haben darauf hingewiesen, daß wir den anderen Konfessionen gegenüber so verschieden sie auch von uns sein mögen, friedlich entgegenkommen müssen." Breslau. Am 17. Juni feierte der Orientalist Eduard Magnus seinen achtzigsten Geburtstag. Der Jubilar ist einer der ältesten Universitätslehrer für orientalische Sprachen in Deutschland. Königsberg, 2. Juni. Am 25. v. M. beging Herr Rabb. Dr. Bamberg er sein fünfundzwanzigjähriges Amtsjubiläum. Der wahrhaft glänzende Verlauf der Feier legte beredtes Zeugniß für die Liebe und Verehrung ab, welche dem Jubilar innerhalb seiner Gemeinde und weit darüber hinaus entgegengebracht wird. Oesterr. - Ungar. Monarchie. Wien. Die erste Composition, eine „Erzherzogin-Maria-Valerie-Serenade", welche die Erzherzogin Marie Valerie aus Aulaß ihrer bevorstehenden Vermählung mit dem Erzherzog Franz Salvator gewidmet wurde, rührt von dem jüngsten und kleinsten Componisten, dem siebenjährigen Poldi Spielmann, dem Schützling der Kaisertochter, her. Als vor ungefähr zwei Jahren dem „kleinen Spielmann" die Auszeichnung zu Theil wurde, sich vor der Erzherzogin in der Kaiservilla in Ischl zu produziren, fragte ihn die Prinzessin scherzweise, ob er denn auch schon componiren könne. „Ja, kaiserliche Hoheit", erwiderte der fünfjährige Clavierkünstler, „ich habe schon Manches componirt, aber es ist — viel gestohlen." Die Erzherzogin sowie die der Production des Wunderknaben beiwohnenden Mitglieder der kaiserlichen Familie lachten herzlich über das Geständniß dieses Compositeurs. Erzherzogin Valerie läßt schon durch einige Zeit den kleinen Künstler unter der Bedingung ausbildcn, daß er während seiner Ausbildungszeit keine öffentlichen Productionen veranstalte. Nun regte sich aber bei dem Knaben der Ehrgeiz, zur Vermählung seiner