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Der Israelit · 1890-06-12 · Heft 46 (12.6.1890) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 46 (12.6.1890)
Date
1890-06-12
Page
– (sequence 3)
Language
German
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yy? iiyu -1, ■||i|y.i||i|j 11, (j m j^uiiiu - WM 623 ein Volk, das auf den FiLtigen der göttlichen Allmacht getragen, mit Augen gesehen all das Wunderbare, das Gott um seinetwillen ausgeführt, vor Moses hintrat mit den Worten: „Wir wollen Männer vor uns hersenden, die uns das Land ausknndschaften", wenn all die Wunderthaten Gottes nicht genügten, ihnen ein felsenfestes Gottvertrauen in's Herz zu flößen, da mußte Moses Männer hinaufsenden, das Volk von der Wahrheit der göttlichen Verheißung zu belehren. War er ja voll überzeugt von der herrlichen Schilderung, die jene Männer am «nw b die ja die hervorragendsten eines jeden Stammes waren, vom heiligen Lande entwerfen werden. Froh sollte dann das Volk, dankbar jedes Herz seinem Gotte entgcgenjauchzen, und für ewige Zeiten sollte dieses „Erforschen" ein Maßstab für alle göttlichen Satzungen sein, stets zu „glauben", und zu beobachten, weil Gott sie gesprochen. Dies dürfte den Beginn und den Schluß des Wochenabschnittes in Zusammenhang bringen. Moses schickte wohl Kundschafter rw pxn, zu erforschen das Land, die göttliche Verheißung, doch bedeutsam heißt es im Schlußabschnitte amb nrw mm ab), aber nach Eurem Gutdünken, sollt ihr nicht „forschen" und prüfen; daß es aber Moses that, hatte den Zweck maa b na onwyi ran;yrb, damit Ihr jenes Beispieles stets gedenket und alle Gebote Gottes haltet. Wenn nun Moses im fünften Buche auf die Sendung der Kundschafter mit Zufriedenheit hinweiset, wenn er spricht: „Sie brachten uns Antwort und sagten, gut ist das Land, das Gott uns gibt, so ist dies wohl wahr, sie priesen das Land, um dann um so sicherer ihr unedles Ziel zu erreichen, um dann die Herzen des Volkes um so verzagter zu machen. Sie begannen mit dem Guten, um sich gleichsam als die unparteiischen, wahrheitsliebenden Brüder aufzuspielen, um die öffentliche Meinung, das Zutrauen des Volkes für sich zu gewinnen, um dann recht erfolgreich zu wühlen. Und gerade darin bestand ihr großes Vergehen, denn dies ist das wahre jnn ptb, die niedrigste aller Verleumdungsarten, das Auge des Menschen zu blenden und dann die Geblendeten mit offenen Augen in die Irre zu führen. ->sdb bv p-n *p njnn ytyteoi roioa onn®, jnn jwV Denn so ist die Weise der eigentlichen Verleumder, sie beginnen mit dem Guten und enden mit dem Bösen. Und diese sind auch zu allen Zeiten die gefährlichsten Feinde des jüdischen Volkes gewesen, die mit Süßigkeiten den Lebenstrank des Judenthums vergiften wollten. Nicht jene haben wir zu fürchten, die das Wort der Feindschaft offen reden, und mit den gehässigen Pfeilen des Wahnwitzes gegen Israel zu Felde ziehen, ihre Geschosse prallen ab an dem festen Schilde rechtlich Denkender, gegen diese können wir uns wappnen und den Kampf mit ihnen hat Israel zu allen Zeiten ausgenommen. Doch von jenen drohet uns ernste Gefahr, von denen wir sagen können: npjr i>ipn wy ’T omni „Die Stimme ist Jakobs Stimme, aber die Hände sind Esaus Hände." Sie reden zuerst Gutes, wollen es mit den Juden von Herzen gut meinen, ihre Stimme klingt so unschuldig, aber da kommt am Schluß die rauhe, edomitische Hand, die angelegt werden muß, um denn doch dem Ueberwuchern des jüdischen Elementes Einhalt zu bieten, um den allzuhohen Anforderungen der orthodoxen Juden Schranken entgegenzusetzen. Sie wollen keine Judenfeinde genannt werden, denn sie wollen ja das Beste des Judenthums, sie wollen es modernistren, ja am besten wäre es für uns Juden, das ganze alte jüdische Gewand abzulegen, und uns in den Mantel der modernen, „liebevollen" Religionen zu hüllen. Das sind unsere verderblichsten Gegner und wie sie auch scheinen mögen, in Wahrheit ist ihre scheinbare Güte nur das Mittel, ihren boshaften Absichten auch in den Herzen der Besseren Eingang zu verschaffen. Sie gleichen den Kundschaftern, die schon beim Weggehen die unlautersten Gedanken in ihrem Innern bargen, und auch das Gute zu ihren Zwecken auszubeuten »verstanden. ima'i rab „Es stehet: Sie gingen und sie kamen", heißt es im Talmud Sota, zu dieser Stelle, nyi naya rmbi na nmb mbn rr-'pa njn naya n^a rj« Ihr Kommen glich ihrem Gehen, denn sie gingen mit schlechten Gedanken und sie kamen auch mit schlechten Gedanken. Die Kundschafter trugen von vornherein den Keim der Bosheit in sich, der ihre Herzen jedem Gefühl für Wahrheit und Recht verschloß, und wer mit Vorurth eilen zu Werke gehet, der wird auch auf Kosten der Wahrheit zu dem Resultate gelangen, das er im Voraus zu erlangen gehofft. Und solche finden sich leider in großer Anzahl im Herzen des Judenthums selbst, die aus reiner Liebe zum Judenthum das ganze Judenthum über Bord werfen möchten, die aus Bequemlichkeit es nicht mehr der Mühe werth finden mit dem Ruder des Glaubens das Lebensschiff des Judenthums den gewaltigen Wellen zu entreißen, mit Stürmen zu kämpfen, die sich als noch hinzugesellen zu den äußeren Feinden, den o»a\v. Doch „Auf, o Ewiger, laß Deine Feinde zerstreut, und die Dich Haffen, vor Dir flüchtig werden!" *psa -pwipa idwi “p'N tsb'i \n nvip.

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