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Der Israelit · 1890-06-05 · Heft 44 (5.6.1890) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 44 (5.6.1890)
Date
1890-06-05
Page
– (sequence 7)
Language
German
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791 neuen Gallerie vertreten sind: Misses Miriam Davis, Clara und Hilda Montalba und Mrs. P. Naftal. Rußland. Riga. Der reiche Kaufmann Jacob Ärmste dt hinterlegte ein Kapital von etwa Rubel 360,000 zur Gründung einer Armenanstalt ohne Unterschied der Religion und Nationalität. A u st r a l i e n. Adelaide. Unserm Mayor, Herr L. Cohen wurde eine Zuschrift von 800 Wählern überreicht, in welcher an ihn die Frage gerichtet ist, ob er die Wiederwahl als Mayor annehmen werde, was bejahend beantwortet wurde. Es ist dies ein ehrendes Zeichen, wie verdient sich unser Glaubensgenosse um das Wohl dieser Stadt gemacht hat. Wartungen. Erzählung von Friedrich Rott. (Fortsetzung.) Löwi räusperte sich einige Mal und begann dann mit feierlichem Ernst. „Mein hochverehrtes Fräulein, ich komme im Namen, das heißt im Aufträge des Ihnen sicherlich bekannten, allgemein hochgeachteten Herrn Leopold Meierhof, Inhaber eines der bedeutendsten Confectionsgeschäfte der Residenz. —" Er räusperte sich abermals, er war einigermaßen aus dem Concept gekommen und überlegte, wie er fortfahren solle, um einen möglichst günstigen Eindruck hervorzurufen. Bella inußte unwillkürlich lächeln über seine allzufeierlichc und dadurch groteske Art. Er mißverstand ihr Lächeln und ermuthigt fuhr er fort: „Also mein hochverehrtes Fräulein, im Aufträge des Herrn Leopold Meierhof bitte ich um Ihre Hand und um Ihr Herz und lege hiemit seine Hand und sein Herz zu Ihren Füßen." Mit feierlichem Ernst verneigte er sich tief vor ihr, als wolle er in Wirklichkeit ihr Hand und Herz zu Füßen legen. Sie konnte sich nicht zurückhalten, sie mußte laut auflachen. „Herr Löwi, Sie treiben Scherz mit mir." „Um's Himmels willen! mein hochverehrtes Fräulein, das werde ich mir doch nicht erlauben! — Herr Bärwald, gnädige Frau — ich bitte inständigst, wollen Sie mir gefälligst bestätigen, daß mir nichts ferner liegt, als das, was das Fräulein von mir glaubt." „Gewiß, liebes Kind, Herr Löwi spricht im Ernst, er war bereits vor mehreren Wochen bei uns, um im Auftrag des Herrn Mcierhof um Deine Hand anzuhalten." „Da hören Sie's, gnädiges Fräulein, der Herr Papa wiederholt Ihnen meine Worte, nun werden Sie mir doch glauben d" Bella war glühend roth geworden, ihr Busen wogte stürmisch auf und nieder, doch nach wenigen Augenblicken schwand die Röthe und machte einer geisterhaften Blässe Platz. Herr Löwi hatte sich inzwischen au ihren Vater gewandt. „Was Mitgift und Ausstattung betrifft, so bleibt es bei dem, was ich bereits das vorige Mal gesagt habe, Herr Meierhof verlangt nichts, rein gar nichts. — Aber er hat mich beauftragt, Ihnen auch noch folgendes mitzutheilen. Er hat erfahren, daß Sie durch den Fall von Gebrüder Meier Ihren Posten verloren haben; da nun zufälligerweise in seinem Geschäfte der Posten des Buchhalters vacant geworden ist, so läßt er Sie bitten, denselben gefälligst annehmen zu wollen; mit dem Gehalt werden Sie sicherlich zufrieden sein." „Sic vergessen, Herr Löwi, daß ich am Sabbat nicht arbeite, während doch Herrn Meierhof's Geschäft am Sabbat offen ist." „Das habe ich nicht vergessen und das hat auch Herr Meierhof nicht vergessen, sondern im Gegentheil, er hat mich ausdrücklich beauftragt, Ihnen zu sagen, daß Sie von Freitag Nachmittag bis Sonntag Früh das Geschäft nicht zu betreten brauchen. — Nun, mein verehrtes Fräulein", wandte er sich wiederum an Bella, „Ihre Eltern haben Ihnen die Entscheidung überlassen, darf ich Sie bitten, mir gefälligst mittheilen zu wollen, was ich Herrn Meicrhof als Ihre Antwort sagen soll." Die Farbe war wieder zurückgekehrt in das Angesicht des jungen Mädchens, ohne Zögern sagte sie: „Ich bitte Sie, Herrn Meierhof meinen verbindlichsten Dank aussprechen zu wollen für die Ehre, die er mir durch seinen Antrag erwiesen, den ich jedoch nicht in der Lage bin, annehmen zu können." „Aber um's Himmels willen, Fräulein! warum denn nicht?" „Weil ich nie einem Manne meine Hand reichen werde, der den Sabbat entweiht."

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