Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 43 (2.6.1890)
- Date
- 1890-06-02
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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/ mp»- -MYWPW»> 773 liches Oberhaupt. Es dürften deßhalb die Bemerkungen, welche man in letzter Zeit öfters zu hören bekam, daß man nur „das Beste" der Gemeindemitglieder wolle, nicht ganz ungerechtfertigt erscheinen. — Bedenkt man, daß die hiesige Religionsschule, welche etwas 180 Schüler zählt, schon über 6 Monate ohne alle und jede Aufsicht ist, so wird es doch gewiß Jeder begreiflich finden, mag er einer religiösen Richtung angehören, welcher er will, daß dies absolut unhaltbare Zustände sind und die bedenklichsten Folgen nach sich ziehen muß. Es kann auch darüber kaum Jemand, der weiß, daß das hiesige Kirchen-Vorsteher-Amt alles Mögliche gethan hat, um diesen Mißstand, sei es auf die eine oder andere Weise zu beseitigen, im Zweifel sein, daß unsre bestehenden Gesetze k. vom Jahre 1828 geändert werden müssen, weil solche für die heutigen Verhältnisse nicht nur nicht mehr passen, sondern gerade zu lähmend auf das jüdische Gemeindeleben einwirken und jedem selbstständigen Bestreben der Gemeinde, ganz gleich, welche religiöse Richtung verfolgt wird, hemmend in den Weg treten. Soviel uns bekannt, hat schon vor längerer Zeit das hiesige Kirchen-Vorsteher-Amt der Kgl. isr. Ober-Kirchen-Behörde gegenüber, sich, weil im Einverftäudniß des größeren Thcils der Gemeinde bewußt, bereit erklärt, falls der Herr Rabbiner pensionirt werden wollte, demselben aus Gemeindemittel (Eine Verpflichtung liegt nicht vor) einen extraen Ruhegehalt zu verwilligen. — Wie schon erwähnt, ist das hiesige Rabbinat kein Stadt-, sondern ein Bezirksrabbinat und dennoch bezahlt heute die hiesige Gemeinde, obwohl solche durch den Synagogen-Neubau sehr belastet ist, an Rabbinatswohnung, Rabbinatsbeitrag und Landeskultussteuer ca. 2000 M. pro Jahr. Wenn nun in der hiesigen Gemeinde wegen dieser großen Opfer, für welche wir eine Gegenleistung nicht haben, eine tief gehende Mißstimmung und immer mehr an den Tag tretende Unzufriedenheit bemerklich wird und sich in ungezwungener Weise Luft schafft, so muß jeder billig Denkende diese Stimmung nur gerechtfertigt finden. — Schreiber dieses und mit ihm gewiß noch viele Gemeindemitglieder würden sich freuen, wenn diese Zeilen dazu beitragen sollten, recht bald eine Aenderung zum Besseren herbeiznführen — mehr soll und will hiermit nicht bezweckt werden. Frankfurt a. M. Für die Volksschule der Israelitischen Religionsgesellschaft wird, da das alte Haus in der Fischerfeldstraße zu eng geworden ist, auf dem Röderberg ein Neubau errichtet. Auch - einen Backofen läßt genannte Religionsgesellschaft auf ihrem neu erworbenen Terrain am Röderbergweg erbauen zur Herstellnng von Mazzos zu Ostern für die der Aufsicht der Gemeinde unterstehenden Bäcker. Bon der Saar, ynn mynan jn nox Der geistreiche Verfasser des Artikels „Jecheskel" in Nr. 40 Ihres geschätzten Blattes, Ehrw. Bezirksrabbiner Herr Dr. Ehr mann ’"j fragt nach der Quelle der Ueberlieferung, daß Jirmijahu der Vater des Jecheskel gewesen sei. Siehe pri zur Stelle — sowie i" „52 Da wird diese Ueberlieferung dem 'v-viY Du-,n zugeschriebcn, wo es heißt: bv nw nipn «raa irvaY m X'2i }xp;rv mix i'qd vntr. Abarbanel zur Stelle bringt diese Ansicht im Flamen von p"; u’öano Vergleiche Aehnliches über man bxrnz p xirrPx in Talmud Jernschalmi am Schluffe des ’t^on pns. :"rt Oesterr. - Ungar. Monarchie. Wien. Wegen Verbrechens der öffentlichen Gcwaltthätigkeit, begangen durch antisemitische Drohbriefe, hatte sich vor dem Korneuburger Kreisgcrichte der Ortsinsaffc ans Kalladorf bei Ober- Hollabrunn, Karl Pfaffstätter zu verantworten. Die Verhandlung bot dem Vertreter der Staatsanwaltschaft Gelegenheit, jene Richtung des Antisemitismus zu geißeln, welche Thaten wie die vorliegende hervorbringt. Pfaffstätter hatte nämlich, wie die Anklage hervorhebt, in die Wohnung der israelitischen Gemischtwaarcn-Lcrschlciscrin Rosa Nenspiel einen Stein geworfen oder werfen lassen, auf welchem ein Zettel mit folgendem Inhalt geklebt war: „Jüdin! sofern du in einem Monate noch hier bist, wirst du koscher gemacht werden in deinem Lokale!" Ein anderer Zettel, der auf irgend welche Weise in das Hans der Frau Neuspiel practicirt wurde, trug die Inschrift: „Wenn die Jüdin nicht wegkommt, fliegt das Haus in die Luft!" Diese Drohung war gegen den Hausbesitzer gerichtet, welchen Pfaffstätter schon früher gedrängt hatte, er möge die Jüdin aus dem Dorfe bringen. Der Hausbesitzer hatte jedoch keine Veranlassung gefunden, der Frau zu kündigen. Als Pfaffstätter verhaftet wurde, fand man bei ihm einen Zettel mit einer andern Drohung gegen die „Jüdin". Trotz seines Leugnens wurde der Angeklagte der gefährlichen Drohung schuldig erkannt und, da er schon wegen eines ähnlichen Delictes bestraft wurde, zu eineinhalb Jahren schweren Kerkers verurtheilt. Nikolsburg. Am 9. Mai n::^ nD’jzsp -jidd verschied Herr Rabbinats - Assessor Moses L ö b Kohn Yw und ward Sonntag unter großen Ehr-