Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 40 (22.5.1890)
- Date
- 1890-05-22
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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•. .5Y.-D<!>' ft m Ulf^glJW LU J' j^BD^ — jp.yys'- f^P -'. 732 Wie der Strom Kebar durch die Verbindung, die er mit dem heiligen Lande vermittelte, selbst den heidnischen Boden des Exils verklärte, so daß auf ihm den verbannten Propheten die Erscheinungen Gottes sich enthüllten, so verbindet der geistige Strom, der dem Sinai entströmt alle Zeiten und Generationen, durch die er seinen Lauf nimmt, und hält sie in ununterbrochenem Contact mit jenem Moment, der ein ganzes auf die Höhe prophetischer Begabung hob, als sich ihm der Himmel öffnete, um der Erde ihr Gesetz zu geben. m ^3’ dn pnv ’3-) Dtco rrn 'i rrnn’ ,mi rrpin ‘i hdVü *no 'idi n»ö ly nyiotpn nx bwhwb 'n 'n moy iiw qv ’J3^ onjniro .(n"s 713^, n^arn*) anina „Rabbi Chiskia, Rabbi Jirmija und Rabbi Chia lehren im Namen Rabbi Jochanans jedes überlieferte Tborawort bis auf Moscheh zurückzuführen. Warum? Um den Kindern und Enkeln das Bewußtsein lebendig zu halten von dem Tage, an dem wir vor Gott am Choreb standen." Deßhalb ruft uns mitten im trüben Ernst unserer Tage das heitere Fest der Thora mit unfern Kindern Jind Kiudeskindern um den flammenden Sinai, um aufs Neue den Welteneid zu besiegeln, den jede jüdische Seele ungeboren diesem Gesetz geleistet hat. Welche Lage, welchen Standpunkt auch die Zeit, und der Einzelne einnehmen mögen, überall zieht noch heute der Segen und die Herrlichkeit Gottes ein, wo sich diesem Gesetze die Geister und die Gemüther öffnen und die lebensvolle That sich ibm unterorduet, überall findet der Ruf, den der Prophet den hohen, himmlischen Sphären abgelauscht, — auch in unserem irdischen Leben und Wirken treuen Widerhall: .lcipDD 'n m33 *jna Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Frankfurt a. M. Unter Vorsitz der Herren Charles Hallgarten, S. Loewenick, L. Rapp und noch mehrerer hiesiger israelitischer Bürger wurde ein israelitischer Kinderhort gebildet und zu diesem Zweck der Garten des „Kaufmännischen Vereins" am Allerheiligen Thor gemiethet. Berlin, 11. Mai. In der Meyerbeerstraße, Berlin NO., (Quartier juif) wohnt, wie die „Jsr. Wochenschrift" berichtet, ein ehrlicher, armer, mit Kindern reich gesegneter jüdischer Glaser Namens Katz. Diesen biedern Handwerker traf vor einiger Zeit das Unglück, daß seine Gattin, die ihm helfen mußte, die starke, 10 Köpfe zählende Familie zu erhalten, schwer erkrankte. Außer Stande, seinem kranken Weibe die nöthige Pflege zu gewähren, veranlaßte K. mit schwerem Herzen deren Ueberführung nach einem hiesigen Krankenhause, zu dessen Beschützerinnen die Gemahlin eines der höchsten preußischen Staatsbeamten gehört.' Frau von Goßler — dieses ist der Name der wohlthätigen Dame — bemerkte die geduldige und bescheidene Patientin und stattete ihr häufige Besuche am Krankenlager ab, nie ohne durch freundliche Gaben das Herz der armen Leidenden zu erfreuen. Bei einem ihrer Besuche fand Frau v. G. am Bette ihrer Pfleglings ein neunjähriges Mädchen vor, das Töchterchen der Glaserfrau. Das Kind, eine echt orientalische Schönheit, wohlerzogen und von einer bei ihrer Jugend auffallenden Verständigkeit, erregte in hohem Maße das Interesse der Frau v. G., die sich mit dem Mädchen häufig und gern unterhielt und von ihren vortrefflichen Eigenschaften entzückt war. Eines Tages, die Frau des Glasers war mittlerweile genesen und in ihr ärmliches Heim zurückgekehrt, erschien in der niederen Behausung Frau v. G. und machte den Eltern den Vorschlag, sie wolle, da sie kinderlos sei, im Einverständniß mit ihrem Gemahl, das Mädchen, das sie liebgewonnen hatte, adoptiren; sie bot den Eltern eine für deren Verhältnisse namhafte Summe für die Abtretung des Kindes und versprach ihr andere Vortheile. Allein, weder die Eltern noch das Kind wollten sich entschließen, den so vortheilhaften Schritt zu thun, weil ihnen die Bedingung gestellt war, daß das Mädchen im christlichen Glauben erzogen werden sollte. So handelten arme Eltern, aus jenem Stamme, dem man Geldgier und Eigennutz nachschmäht. Oesterr. - Ungar. Monarchie. Wien. Vor wenigen Tagen fand im neuerbauten Altersversorgungshause im neunten Bezirke, Seegasse Nr. 9, welches zur Erinnerung an die vierzigjährige Negierung des Kaisers errichtet wurde, mit großer Feierlichkeit die Schlußsteinlegung statt. Der letzte Stein wurde im Betsaale im zweiten Stocke des prächtigen Hauses eingefügt. Zur Feier waren erschienen: der Statthalter Erich Gras Kielmansegg, Vice-Bürgermeister Dr. Borschke, Magistrats-Direktor Bittmann, Magiftratsrath Lekisch, die Gemeinderäthe Ritter v. Goldschmidt, Stephan Fritz, Baurath Stiaßny, Dr. Stern, Dr. Kernecker, Simon Boschan und Tagleicht, Reichsraths-Abgeordneter Wrabctz, Bezirksausschuß Dr. Schncpp, Polizei-Bezirksleiter Ober-CommissärWohl, die Vorstandsmitglieder der israelitischen Cultus-