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Der Israelit · 1890-05-22 · Heft 40 (22.5.1890) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 40 (22.5.1890)
Date
1890-05-22
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXXI. Jahrgang. (&VftC Berlage }u M 40 des „Israelit " & „Ieschurun". Leitender Artikel. IechesKet. (Zum Wochen feste.) Von Bezirksrabbiner I>r. Ehrmann in Baden (Schweiz.) Wenn wir die Tage und Wochen zum Feste der Thora gezählt haben, reicht uns der sinnige Brauch der Läter in der Haftora des ersten Tages des Schawuolh-Festes, die ersten Seiten des Buches Jecheskel dar, welche mit den Worten beginnen: nw Q’b^bq '.i'i „Es war in: dreißigsten Jahre des vierten Monats, fünfter Tag und ich war M Exil am Strome Kcbar, da öffnete sich der Himmel und ich sah Erscheinungen Gottes. Am fünften desselben Monats, das war das fünfte Jahr im Exil des Königs Jojachin, ward das Wort Gottes an Jecheskel den Sohne Busi's des Priesters, im Lande der Chaldäer, am Strome Kebar, und es kam über ihn dort die Hand Gottes." Die Schilderung der Erscheinung, die dann folgt, veranschaulicht in jedem Zug die Schwierigkeit, mit welcher das unzulängliche menschliche Wort nach einem Ausdruck für unfaßbare, göttliche Enthüllungen ringt. Es sind die schwierigsten, dunkelsten Parthien der prophetischen Bücher, die uns hiervorgeführt werden, und die Ueberliefcrung hat in heiliger Scheu den Schleier, der diese Lebensräthsel verhüllt, noch fester gezogen, indem sie ein tieferes Eingehen auf dieselben untersagt. Vielleicht werden sie niemals von einem Sterblichen in ihrer ganzen Tiefe erfaßt, bis der Tischbite einst alle Fragen beantworten und alle Räthsel lösen wird. Vielleicht will die Überlieferung der Weisen, nach welcher Jecheskel die göttlichen Erscheinungen nicht in leuchtender Klarheit itvnd ruw «n^psDN thd sah, andeuten, daß der Prophet selber nur die Erscheinung geschaut, nicht aber ihre Deutung und Bedeutung in vollem Umfange kannte. Je tiefer aber das Geheimniß dieser Erscheinung liegt, um so berechtigter scheint die Frage nach dem leitenden Motiv, das gerade diese prophetischen Parthien uns am Feste der Thora reicht. Je unfaßbarer diese Erscheinungen selbst sind, um so sicherer müssen wir uns sagen, der Zusammenhang zwischen ihnen und dem Schowuoth-Fest kann nicht in ihrem unergründlichen, innerenWesen, sondern muß in Momenten liegen, die uns zugänglich sind, die von uns gesucht und gefunden werden können. Halten wir uns daher zunächst an die einleitenden Sätze, deren Verständniß bereits Schwierigkeiten bietet. Sofort die ersten Worte: „Es war im dreißigsten Jahre", lassen den Zeitpunkt vermissen , seit welchem die dreißig Jahre verflossen waren. Die Erklärer gehen in ihren Ansichten schon über diesen einen Punkt weit auseinander. Die einen sehen diese Zeitangabe als das Lebensalter des Propheten an. Gegen diese Annahme spricht der allgemeine Sprachgebrauch, welcher das Lebensalter durch p auszudrücken pflegt. Daß der Prophet 30 Jahre alt war, müßte heißen, '.in wie ru» crjn-iN p pny vn nrtf ü'jwni jwn p oddn sw Q'vbv p '.nn. Andere glauben, es handle sich hier um das dreißigste Jahr der Jubelperiode. Nach Targum Jonathan seien dreißig Jahre verflossen, seitdem Chilkija eine Thorarolle gefunden. Nach diesen und anderen Auffassungen bedürfte es immer noch der Erklärung, inwiefern diese Monate von solcher Bedeutsamkeit waren, daß der Prophet sie an die Spitze seines Buches stellt, und nach ihnen das Jahr zählt, in dem er der Erscheinungen Gottes gewürdigt wurde. Fände sich eine solche Erklärung, so wäre es immerhin befremdlich die Jahre zu erwähnen, die seit einem Ereigniß verflossen sind und das Ereigniß selbst nicht zu nennen. Auch die Darstellung hinsichtlich der Gruppirung der einzelnen Momente erscheint auffallend. Sie gibt zunächst das dreißigste Jahr und den fünften Tag des vierten Monats als die Zeit an, in welcher der Prophet im Exil war, und sich ihm am Strome Kebar der Himmel zur Enthüllung göttlicher Erscheinungen öffnete, und unterbricht sich durch eine andere Bestimmung der Zeit, in welcher dem Propheten das Wort Gottes wurde: „das fünfte Jahrs seit der Verbannung des Königs Jojachin." Wenn beide Daten identisch sind, hätten wir etwa folgende Fassung erwarten sollen: ruipn «'n vnrb nffnana ’y’D-a rw g'b^bg vn innsj "dd "in: iy nyun "pro 'Jni vdt ri't^cnn .'n *D"i rrn rrn 'n nixio rwnw trcspn Ein Blick auf die eigenartige Senduug Jecheskels, die Eigenthümlichkeit seiner Zeit und derjenigen, welche seinem Auftreten vorangegangen, dürste zu

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