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Der Israelit · 1890-05-19 · Heft 39 (19.5.1890) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 39 (19.5.1890)
Date
1890-05-19
Page
– (sequence 10)
Language
German
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714 . j -»'Wwmj. , y1, Dortmund, Duisburg, Essen, Gelseukirchen, Hagen, Hörde, Müllieim a. d. Ruhr, Ruhrort, Steele, Unna, Witten seine 9. Generalversammlung hier ab. Aus dem Geschäftsbericht für die Zeit vom 1./3. 89 — 3./1. 90 pEt. dürfte Nachstehendes weitere Kreise iuteressiren: Au 997 Personen, 841 mauul. und 156 weibl. wurden 3524 M. 50 Pfg. im Durchschnitt 353% M. auf jeden Unterstützungsuehmer, verausgabt. Lcjztcre bestanden aus 317 Handwerker, 274 Händler, 75 Commis, 46 verschiedenen Berufsarten angehörige Personen, 42 Lehrer, 18 Kaufleute, 13 Knechte und Taglöhner, 2 Rabbiner und 54 Personen ohne bestimmtes Gewerbe. Unter den 156 weibl. Personen befanden sich 37 Wittwen. 57 Kranke, 17 Krüppel, 14 Blinde und 11 Taubstummen waren zu verzeichnen. Unter den 997 Personen waren aus: Rheinproviuz 116, Weslphalen 59, norddeutsche Provinzen 216, Süddeutschland 65, Nichtdeutsche Staaten vorzüglich Rußland 539, Nichteuropäische Staaten 2. Hiernach war die Zahl der aus dem Auslände kommenden um 85 stärker als die der Deutschen. Das nächste Geschäftsjahr beginnt in Folge Beschlusses der vorjährigen Gemeinde-Versammlung mit dem 1. April, daher kommen im Berichtsjahre 13 Monate zur Verrechnung. 516 Personen erhielten zum erstenmale eine Unterstützung und 103 mehr als einmal eine Gabe. In den verflossenen 9Geschäftsjahreu wurden an 8122 Personen 25,804 M. ausgezahlt und hatffich der Zweck des Verbandes, die Hausbettelei zu-beschränken, für die betheiligten Gemeinden als zweckmäßig I erwiesen. Die Bemühungen weiterer Gemeinden zum Anschluß oder Bildung eines eigenen Verbandes zu gewinnen, sollen fortgesetzt werden. Jonas Si moit. * Berlin. Am 2. Mai beging unser Glaubensgenosse, der berühmte Schauspieler Herr Ludwig Barnay, sein 30jähriges Bühnenjubiläum. Herr Barnay, dessen Darstellungen einen Weltruf erlangt, hat bewiesen, daß der Jude auch in der Kunst Großartiges zu leisten vermag. An seinem Jubiläumstage wurden ihm außergewöhnlich viele Ehren j und Auszeichnungen zu Theil. Vom Kaiser erhielt j er den Kronenorden. t Oesterr.-Ungar. Monarchie. Wien, 4. Mai. Vergangene Woche ist eine Deputation der Lemberger israelitischen Eultusgemeinde bestehend aus dem Präsidenten derselben, [ Herrn Gutsbesitzer S. Horowitz, dem Vicepräsideuten der Lemberger Handelskammer, Herrn Piepes und den Baukdirektor Herrn Lazarus in Wien erschienen, um bei der Regierung für die endliche Activirung der Baron Hirsch'scheu Stiftung zu intervenireu. Die Deputation, welche beim Ministerpräsidenten Grafen Taafe, beim Finanzminister Dunajewski und beim Minister Ritter v. ZaleSki Audienz nahm und auch mit dem Obmann des Polenklubs, Ritter v. Javarski conferirte, wurde auch zu einer Conferenz, welche der Minister gemeinsam mit dem Obmann des Poleuklubs im Ministerzimmer des Abgeordnetenhauses abhielten, zugezogen. Es steht bei der ausgezeichneten Aufnahme, welche die Herren aus Leinburg bei der Regierung gefunden, zu hoffen, daß ihre Mission von günstigem Erfolg begleitet sein wird. L... Wien, 4. Mai. Anläßlich seines unentwegten Kämpfens für die Rechte seiner Glaubensgenossen hat Herr Dr. Bloch vergangene Woche eine mit 700 Unterschriften der angesehensten und vornehmsten Bürger der Stadt Lemberg versehene Dankadresse erhalten. Auch Ritter von Gniewos hat für sein Einstehen und muthiges Eintreten für die Juden eine mir mehrere Hundert Unterschriften versehene Dankadresse jüdischer Bürger erhalten. Lö.. . Pefth. Samstag den 3. d. verstarb in Zenta (Boeska) einer der geachtetsten wahrhaft seltenen frommen Jehudin, HerrJsaac Braun im Alter von 52 Jahren. Derselbe war bis vor zwei Jahren in Groß St. Micklos ansässig, woselbst er Begründer, ja sogar Erhalter der aut. orth. isr. Gemeinde war. Groß war der Jammer in Zenta, woselbst er nach kurzer Zeit sich die Herzen aller erworben, aber noch größer der Schmerz und der Verlust in Gr. St. Miklos, wohin seine Leiche überführt wurde. Herr Rabbiner Salomo« Klein in Zenta fuhr nach Miklos, um derselben tsdo zu sein. S ch w e i z. Baden, 13. Mai. Gegen Ende 1884 trat ein Eomite aus Mitgliedern der Gemeinde Endingen, Lengnau, Baden, Luzern, Brcmgarten, Rapperswyl, Wohlen und Zürich zu dem Zwecke zusammen, einen orthodoxen Rabbiner zu berufen. Der Sitz dieses Bezirksrabbinats sollte Baden sein, weil von diesen! Orte aus der anzustellende Rabbiner eine freiere und damit gedeihlichere Wirksamkeit zu entfalten im Stande sein würde, als etwa in Endingen, Lengnau, den Stammgemeindeu des Aargaues und der Schweiz überhaupt. Er würde in Baden durch die Cantonalbehördeu weniger beengt sein, als in diesen weit größeren Gemeinden.

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