Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1890-05-19 · Heft 39 (19.5.1890) · page 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 39 (19.5.1890)
Date
1890-05-19
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2446951-2448024-2448062--30046-2477805
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

' * vrv’.*: 712 Herr Löwi hielt inne, er war mit sich zufrieden, er gestand sich sogar, er habe sich selbst übertroffen. Erwartungsvoll blickte er nun bald auf Herrn Bärwald, bald auf dessen Frau. Bärwald räusperte sich und sprach nach kurzer Ueberlegung. „Mein lieber Herr Löwi, ich kenne zwar Herrn Maierhof nicht, wenn er jedoch, woran ich nicht zweifle, Ihrer Schilderung entspricht, so fühle ich mich sehr geehrt durch seinen Antrag. Eine entscheidende Antwort werden Sie jedoch im Augenblick nicht erwarten. Derartiges will überlegt sein. — In einigen Tagen, w. G., wenn wir zu einem entscheidenden Entschluß gekommen sein werden, werde ich Ihnen denselben mittheilen." „Schon gut, schon gut, Herr Bärwald. Herr Meierhof befindet sich zwar in großer Spannung, aber er wird schon Geduld haben müssen. Und überlegen Sie sich die Sache nur genau, denn ich bin sicher, je mehr Sie sich überlegen werden, desto mehr wird sie ihnen Zusagen. Also in einigen Tagen werde ich mir erlauben, wiederum anzufragen." Bärwald nickte zustimmend und schien auch in diesem Sinne antworten zu wollen, seine Frau kam ihm zuvor. „Entschuldige, lieber Freund, aber ich glaube, wir sollten Herrn Maierhof nicht so lange Hinhalten und ihm jetzt gleich unfern Entschluß mittheilen." „Hast Du so rasch einen Entschluß gefaßt?" fragte ihr Manu verwundert. „Ich glaube, auch Du wirst die Sache nicht lange zu überlegen haben, wenn ich Dir mittheile, daß Herr Maierhof am Sabbat sein Geschäft offen hat." „Ah", rief Bärwald, „wenn das so ist, dann haben wir allerdings nichts zu überlegen, dann habe ich Sie nur zu ersuchen, Herr Löwi, Herrn Maierhof meinen verbindlichsten Dank aussprechen zu wollen für seinen mich sehr ehrenden Antrag, den anzunehmen, ich jedoch nicht in der Lage bin." Herr Löwi glaubte den eigenen Ohren nicht trauen zu dürfen. „Wa — wa — was sagen Sie?" „Daß ich nicht in der Lage bin, den übrigens sehr ehrenden Antrag des Herrn Maierhof auzunehmen." „Aber ich bitte Sie um's Himmelswillen, das kann doch nicht Ihr Ernst sein. Herr Bärwald, bedenken Sie nur, einen Mann wie Herrn Maierhof zurückzuweisen! — das heißt doch muthwillig das Glück Ihrer Tochter von sich stoßen. — Nein, bei Gott! das ist Sünde, das ist Frevel, sage ich Ihnen." „Für diese Sünde übernehme ich ruhigen Herzens die Verantwortung", erwiderte Bärwald lächelnd. „Ich weiß, ich weiß", rief Herr Löwi, „nehmen Sie's nicht übel, daß ich in der Aufregung einen falschen Ausdruck gebraucht habe. — Daß Sie in Wirklichkeit keine Sünde thun und keinen Frevel begehen — wer weiß das besser als ich? — Darum legt ja auch Herr Maierhof so großen Werth darauf, Ihr Schwiegersohn zu werden. — Denn das muß ich Ihnen sagen — wahr ist es allerdings, daß er am Sabbat sein Geschäft offen hat — aber trotzdem ist er ein durch und durch braver, frommer Jude. Denn er selbst möchte am Sabbat nicht um die Welt eine unerlaubte Thätigkeit ausüben." Bärwald zuckte die Achseln. „Sie wissen so gut wie ich, daß es verboten ist, am Sabbat sein Geschäft offen zu haben." (Fortsetzung folgt.) „Israelit" und „Jeschurun" erscheint wöchentlich zweimal, Montags und Donnerstags, jedesmal in mindeirens 2 Bogen Preis des Jahrgangs für Deutschland und Oesterreich 12 Reichs-Mark, sür's Ausland 16 Reichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Durch de» Buchhandel zu bestehen bet E. F. Kleinacker, Leipzig, Doßplah 16. — Inserate 25 Pfennige die dreigespaltene Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut Cours. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 8 fl. österr., für'S Ausland 16 Reichs-Mark an die Expedition franco einzusenden. Inhalt (Hauptblatt): Leitender Artikel: Die Gestaltung des Gottesdienstes in den badischen Gemeinden. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: 3 mal Berlin. Frankfurt. Paderborn. Lobsens. — Oesterr. - Ungar. Monarchie: Wien. — Rumänien: Bukarest. Sutschava. — Italien: Rom. — Feuilleton: Waltungen. — Inhalt der Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Cassel. Oberhausen. Frankfurt. Bochum. 2 mal Berlin. — Oesterr. - Ungar. Monarchie: 2 mal Wien. Pesth. — Schwei;: Baden. — Frankreich: Paris. — Dänemark: Kopenhagen. — Türkei: 2 mal Konstantinopel. — Palästina: Jerusalem. Jaffa. — Afrika: Marokko. Inhalt der Extra-Beilage: Ein Armenarzt in Jerusalem. Berantwortliche Redaction: Oscar Lehmann in Mainz. — Expedition des „Israelit und Jeschumn" Schottstr. Nr. 2, Mainz. Drall und Verlag der I o h. W irth'schen Hofbuchdruckerei-Actien-Gesellschaft in Mainz. Hierzu zwei Beilagen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.