Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 37 (12.5.1890)
- Date
- 1890-05-12
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2446951-2448024-2448060--30011-2477768- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
879 das Königs. Provinzial - Schul - Kollegium unterm 4. v. M. u. I. berichtet." Da aber die Anwendung vorgcdachter allgemeiner Grundsätze durch Spezialbestimmungen eines Internats, sofern es sich nicht um eine geschlossene Anstalt handelt, nicht eingeschränkt werden kann, so kann §. 3 des Status genannter Realschule, wonach sie jüdische Knaben nur unter der Bedingung aufnimmt, daß sie auch am Sonnabend die Schule besuchen, schreiben und zeichnen, nicht mehr aufrecht erhalten werden." u. s. w. „Ich beauftrage das Königliche Provinzial- Schulkollegium, den Magistrat nunmehr in dem Sinne des Vorstehenden zu verständigen und ihn zu veranlassen, daher den erwähnten h. des Statuts der Realschule ganz anfgebe und den Direktor ermächtige, jüdische Schüler ans ausdrücklichen Wunsch der Eltern vom Schreiben am Sonnabend zn dispensiren" u. s. w. Die Preußische Praxis verwirft demnach die intoleranten und judenthumsfeindlichen Anschauungen des freisinnigen Bremer Predigers, welcher dem ärgsten Gewissenszwang und der schreiendsten Unduldsamkeit das Wort zu reden sich erkühnt. Hannover, 4. Mai 1890. Isaac Hirsch. Zeitungsnachrichten und Correspondenzeu. Deutschland. Mainz, 5. Mai. Aus Jerusalem erhiel- Len wir heule Condolationsbriefe vom Rabbi Samuel Salant Oberrabbiner der Aschkenasimgemeinden, vom Magid Herrn A. A. Sendrowitz, vom Secretär Herrn Michel Cohn, Herrn Salomon Chajim Riblin, von der Administration der Talmud- Thora-Schule und der Hochschule Jeschibat-Etz- Hachajim, Herrn Michel Michlin, Redacteur des „Hazfirah", von der Direction des Kranken- und Unterstützungsvereins „Misgab Ladach" und von der Verwaltung der Blumenthalschule, in denen der tiefen Trauer und dem großen Schmerze Ausdruck verliehen ist, welchen die Nachricht vom Ableben des Herrn Nabbmer vr. Lehmann Wi in der heiligen Stadt hervorgerufen hat. Die Trauerbotschaft war telegraphisch übermittelt worden, und bereits am Mittwoch, am Tage des Begräbniß, versammelten sich unsere Brüder in mehreren Synagogen und beteten für den Verstorbenen. Wegen des Monats id\j wurden noch keine eigentliche O'NDvn abgehalten. Sämmtliche Schreiben betonen, daß man den großen Verlust dieses Vvw für das Judenthum im Allgemeinen, und für die Armen des h. Landes insbesondere schmerzlich empfindet. In der Blumenthalschule wurde minon mstw »H'pein täglicher rwo -nwv n"D"s rH'ena new nnm pan unpi angeordnet. In Papenburg (Prov. Hannover) und in Hillesheim (Rheinhcssen) wurde eine Gedächtnißfeier abgehalten; in ersterer Gemeinde hielt Herr Lehrer M. Schweitzer und in letzterer Herr Lehrer L;eviu eine Trauerrede. Gießen. Herr Rabbiner Dr. L e v i veröffentlicht im „Gießener Anzeiger" unter der Ueberschrift „Antisemit-Antichrist" eine kurze, aber klare Abhand, lung über den semitischen Geist, als dessen Gegner die Antisemiten sich geriren, und in welcher dargethan wird, daß die Antisemiten Antichristen sind. Worms. Dem Jahres-Bericht des Israelitischen Unterstützungs-Vereins. (29. Vereinsjahr) entnehmen wir: Seit einer Reihe von Jahren sprachen wir die Bitte aus: hochherzige Menschenfreunde möchten durch Zuwendung von Gaben an unseren unangreifbaren Capitalsftock „die Erinnerung an ernste und freudige Lebensereignisse, sowie das Andenken an theuere Angehörige dauernd wach erhalten", da Liebesgaben, welche solchen Zwecken geweiht werden, segensreich wirken für alle Zeiten. Diese Bitte wurde zu unserer größten Freude im abgelaufenen Vereinsjahr mehr wie seither willfahrt; sechs neue Gaben im Gesammtbetrage von 1600 Mark bekunden die Theilnahme und die Anerkennung, die man unseren Bestrebungen zollt und werden auch ein dauerndes Ehrendenkmal sowohl für die Geber als auch für diejenigen sein, zu deren Ehren sie gespendet wurden. Solche Zuwendungen thun uns außerordentlich Noth, da trotz der in früheren Berichten erlassenen Einladungen zum Beitritte nur 13 neue Mitglieder sich unserem Verein angeschlossen haben, während theils durch Tod, theils durch Wegzug 6 ausgeschieden sind. Die Anforderungen an unfern Verein haben sich im abgelaufenen Jahr um 55 Untcrstützungsgesuche vermehrt; gleichwohl konnten wir nur ungefähr dieselbe Summe vertheilen wie im vorangegangenen Jahre. Daß in Folge dessen mancher würdige Arme nicht in gebührender Weise berücksichtigt werden konnte, ist eine bedauerliche Thatsache. Sie wurde dadurch verschuldet, daß einerseits