Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 36 (8.5.1890)
- Date
- 1890-05-08
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2446951-2448024-2448059--29998-2477754- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
667 beseelt, als ein EEEttfEE b]} EI21J? fest auf seinem Posten verharrt, riTyn DEEEN ’pEN, dem hilft der Gott Abrahams über alle Gefahren hinweg. Treu seinem Prinzipe war Tr. Lehmann I"p1!,E eine eiserne Säule, eine eherne Mauer stand er da, allen Anfeindungen, Drohungen und Lockungen gegenüber n?yE CEEEEN ’pPN. Wir können es heute sagen, der Gott, der dem Abraham gegen eine Welt von Feinden zur Seite stand, er hat auch ihm Schutz gewährt und seinem Kampfe für die heiligsten Interessen des Jndenthums den Sieg beschießen. Vjy ’N, wohin ist er, dieser selten selbstlos.' Mann! In den Sprüchen der Väter wird uns das Jdael eines nj; gezeichnet. Dort heißt es Q’Eptt Hin EöW Knn p N’EE 'E CE’Pyic?p ew ’nn 7N1 etenP ej? epei een 7E cPsjo. Rabbi Mathia, Sohn Eharaschs sagte: Suche jeden Menschen zuerst zu grüßen und sei lieber im Gefolge der Löwen, als das Haupt der Füchse. Ich entsinne mich aus früher Jugend, daß mir Dr. Lehmann einst von Rabbi Jochanan den Sakkai erzählte: ’EOP &’SN1 EEN 7E7 ElPt? E’EpE E'EE' Vpy DEN plEG, daß diesem großem Gesetzeslehrer nie ein Mensch mit dem Gruße zuvorkam, nichteinmal der Heide ans dem Markte. Ich dachte damals, welch' eine merkwürdige Erscheinung muß dieser Rabbi Jochanan ben Sakkai gewesen sein und glaubte, daß die jetzige Zeit einen solchen Mann nicht mehr hervorbringen könnte. Kurze Zeit darauf ging ich mit Dr. Lehmann durch die Straßen unserer Stadt und sah zu meinem Staunen, daß ich an der Seite eines solchen Jochanan ben Sakkai schritt, der jedem Bekannten zuerst den Gruß entbot, ganz gleich ob er Jude oder Nichtjttde, Hoch oder Niedrig war. Von dem unvergeßlichen Manne kann man noch in anderem Sinne sagen, BEN bjb DVW C’EpC rrn. Wenn er hörte, daß irgendwo in seiner Gemeinde Streit oder Zwietracht drohte, so beeilte er sich und scheute keine Mühe, um die Einigkeit wieder herzustellen, und in vielen Fällen hat er als Friedensztifter, Friedensbringer gewirkt. So vollkommen befolgte Dr. Lehmann das Wort EEN Pb Ei^E'B E’EpE Hin. Aber auch die Lehre E'E EVENP IN hat er nicht vergessen. Wie er keinen Stolz kannte, so leitete ihn bei seinem öffentlichen Wirken nur das edelste Streben und weit entfernt war er von bloßem Ehrgeiz. Um nur Eines hervorzuheben. Alle die ihm näher gestanden, wissen es, wie innig er sich EyHEyIENI IN pE2' N 7"2', dem verstorbenen Würzburger Raw angefchloffeu, und wie er bei dessen Lebzeiten keine wichtigere allgemeine Angelegenheit gab, in der er nicht den 'EN, diesen Großen in Israel um Rat und Meinung befragte. Ja, wir haben viel, sehr viel verloren. Im Traktat Taanith lesen wir: :p Pn Pneü'P noy E'IZE E’Ene P □’ECI pEN ,EE'E. Drei treffliche Führer erstanden Israel, es sind dies: Moses, Ayron und Mirjam, p'BlE nüED 'II *raj/ ,E'EQ HDD ENI py ,ENI :pz ‘TNT ET Py PEJ Efc'E EZIlI ]12 ,pEN EZIlI py. Und drei treffliche Geschenke wurden durch sie gewährt, der Brunnen, die Wolkensäule und das Manna. Der Brunnen durch das Verdienst der Mirjam, die Wolkensäule durch Ahron, das Mauna durch Moses, pufc» msra mim enbe pPro: ehe eee Als Mirjam starb, verschwand der Brunnen und kam wieder durch das Verdienst des Moses und Ahron. 'pPEIP pEN P>E E£'C HDD pEty iete TII E:y Als Ahron starb entfernte sich auch die Wolkensäule. Beide kehrten zurück durch das Verdienst Moses EN p’EBNi EENJCJ' ePd pPnEJ EI'E EE "EN EE'I E’ynn rwbw Als Moses starb, wurden alle drei genommen, wie es heißt: „und ich nahm hinweg die drei Hirten in einem Monat" (N"’ E’EBi). Auch die Juden Süddcutschlands hatten in unserer Zeit drei treffliche Führer. Es find dies EyjnyBENB IN pns»’ N P"Ll in Würzburg, P"si LVE'E PnEE ytlEti* T in Frankfurt a. M., P"Ll pNEEyP E'NE n P'IEZ P'E'E. Zu einer Zeit, als das Thora-Studium in diesen Gegenden vernachläffigt war, und die Gefahr drohte, daß dem Volke selbst die Kenntnitz der alltäglich auszuübenden Religionsgesetze entschwinden würde, war es der Würzburger IE, der den alten Wunderbrunnen, EEIEE ENI wieder zugänglich machte, indem er Talmudjünger um sich sammelte und durch seine weitverbreiteten lcichtfaßlichen Schriften auch die Unkundigen über ihre Pflichten genau belehrte. In früherer Zeit war es nicht so schwer, den Wegen Gottes zu folgen, man ging die breit ausgetretenen Pfade, welche die Väter Jahrhunderte hindurch gewandelt. Doch als die neue Zeit hereinbrach, und alle alten Verhältnisse, und nicht am wenigsten die der Juden, von Grund aus änderte, gab es diele, die irregingen wie in einer Wüste und nicht wußten, wie sie jetzt die Gesetze der Thora halten sollten. Da war es besonders Rabb. Hirsch, der das Panier pEx "pE Ey EITE hoch emporhob, das gleich der Wolkensäule in der Wüste die Richtung zeigte, wie man Gott nachwandekn sollte, alle Höhen und Untiefen ebnete und jede Gefahr aus dem Wege räumte. Dr. Lehmann wiederum war es, der in den belehrenden Aufsätzen seiner Zeitung uns zweimal wöchentlich das Manna, die göttliche Himmelsspeise, brachte. Als vor mehr denn einem Jahrzent EypyBENB E'E pnsr 'E abberufen wurde, war das süddeutsche Judcnthum nicht verwaist, wir hatten ja noch die zwei EIBE ’EiEy, Rabbiner Hirsch und Dr. Lehmann. Im vorigen Jahre schloß Rabbiner Hirsch die Augen; wir blickten auf zu Dr. Lehmann. Jetzt, da auch Dr. Lehmann nicht mehr ist ETI ip?EEch sind sie uns alle aufs neue entrissen EEN EE'I E’ynE EEN B’EBNI, ba ist es uns, als seien die drei Hirten in einem Monate abbcrufen worden. Alte Narben wurden wieder aufgerissen und unser Schmerz ist nicht zu stillen. Führwahr Dr. Lehmann 7"S> glich einem Pinchaß, dem die wunderbare .Himmelsgabe des EIpL? E'EI verliehen war; aber er war auch ein Pinchas, den nichts schreckte, wenn es galt, für Gott und sein Gesetz einzutreten: Er war ein Elijahu, von dem es heißt, EII Ip EEI Py E'ÜN Ip I'NEt EEDN Py der Frieden in die Familie brachte, aber auch ein Elijahu, der von sich sagen konnte: EINES ’pPN 'E1? TiNjpNPp geeifert habe ich für den Ewigen Gott Zebaoth. E’EE ’N Wohin ist der hingebungsvolle Mann? Bei dem Worte E'EE denken wir zunächst an einen Frommen, der den Genüssen der Welt entsagte in der Zurückgezogenheit ein Gottgefälliges Leben zu führen sucht. Der König David fleht zu Gott EN E'EE 'I 'VI2 EBEL?: Behüte meine Seele, denn ich bin ein E'EE. Bringt nun ein E'EE, nach der gewohnten Auffassung, sein Leben in Gefahr? Ein Blick auf die Geschichte wird uns das richtige zeigen. Als David zur Regierung kam, war das Reich Israel an allen Grenzen von Feinden bedroht. Die siegesfrohen Philister, die Aramäer, Moabiter, sie alle wollten mit ihren Scharen das Land überschwemmen. Da sah David seine Aufgabe, das höchste EiE'EE, darin, sein Volk und Reich, wenn auch mit Gefahr des Lebens zu retten. Und in diesem Sinne steht er PN E'EE 'I ’B'EJ HECK' bewahre mein Leben, denn meine Hingebung reicht so weit, daß ich mein Leben auf's Spiel setze. Ein solcher E'EE war Dr. Lehmann. Als er den EPIEE NEE bestieg, war unsere heilige Religion allüberall von Feinden bedroht: Verächter des Gesetzes im Bunde mit Unwissenden suchten das Erbtheil Jacobs zu zerstören. Da sah der junge Mann seine Aufgabe, nicht uur für feine Person ein E'EE zu sein, nicht nur im engeren Kreise feiner Gemeinde zu wirken, sondern es trieb ihn, seine Hingebung für Gott im Kampfe für die bedrohte Gesammtheit zu zeigen. So schallt denn heute unser Klageruf E'EE 'N, wohin ist er, der muthige, hingebungsvolle Streiter? Rur wer in dieser Weise Selbstlosigkeit mit.Hingebung verbindet, kann sich, wie er, als WEN CEEEEN PL? E'DPH erweisen. Gleich wie Abraham auf den Wink Gottes in das heilige Land zog, trotzdem damals der Knaani und