Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 36 (8.5.1890)
- Date
- 1890-05-08
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
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668 Prisi im Lande weilte, so suchte Dr. Lehmann sein Wirkungsfeld in einer der heiligen Städte Deutschlands, in dem alt ehrwürdidcn Magenza, das in der Geschichte der Judrn Deutschlands durch eine lange Reihe glänzender Namen wie Rabbenu Gerschom, das Licht der Diaspora, Rabbi Elieser, den Großen, Rabbi Simon, den Großen, Meharil und viele Andere einen hell leuchtenden Platz einnimmt, und ihn schreckte es nicht, daß die Helden der Reform, damals in dieser Stadt die Oberhand hatten, und das geringe Häuflein der Gesetzestreuen sich nur mit Mühe ihrer Angriffe erwehrte. pro ipy IL'N Pium dieser erste Vorzug des Abraham! — Wenn ich mich hier in dieser Shnagoge dieser großen Gemeinde umschaue und der winzigen Anfänge gedenke, die Dr. Lehmann vorfand, so drängt es sich mir mit Macht auf, daß der imn p’m gar viele Schwankende und Unschlüssige wieder zurückgebracht habe zu dem alten unverfälschten Judenthum. □nmN pp li’EPnE von ’n ,ny ’n iP cnciN ncpui U'DN. Und wenn er gestorben ist, sagt man von ihm wohin ist der Selbstlose, wohin der Hingebungsvolle ein Schüler unseres Vaters Abraham. Wenn wir uns in einem Thale befinden, das von herrlichen Flüssen durchströmt, von anmutyigen Hügeln umgeben ist, können wir die Schönheit der Gegend nicht vollkommen genießen, erst wenn wir unseren Stadpunkt auf einem Berge in der Nähe nehmen, von wo ans wir das Ganze überschauen, erhalten wir das entzückende Gesammtbild. Leben wir mit einem Menschen zusammen, so bewundern wir den einen oder anderen Zug seines Characters. Erst wenn das Leben abgeschlossen vor uns liegt, sind wir im Stande, den Tahingeschiedenen vollkommen zu bcurtheilcu. Wenn wir ein freundliches Wort von Dr. Lehmann hörten, sagten wir, welch' ein freundlicher Mann! Hörten wirseine belehrenden Vorträge, ließ uns sein Großes Wissen erstaunen, lesen wir seine Aufsätze, so bewunderten wir die Gewandtheit feiner Feder. Jetzt aber, riEPD da er uns genommen ist, treten uns alle seine seltenen Vorzüge entgegen. Dreifach ist unsere Bewunderung, dreifach unser Schmerz. Jetzt rufen wir klagend aus, welch' selbstloser, hingebungsvoller Mann ist dahingegangen, wahrlich ein Schüler unseres Vaters Abra Ham! Wir klagen, doch ihm ist es wohl! können wir ihm ja Nachrufen, was wir so oft aus feinem Munde am Grabe von □',1'IL gehört: npiyi mim ippyi mim php 'E vpn □Piyi ]E DIE DPI 10BJ1 21E 0P3 DSV? Pin mj Heil denl, der groß geworden in der Thora, dessen Mühen um die Thora war und bei dessen Scheiden sich die Achtung und Liebe seiner Mitmenschen. auf. rührende Weise zeigte. Wir aber NOUmp "ONE' mTDp ns 'IN, wehe dem Schiffe, das seinen Steuermann verloren, das wehrlos den Wogen und Stürmen ausgesetzt ist. Als Elischa das Scheiden des Elijahu mit ansah, der in erhabener, wunderbarer Weise der Erde entrückt wurde, lesen wir in der Schrift: 1N11 yp’Pxi 'Ul rPlDi PN1P’ mi ein ein pyi*E Nim. Und Elischa sah es und doch schrie er auf: Mein Vater, mein Vater, der Wagen Israels und seiner Reiter. Das gesammte Judentyum beklagt den Dr. Lehmann vpm1 in~ipi m~i Wagen Israels und seiner Reiter; wir aber rufen zunächst schmerzerfüllt ’3N, ’DN unser Vater, unser Leiter. Pin miP ein Villip. Bei dem Tode eines Gesetzeslehrers ist ein Jeder so bekümmert, als habe er einen nahen Verwandten verloren. DIDJi pNp> 3PJ Laßt uns zu Boden sitzen und weinen. Bemerkung der Redaktion: Hierauf setzte mau sich auf die Erde und die Gemeinde gab laut klagend ihrem Schmerze Ausdruck. Als sie sich wiedererhob fuhr der Redner fort: mm tzHDiyn n my Pd h pn um nn mpyon tp niPPD P. Auch an uns, in der Nacht unseres tiefen Schmerzes, da wir klagend im Gotteshause stehen PEPn N3 El, daß unsere Sonne untcrgegangen ist, ergeht das Wort des königlichen Sängers: Preiset Gott, -zeiget euch als Diener Gottes nPP3 p mm □’lEiyn, die ihr steht im Gotteshaus in den Nächten. H PN iDmi Plp mm 1XP Ter höchste Preis Gottes besteht darin, wenn der Mensch zu heiligem Werke die Hände erhebt. O, so lasset uns denn nicht in dieser ernsten Stunde auseiuandergehen, ohne mit ganzer Seele heilige Vorsätze gefaßt zu haben. Die Haphtara des vorigen Sabbat bietet uns eine rührende Erzählung. Jonathan, der beste Freund des David, nimmt Abschied von dem Freunde, um ihn nie mehr wieder zu. sehen, mp uymu ipn ciPpP ~p mP p:im iene “ypiT pm ’ym mi pm ee: nn’ 'i rnixP p cpe ui-un □Ply ly Und Jonalhan sprach zu David: Zieh in Frieden was wir Beide geschworen haben im Namen Gottes wie folgt: Gott sei zwischen mir und Dir, zwischen meinen Nachkommen und den Deinen bis in Ewigkeit. 'Auch unser pjiPi’ unser bester Freund, der nie zurückgetreten ist, wenn es galt, etwas Gutes und Edles zn vollbringen umi EHE P"pii*i "i’NE ‘l hat Llbschied von uns genommen. Auf dieser Erde finden tvir ihn nicht wieder. Als er fühlte, daß die Stunde der Trennung gekommen sei, bewegten, sich seine Lippen im Gebete für seine Gemeinde, □17&7? “P daß auch ihr weiterer Weg von Glück und Frieden begleitet fei. Die Ermahnung, die er in letzter Stunde, wenn er die .straft gehabt, den Mitgliedern seiner Gemeinde gern zugerufen hätte, sie würde dem Sinne nach gelautet haben: üymE IPX EPPE UPUN mP Wie tu ir bis jetzt zusammen gestanden haben '7 □L'd, unsere Vereinigung deu Zweck hatte, den Willen Gottes zu erfüllen, o, möge dieser Gedanke an Gott, das Streben als gefetzestreue Jehudim zu leben, fest bleiben in der Religionsgesellschaft für alle Zeit. Ihr Mitglieder der ReligionSgesellschaft, so fasset denn jetzt den Entschluß, so zu leben und zu wirten, in dem Sinne die Kinder zu erziehen, daß die Gemeinde weiter in den Bahnen wandle, die Dr. Lehmann ihr vorgezeichnet, und immer würdig bleibe, die Gemeinde Tr. Lehmanns genannt zu werden.;l “piP piNi m'EP npiy |VjJE Dann wird der allmächtige Gott Euch seinen Segen geben, und Ihr werdet mit herbeiführen die Zeit, in der Gott wieder, von seinem Heiligthum in Zion aus Israel segnet, PNU pP NP Da kommet für Zion der Erlöser. Amen. Herr Gantor Oppenheimer brachte nach Schluß der Neben das sollende Gebet tiefergreifend znm Vortrag: Sy nir; nni:p epp?; fpp cprn_ «S yppn irrte epinip 2'Piip niSite rni'rpn pp 2in pn.rn nrn iryii iPiip minx n:p: in cimm PStein 'fcSS “Sp ir'« 'u Pinn fi i\\m pp ny^ pfi i?;yp 11222 ,i:S Pipe nmi. i;pni nipy 'p'Uif' isen Si iyp; PrP 1-12x21 S\ntp2 nijns yno irlN nie: c'Ernn ^yi ,n«r 12Y21 jS ,^«iy'2 rrrin P irmp; c*nn 1113:2 Tiyi □iSiyP vsp ino? :]?:n lENii mrp'E bv_ c'IPe niii inPn; «in Vetantwortliche Redaction: Oscar Lehmann in Mainz. — Ezpedirion des „Israelit" und „Jeschilrni'."Schottstraße Nr. 2, Mainz. Drmck und Verlag der Joh. Wirth'schen Hofbuchdruckerei-Actien-Gesellschaft in Mainz.