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Der Israelit · 1890-05-08 · Heft 36 (8.5.1890) · page 22

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Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 36 (8.5.1890)
Date
1890-05-08
Page
– (sequence 22)
Language
German
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666 dir thun soll, bevor ich von dir genommen werde." TN'1 Tira D’JBf 'D n: ’m yttTN, da sprach Elischa: „Ich wünsche deinen Geist zweifach zu besitzen." biNti6 rvtrpn IQN'i HM’ p* dni p »rv tnd np? mix nmn dni. Ta sprach er: „Schweres hast du verlangt; doch wenn du sehen wirst, wie ich von dir genommen werde, so sei dein Wunsch, deine Bitte gewährt, wenn aber nicht, so wird es nicht sein." Eine geistreiche Erklärung habe ich aus dem Munde meines Lehrers p"po; jjNDnyi' ynd gehört, welche diese scheinbar sehr unbescheidene Bitte des Schülers in ein milderes Licht stellt. Drei Aufträge hatte Elijah« von Gott erhalten. Er hatte aber bis jetzt nur den dritten zur Ausführung gebracht, den Elischa zum Propheten zu salben. Elischa bat ihn nun, er möge ihm doch die zwei göttlichen Aufträge, die er noch im Geiste behalten und noch nicht ausgeführt habe, übertragen. Auch das war immer noch eine große Bitte, einen dir ecten göttlichenAuftrag eiirem Anderen zu übergeben. Darum sprach Elijahu: „Wenn du siehst, wie ich von dir genommen werde, so sei dein Wunsch erfüllt." Geehrte Trauerversammlung! Wir haben unseren Lehrer bis pN no begleitet, haben ihn in seinem heiligen Berufe uns vergegenwärtigt; wir konnten ihn aber noch nicht verlassen, wir gingen mit bis Jericho, der Grenzstadt der engeren Heimath, haben sein Wirken innerhalb der Familie und Gemeinde noch mitansehen wollen; wir gingen noch weiter mit an den Strom, der sich ihm hindernd in den Weg stellte in seinem Streben, für sein Volk und für die Erhaltung des Gottesgesetzes einzutreten, und geleiteten ihn durch den Strom, den er mächtig theilte und durchschritt. Und nun ist unsere Bitte: Tiro D’JE? ’B nj \ti, mögen die zwei Dinge, die er im Geiste hatte, sich auf uns übertragen. Er betrachtete es als zwei göttliche Aufgaben, ein echter, edler Mensch zu sein und dadurch zu zeigen, was ein ccbter Jehudi, ein wahrer Gottesdiener sei. Seine Mensch eil freundlichkeit und Menschenliebe, die gerne alles Leid und Elend mildern wollte, gipfelte in der Thätigkeit für die Armen und Rothlcidcndcn des heiligen Landes. Dafür wußte er alle Herzen zu erwärmen und zu gewinnen. Das beunruhigte noch in den letzten Tagen seinen Geist: wer wird wohl dafür eintreten? Wer stand ihm näher, als der Sohn, der Erstgeborene? Diesen beschwor er und legte es ihm an's Herz, der Armen Jerusalems stets zu gedenken und sich ihrer anzilttchrncu. Wir aber müssen Alle den Sohn^darin unterstützen. Seine zweite und wichtigere Ausgabe war aber sein Lehrberuf, seine Wirksamkeit für das ganze Volk rrnxrT mm p’inn^, die mm zu stärken und zu festigen, ihr wieder Achtung und Anerkennung zu verschaffen. Nehmen wir Alle, Alle, diese Ausgabe auf, besonders aber möge seine Gemeinde das sich angelegen sein lassen. Mit Recht darf seine Gemeinde stolz sein aus ihren großen Lehrer und Führer, der zugleich Lehrer und Führer des ganzen jüdischen Volkes geworden. - Seine Begeisterung, fein heiliger Ernst, seine echte Gottesfurcht möge seine Gemeinde aufmuutern und beseelen, in seinem Sinne und Geiste fortzufahren und zu wirken für Gesummt-Jisrocl. Ju diesem ernfteil Streben verstumme alle Klage und alle Trauer. CWW üipT 'ttb TV nn, „der allgütige Gott stieg hinab in Seinen Garten, um Rosen zu sammeln," diesen D’p,N nyi p’Y> zu sich zu nehmen, damit er die Früchte seines edlen Wirkens lind Strebens genieße. Ja, wir wollen uns aufrichten, uns trösten, unsere Thränen stillen! Tu aber, Allgütiger, richte auf die tiesbetrübte, zu Boden gebeugte Familie; träufle Balsam in die große, schmerzliche Wunde; sende Trost der trauernden Gemeinde; sende Trost dem trauernden Israel! “iNtt' “pro imiN DIU’ Dipcn p'L ’^ON. Q, Gott! Tröste uns Alle mit den übrigen Trauernden Zions und Jeruscholajims! TN U’D’3 mnD3 t'NU N31 XVI. Dr. lonas M. jSonüi, Wie,,. Als unser großer Lehrer MoseS hinweggenominen wurde, erzählt der smT vereinte sich die gesammte Schöpfung zu gewaltiger Todtenklnge. Himmel und Erde weinten um Moses, Jsrtacl und die Ehöre der Engel. Doch nichts ergreift nns so sehr, als die Schilderung von der Trauer des Josua o m nynn "idini roo nm insd n^i m y&nY l^jOLOi D“1N ’OQ D’JiDN 1DB O YDn -)CJ. Als Josua seinen Lehrer suchte und nicht fand, weinte er und sprach: Hilf o Gott, denn der Hingebungsvolle ist nicht mehr, ausgehört haben die Zuverlässigen unter den Söhnen der Menschen. Josua, der treue Schüler, der stete Begleiter des Moses, er konnte das das Furchtbare nicht fassen und als schon die ganze Welt wußte, nc ntt'D, daß Moses gestorben, da suchte er noch nach Dem, an dessen Seite er den größten Tbeil seines Lebens vollbracht, dem er Belehrung, so vielen Rath, so oft Hilfe verdankte. Und als er mit erregter Stimme wieder und wieder nach ihm gerufen hatte, ohne ihn zu finden, da erfaßte Verzweiflung sein Herz, nie glaubte er, mehr Trost erlangen zu können. Und das erste Wort, das sich seiner gepreßten Brust entrang, war ein Gebet zu dem allmächtigen, aUgülige» Helfer mit DTi '1 njwn “>DiNl. Unter Thränen sprach er, nur Du o Gott stehe mir bei, denn auf Erden habe ich jede Stütze verloren D"1N *J3D D’JIDN IDE O YDn "IDJ O mir ist cs, als sei alle Frömmigkeit, alle Treue von der Erde geschwunden. Den unsagbaren Berlust, den wir erlitten, trägt mit uns das gesammte gesetzcstreue Judenthum. Wir hörten cs ja, wie von anerkannten Führern aiis Nah und Fern um den Helden, der da gefn!'en, . tief ergreifende Klage angestimmt wurde. OBJ *pN ncnT ’T ION'1 DOOz. Wie sind die Helden gefallen und verloren gegangen die Kriegsgeräthe. Doch wir, seine Schüler, seine Gemeinde, wir vermögen es noch nicht, uns in den Gedanken hinein,zulebeu, daß Dr. Lehmann nicht mehr unter uns weilen soll. Wir glauben ihn noch immer zu besitzen den Mann, mit dem liebevollen Wesen, dem freundlichen Wort, der belehrenden Rede. Und wenn wir ihn suchen und nicht finden, wenn uns die ganze schreckliche Wahrheit vor die Seele tritt, gewährt. Ntir düs Gebet uns Ruhe, YllT 71Q TU nS ljnjNI Wir wissen nicht, was wir thun sollen, nur auf Dich o Gott sind unsere Augen gerichtet. Und mit Josua rufen wir aus ‘1 nyO’in O Gott halte uns aufrecht in unserem Schmerze, gib im8 Krait das Niederschmetternde zu ertragen, denn der Freund, Führer und Lehrer ist uns geuoilitueu. DmoN/prN mTm1? oipc jmpn to Njin'n Y2N uon dhon bit/ «ydTd ydr ’n ny \x O dhoin nctra Rav Huna lehrte: Wer sich einen Ort zum Gebete bestimmt, dem hilft der Gott Abrahams, und wenn er gestorben ist, sagt mau von ihm, wohin ist der Selbstlose, wohin der Hingebungsvolle, ein Schüler unseres Baters Abraham? mpo yoipn O mb’Bn? Wer immer an denselben Ort zum Gebete eilt. Diese slorumhüllte, jetzt verwaiste Stelle dort kann erzählen von einem Alaune, der wie selten einer m^’En1? DipO y3lp war, den weder Kälte noch Hitze, nicht körperliche Schwäche, nicht dringende Arbeit zurückhatten konnte, das Gotteshaus anszusuchen, erinnert nns daran, wie er zum letztenmale in seinem Leben, schon mit dem Todcspfeil im Herzen die Wohnung verließ, nm in die Synagoge zu eilen. Jedoch in einem noch weitern Sinne ist das mpmm DlpG ynip zu verstehen. Wer immer von demselben Orte aus, mit denselben Gedanken sein Gebet zu Gott richtet, immer von gleichem Streben

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