Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 36 (8.5.1890)
- Date
- 1890-05-08
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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~** v XXXI. Jahrgang. (Sgttflts Beilage ju JK 36 des „Israelit" & „Ieschurun Stenographischer Bericht der im Hanse Dr. Lehman n's y'^t gehaltenen Trauer-Reden. (Fortsetzung aus Nr. 34.) XIV. Dr. Elster. Rabb. der Israel. Rcllglonsgcscllschaft, Karlsruhe. Hochgeehrte Trauerversammlung! Betrübt, bis ins innerste Mark hinein erschüttert, ob des „Brandes, den Gott der Herr auf's Neue in unseres Volkes Mitte hat entzündet", fühle auch ich mich außer Stande, den wie verzehrend Feuer in uns lodernden Empfindungen tiefer Wehmuth und Trauer einen gebührenden Ausdruck zu geben; vermag ich blos mit König David schmerzbewegt auszurufen: □IN ’JUD D’JIDX 1DS ’3 P’DP PCJ! ’3 '1 ilJjmP. (P'PP PDJ *3 'P PJ/Wl) „Hilf o Gott, denn dahin ist der Fromme, es verschwiuden die Treuen unter den Menschenkindern. Es gibt, bekanntermaßen, zweifache D'p’Py. Der Eine denkt nur an die eigene Vervollkommnung, an die Läuterung und Veredlung seines eigenen Herzens, an die Erleuchtung und Erhebung seines eigenen Geistes; der andere p’PU dagegen richtet sein Augenmerk auch auf seine Mitmenschen, ist beflissen, belehrend und läuternd auf sie einzuwirken, zum Gottes¬ und Gesetzesgehorsam sie anzuleitcn. Ein p'P2 der ersteren Art. war Chanoch. .Von ihm erzählt uns die heilige Urkunde: D’p^XP PX “pjn -y.PPP. Ehanach wandelte mit Gott, all sein Sinnen und Trachten kannte nur das eine Ziel: In seinein persönlichen Verhältnisse zu Gott sich nichts zu Schulden kommen zu lassen; tII'Xl und so war er denn ailch nicht.mehr da;. verschwand er spurlos in dem Augenblicke, IPX npP *3 C’p^X, als ihn Gott zu sich genommen hatte. Nicht so DPP3X.' Er fand in der eigenen Tugendhaftigkeit seine volle Befriedigung durchaus nicht; vielmehr war er stets darauf bedacht, seine wahnumfangenen Zeitgenossen für Gott zu gewinnen, pfD wy PL'X 55'DJP PX1; war er darauf bedacht: zu vollbringen stets die Gottesmahnung: 'JC1? "|bppp. Wandte vor mir, bahne den Pfad der Gottesfurcht und Tugend für meinein Nacht gehüllten Menschenkinder; '^3 y?PPP schreite mir weiter vor mir her als Herold wahren Glaubens und wahrer Erkenntniß, D’CP P’PI und tverde solcher Gestalt, in Vollziehung dieses meines Auftrages, ein wahrhaft vollkommener Mann. Näher gerückt dürfte hiernach jenes vielgedeutete Zwiegespräch zwischen den beiden Gottesmännern Elijahu und Elischa unserem Verständnisse erscheinen. “JPXD np^N CPL33 "fr Pli^X HD ^Xttf „Fordere, was ich für dich thnn soll, ehe ich von dir hinweggenommen werde. PCX? yttf’PX. Darauf erwiderte ihm Elischa: C'Iü7 '3 Xu 'PN .Gx 1NN3 Elijahu war nicht blos ein treuer Gottesdiencr in dem Sinne, daß er alles das gewissenhaft beachtete und befolgte, was das Gottesgesetz von jedem einzelnen Iehndi heischt und fordert, nein, er lhat noch weit mehr als dies, er war auch ein Eiferer für den Ewigen, den Gott der Heerschaaren; ein cm? 'P ncn^D ein muthiger Streiter für die heilige Sache der Religion, ein aufopfernder Hirte, der den 'P P’P3 verlassenden 7XPL" ’J3! Und so flehete denn Elischa innig und sehnsüchtig: Gx -sP1P3 C'üli7 '3 XI TH „O möchte doch dieses D o pp el te, diese zwiefache Befähigung deines Geistes auch mir zu Theil werden; möchte es doch auch mir beschieden sein, nicht nur mir selbst immer mehr und mehr 2'3ÜP PC^.P anzueignen, sondern auch Andern hierzu zu verhelfen, Andere für Gott und seine Lehre zu entflammen und zu begeistern!" PCX? Woraus ihm Elijahu antwortete: PlNtPb P'l^p.P Du hast Schweres verlangt. Das geistige Oberhaupt, Anführer und Lehrmeister eines ganzen Volkes zu sein ist wahrlich nichts Leichtes, nichts Geringfügiges! Jndeß, *]PXC np^> 'PX PIXPP OX, wenn du mich siehst, mit deines Geistes Hellen Augen es wahrnimmst, wenn du es in seinem ganzen Umfange und in seiner ganzen Tiefe fassest, fühlest und begreifest, daß i ch von dir hinweggenommen bin, daß ich nicht mehr auf. Erden weile, nicht mehr meines heheren Berufes walte, fl VT so wird dir also werden, denn die lebhafte Vergegenwärtigung meines Entrücktseins ans dem Kreise der Irdischen, wird doppelt mächtig dich drängen und aneifern: mich zu ersetzen, die meinen Händen entsunkene Fahne des Glaubens weithin sichtbar zu entfalten; px CXt wo aber nicht, so du dessen nicht recht eingedenk bist und bleibest, rvrv X7 so wird, so kann es nicht geschehen, denn alsdann wird es dir an dem nölhigen Ansporn, an der inneren, treibenden Kraft fehlen IP'X PVP? ein thatenreicher Vkainl ,;n werden! Verehrte Trauerversammlung! Habe ich es wohl nöthig, des 'Näheren erst nachzuweisen, in welch' hohem Grade der ach so früh von uns abberufene p'PLP 3PP Dr. Lehmann?*T dieses C'IlL D besaß? In welch' großartiger, bewunderungswürdiger Weise er diese doppelte Aufgabe: 1CLP NX Ctk^P^ und D’PPXP nx LZiS^py zu lösen sich bemühe? Fürwahr, Sie, wir Alle wissen es zur Genüge, daß der Heimgegangene PLLp 'P npps die Gerechtigkeii Gottes in — seinem Privatleben — geübt, 7^tPL" Cp t'CClL'Cl aber auch seine Berufspflichten gegen Israel, Sie, wir Alle wissen es genügsam, P’DIP PDJ *3 daß mit dem Verblichenen ein Frommer in des Wortes edelster Bedeutung ans dem C'PppP PINC ist dahingeschwunden, ein Mann, dessen ganzes Fühlen und Denken der KP25 Pt£PPp war geweiht, dessen jede einzelne Handlung auf der Goldwaage seines reinen Gewissens war abgewogen; Sie, wir Alle, wissen es aber auch voll und ganz, daß wir in Herrn Dr. Lehmann nicht blos einen echten, rechten P'DIP, hinsichtlich seines persönlichen Verhaltens Gott gegenüber, sondern auch einen 3iC Ppt3, einen edlen Menschenfreund, einen ]X2» ]DXj PPP VIPPp, einen unermüdlichen, zielbewnßten I'PICl PP1D verloren haben! Ja, CPX 'I3C C'IlCX 1D3 ’3 „dahin sind die Treuen unter den Menschenkindern." Zu jenen großen, um die Judenheit so hochverdienten Männern, die wir innerhalb eine? gar kurzen Zeit von uns scheiden sahen, gesellt sich noch dieser hochherzige Wohlihäter der Nothleidenden; dieser feuerige Vorkämpfer des Rechtes und der Freiheit unserer Glaubensbrüder, dieser treue fllX Erzieher und Bildner Hunderttausender unseres Volkes auf dem weiten, weiten Erdenrunde! — Im quälenden Bewußtsein dieses namenlosen Verlustes, den wir, den?XPtf' P.'3 73 ÜTIX, durch den Hintritt dieses 71PJTI PLL erlitten, flehen wir allesammt zu dir Allvater:;p Pp'LPP „Hilf, o hilf uns Allgütiger, schone fürder der Väter und der Kinder, stehe uns schützend und schirmend bei,