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Der Israelit · 1890-05-08 · Heft 36 (8.5.1890) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 36 (8.5.1890)
Date
1890-05-08
Page
– (sequence 2)
Language
German
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(ty V»WWh'FSF. 646 kommen mußten, zu seinem Schwiegersöhne Moscheh sagte: -IL'X N2N2 'I D’n^Nn bD& 'n ^*u »o 'nyn» nny .□n^y ht „Jetzt weiß ich, daß Gott größer ist als alle Götter, denn das wodurch die Egypter gesündigt haben (das Wasser) vrby, das kam über sie." Wenn also die göttliche Eigenschaft “i.u:> mo nio ist, so sollte derjenige, der den göttlichen Namen im Geheimen entweiht, auch dafür im Geheimen seine Strafe erhalten; weßhalb will ihn der Thanna öffentlich bestraft wissend Betrachten wir endlich den Schluß unseres Ausspruchs: nnx DB>n Tjoa nnxi, so scheint uns dieser an den eigentlichen Spruch nur lose angeheftet, geradeso als wenn dem Verfasser dieser Gedanke erst nachträglich gekommen sei. Wenn es uns überlassen bliebe, die Gedanken des pnv in hebräischer Sprache wiederzugeben, so würden wir wohl sagen: yjnw tiö3 -INXI üjibq “inx nnm d’dp uw t^nan bz Bei Beginn dieser Abhandlung sprachen wir schon davon, daß mehrere Mischnah-Erklärer den Spruch, mit dem wir uns hier beschäftigen, als zu dem vorhergegangenen des Rabbi ■ Lewita gehörend betrachten. Versuchen wir zuerst eine Erklärung nach dieser Seite. Ein Zusammenhang scheint zwischen den beiden Sprüchen nach oberflächlicher Durchsicht nicht zu existiren. Mit wehmuthsvollen Gefühlen nehmen wir den vorjährigen „Israelit" und „Jeschurun" zur Hand, um die Erklärung von Rabbi Lewita's Ausspruch durch unseren leider so früh Heimgegangenen, allseits so tief betrauerten Freund -rcyn lrra: -itw nachzulesen. Wie steht dieses treuen Hirten Bild uns so lebendig vor Augen! Wohl Niemand mochte ahnen, daß der bedeutungsvolle Spruch tn;x ropnt? non, „denn die Hoffnung des Menschen ist der Wurm, der nach dem Tode an der Leiche nagt", der Spruch, den er im vergangenen Jahre noch im Vollbesitz seiner Geistes - und Körperkraft behandelte, seine letzte Arbeit über nnx ’pns sein würde! Der große Lehrer ys: entwarf in seinem Aufsätze das Bild eines Heldenkönigs, der selbst seine Gegner durch Güte und Milde in treue und ergebene Freunde umzuwandeln wußte. Er beschreibt, wie cs dem edlen Fürsten gelang, sich zu allen guten Eigenschaften noch diejenigen der Demuth und der Bescheidenheit zu erwerben und wie er, so ausgestattet mit allen Tugenden, das ewige Leben erhoffen durfte. Unbewußt schilderte der Meister sein eigenes Erdenwallen so treffend, wie wir es besser zu zeichnen nicht im Stande sind. In den lichten Höhen weilt jetzt die reine Seele des großen Mannes, der hieuieden so viel Gutes gewirkt, den Abglanz der göttlichen Majestät genießend. Möge sie ein Fürsprech sein für ganz Israel! □»Tin insa mns Uns aber geleite der Geist, in welchem er seine edlen Thaten vollbracht, auf unserem ferneren Lebeusgange. „Seid bescheiden und demüthig", ruft uns Rabbi Lewita zu und Rabbi Jochanan ben Berokah fügt die Bemerkung bei, daß selbst der kleinste Funke Hochmuth, der in dem geheimsten Kammern des Herzens aufglimmt zu dem größten Verbrechen, zu v^n b'bn führen kann; uicht nur den Muthwilligen, den an der schlimmen That mit Absicht Betheiligten, sondern auch den willenlos auf Irrwege Geleiteten bringt der Hochmuth, der einmal im Herzen Wurzel gefaßt, zur öffentlichen Bestrafung. Unwillkürlich erinnert mau sich hierbei an die Rotte Korach's. Stolz, Hochmuth, Selbstüberhebung prägten Korach die Gedanken ein, daß er eher wie jener Elizaphau ben Usiel berufen sei, Oberer der Lewiten-Abtheilung mp *ja zu werden. Mnthwillig wollte er sich der göttlichen Führung unter Moscheh entziehen und unter dem Rufe: „Denn die ganze Gemeinde ist heilig und in ihrer Mitte thront der Ewige", wußte er die Fürsten der Gemeinde, die zum Vorsitz Berufenen, sowie die Männer von Bedeutung für seine Umwälzungsideen und seine Revolutionspläne zu begeistern. Dieser Stolz, dieser Hochmuth bildeten den Schlüssel, mit dem der Erde Mund geöffnet wurde, und eine ganze Familie in Israel sank iu die Tiefe. Zweihundertfünfzig sonst edle Männer wurden verzehrt von dem Feuer, das vou Gott selbst ausging, Während sie sich mit der Darbringung von Räucherwerk beschäftigten. Stolz und hochmüthig sein, heißt □»□L» uw Wn nnoa, den Namen Gottes im Geheimen entweihen. Wenn man stolz ist auf die Thaten, die man vollbracht, wenn man hochmüthig auf das Vermögen hinweist, das man erworben, sprechend: vLw td mn ^Tin nx H ntyy »t, so leugnet man hierdurch, daß doch der größere Antheil am Erfolg der göttlichen Vorsehung zuzuschreiben ist und entweiht auf diese Weise den'göttlichen Namen.

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