Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 33 (28.4.1890)
- Date
- 1890-04-28
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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entsprechend ohne Abhandlung von Quellen und ohne das deutsch-hebräische Register. Ob man mit dieser Aenderung dem größer en Theil der Freunde des Buches entsprochen hat, wird die Zeit lehren. Wir glauben es nicht. Die typographische Ausstattung des Werkes entspricht den größten Anfordernngcn, die man an die Herstellung einer derartigen Arbeit stellen kann. Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen. Deutschland. Jugenheim, 16. April. Nach einer hierher gelangten Nachricht wurde unterm 1. l. M. Herr Michael Mandel, 32 Jahre alt, Sohn von August Mandel aus Dauendorf im Unterelsaß und Bruder des hiesigen Cantors Herrn R. Mandel zum Bürgermeister der etwa 8000 Einwohner zählenden Stadt Albuquerque in Neu-Mexiko (Amerika) gewählt. Freiburg i. Br., 17. April. In heutiger Strafkammer-Verhandlung wegen des Duells Salomon-Vering wurde der Student Bering, welcher seinen Gegner getödtet hatte, zu 2 Jahre 3 Monaten, die Mitglieder des Ehrengerichts zu 6 Monaten Festung verurtheilt. Stuttgart, 22. April. Es wird wohl selten der Fall sein, daß der „Israelit" aus unserer Stadt etwas Erfreuliches zu berichten weiß, hat doch hier die Reform eine solche Ausdehnung gefunden, wie kaum in einem anderen Orte Deutschlands. Wo solch religiöse Zustände obwalten ist die Einweihung einer neuen Seferthora ein besonderes freudenvolles Ereigniß, welches auch in weiteren Kreisen bekannt gegeben zu werden verdient. Herr Banquier Hermann Gutmann, ein echter Je hu di in des Wortes weitester Bedeutung, ließ bei dem bekannten Sofer Grünebaum in Fulda ein Sefer schreiben, und vergangenen Samstag wurde dasselbe im Betsaal der Religtonsgesellschaft festlich eingeweiht. Unserem Prediger und Vorsänger Herrn Abraham gebührt das Verdienst den Gottesdienst zu einem besonders erhebenden gestaltet zu haben, erhielt eine wohl durchdachte Rede, in welcher er in gedrängter Kürze auf die Bedeutung unseres Festes hinwies und im Namen der Gemeinde dem Spender Dank und Anerkennung aussprach. Nach dem Gottesdienst vereinigten sich die Mitglieder bei Herrn Gutmann, wo bei Becher, Gesang und Rede unsere Freude erneuten Ausdruck sand. 591 j Noch erwähnen möchte ich, daß die Schwester des Spenders eigenhändig ein prächtiges Mäntelchen stickte und damit eine Arbeit leistete, dessen sich auch ein Sticker von Fach nicht zu schämen hätte. Möge es Herrn Gutmann vergönnt sein, noch viele Jahre sein Interesse für das Judeuthum zu bethätigen. Rybnik Unser früherer Rabbiner Dr. Daniel Fränkel, der seit einigen Jahren von hier nach Breslau gezogen, wo einer seiner Söhne Universitätsprofessor ist, ist am 1. April im 68. Lebensjahre nach kurzem Leiden verschieden. Er war ein Schwiegersohn des sel. Berliner Rabbinatsassessors Rosenstein, ein wahrhaft gottesfürchtiger Mann und tüchtiger Pädagoge. Die große Anzahl seiner Schüler hing mit großer Liebe und Verehrung an ihm und wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren. n“yur\ Luxemburg. Luxemburg, 13. April. In seiner gestrigen Sitzung bewilligte der städtische Gemeinderath dem israelitischen Consistorium einen Beitrag von 10,000 Fr. zum Bau einer neuen Synagoge. Außerdem überließ er einen Theil eines öffentlichen Platzes als Bauplatz. DieGesammtkosten des zu errichtenden Tempels sind auf 125,000 Fr. veranschlagt. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Wien, 12. März. In der Sitzung der Schulkommission des Herrenhauses brachte der Eardinal- Fürst-Erzbischof von Prag Graf Schönborn eine von ihm sowohl, als auch von den Fürsterzbischöfen von Seckau und Laibach Johannes Zwerger und JacobusMissia unterzeichneteErklärung zurVerlesung, in welcher sie für die katholischen Kinder katholische öffentliche Schulen fordern und diese Forderung in fünf Punkten näher bestimmten, von denen wir den ersten als den auch die Juden am meisten treffenden Punkt hervorheben. Derselbe luutet: Die öffentlichen Volksschulen sind so auszugestalten, daß es den katholischen Kindern möglich gemacht wird, dieselben in der Regel ohne Vermischung mit Kindern anderer Confession zu besuchen. Wien, 13. April. Am ersten Pessachtage fand in alten Tempel Seitenstättergaffe die Barmizwahfeier des ältesten Sohnes des Freiherrn A. v. Rothschild, Baron Georg v. Rothschild statt. Der Feier im Tempel wohnten außer den Eltern desselben noch viele Vorstände und Honorationen der Cultusgemeinde und ein zahlreich andächtiges Publikum bei. Es war wirklich ein erhebender