Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 33 (28.4.1890)
- Date
- 1890-04-28
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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592 Moment und erfüllte jeden der Anwesenden mit Freude, als der junge Baron mit wohlklingender Stimme und trefflicher Nüancirung der Worte die Haftarah und die Berachot vortrug. So mancher unserer stolzen Geldbarone, die ihren Force darin setzen alles Jüdische abzustreifen, könnten sich an Baron v. Rothschild ein Beispiel nehmen. Nach dem Gottesdienste in der Synagoge fand ein Djeuner im Palais Rothschild statt, welchem die zu denselben geladenen Honorationen Oberrabbiner Dr. Güdemann, Dr. Jelinek, Cultusgemeindevorstand Baurath Stiaßny, Polizeirath Dr. Frankel, Ritter v. I. Boschan, Direktor des Taubstummeninstitut H. Heller, auch der Religionsprofessor Dr. Moritz Kanitz und der Obercantor Singer theilnahmen. Nachdem der junge Baron Georg eine kurze aber sehr herzliche Dankrede an seinen Eltern für die sorgfältige Erziehung, die sie ihm bis jetzt zu Theil werden ließen, gehalten und sehr schön das Nebarech leelokenu „gebenscht", wurde noch nach altjüdifchen Gebrauche die „Horachmaus" mit schöner ergreifenden Stimme recitirt, und damit diese schöne Feier beendet. Selbstverständlich wurden von Baron Rothschild im Tempel mehrere Tausend für Wohlthätigkeitsinstitute gespendet. Lö . . . (Wie uns von anderer Seite mitgetheilt wird, war der junge Freiherr persönlich in der hebräischen Buchhandlung von Schlessinger, um sich Talis, Tefillin, Kumesch und Gebetbuch zu kaufen. Red.) Asien. Beyrrrt. Die dahier von den Jesuiten herausgegebene, in arabischer Sprache erscheinende Zeitung „El Bachir" brachte jüngst einen Artikel, der sich mit dem Vorschläge der „isr. Wochenschrift" beschäftigte, eine von sämmtlichen Rabbinern Unterzeichnete Bittschrift an den Papst Leo zu richten, damit dieser durch ein päpstliches Edikt verkünde, daß alle die Anklagen gegen die Juden betreffs der Blutbeschuldigung unwahr seien. „Wir sind überzeugt," schließt der Artikel, „daß Papst Leo dem Gesuche kein Gehör geben wird; denn das Blutritual ist durch die allersichersten Beweise und Dokumente und durch zahllose Vorkommnisse, welche die Zeitungen berichtet haben und wahrheitsgetreu in Büchern mitgetheilt werden, ganz bestimmt erwiesen." Kaum hatte der Gouverneur Azis Pascha von diesem Artikel Kenntniß erhalten, als er an den Herausgeber des „El Bachir" folgende Note richtete : „Da Sie in Ihrem Blatte gegen die Israeliten eine Anklage erheben, welche von Grund aus falsch ist und deren Falschheit die Staatsbehörden anerkennen, da ferner dieser Artikel geeignet ist, Streitigkeiten zwischen den Bekennern der verschiedenen Konfessionen zu verursachen, so geht Ihnen hiermit der Befehl zu, die Herausgabe Ihres Blattes, „El Bachir", bis auf weiters einzustellen." Dies hat sich in der Türkei zugetragen, im „wilden und barbarischen Asien;" und bei uns, in unserem civilisirten und erleuchteten Europa? Wahrhaftig, Europa könnte bei Aziz Pascha in die Schule gehen. Wochen - Kalender. Donnerstag, i. Mai 11. Ijar ni"£n rwjjn Freitag, 2. Mai, 12. Ijar. Samstag, 3. Mai. 13. Ijar '1 n’ttnp nnx * Sabbat-Ausgang 8 Uhr 5 Min. (Mainzer Uhr). _Montag, 5. Mai, 15. Ijar »jty rvjynB Anzeigen. Me den folgenden Theil ist die Redaetion nicht verantwortlich. MrrMMllkn mit 50jähriger Vorausberechnung, auf eleganten entsprechenden Formularen werden kunstvoll in 3 versch. Sorten ausgeführt von Lehrer Mansbach, Karlsruh, Zirkel 30 in Baden. Von demselben werden auch ebenso feine mtO, ganz besonders zu Hochzeitsgefchenken geeignet in verschiedenen Weisen mit echter Goldschrist angefertigt. 2198 in tüchtiger junger Mann, 21 I. alt. sucht zum 15. Mai oder später eine Stelle als Eommis in einem Colonialwaarengeschäfte, Kost und Wohnung im Hause erwünscht. Gefl. Offerten unter Chiffre N. 338 bef. die Buchh. von A. I. Hofma««, Frankfurt a. M. (2288 Keirath. Eine Herrschaft sucht für ein Dienstmädchen, welches längere Jahre bei ihr dient, eine Partie. Dasselbe ist 30 Jahre alt, brav, fleißig u. häuslich, hat ca. 1000 M. und eine Aussteuer. Reflectirt wird auf einen strebsamen, fleißigen Mann, auch Wittwer, der eine Frau redlich zu ernähren im Stande ist. Frc.-Offerten unterH. 2203 an die Expedition d. Bl. erbeten. in Sohn achtbarer Eltern kann in unserem Manufacturu. Modewaaren- Geschäft sofort als Lehrling eintreten. Sabbat ist unser Geschäft geschlossen. Gudensberg. (2279 A. Hah« Söhne. Durchaus tüchtige Verkäuferin für ein Putz- und Modewaarengeschäft, Samstag und Feiertage geschlossen, für eine größere Stadt am Rhein gesucht. Offerten nebst Angabe bisheriger Thätigkeit an die Exp. d. Bl. nnter Nr. 2197 erbeten. in Mädchen, anfangs dreißiger, daß selbständig kochen und Haushaltung führen kann, sucht Stelle als Haushälterin oder bei einer kleinen, religiösen Familie. Eintritt, kann nach Wunsch erfolgen. Offerten erbittet man unter Nummer v. G. 2201 in der Expedition dieses Blattes erbeten.