Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 33 (28.4.1890)
- Date
- 1890-04-28
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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590 unentwegt der Erhaltung der Säulen des Judenthums geweiht war, der min, der miay, dem n^’oj non. — Die auch in diesen Blättern besprochene Schrift des Rabbiners Dr. Plato in Köln, d-iljjip cnn nyban, hat eine Entgegnung seitens des Herrn Wolff Dünner erfahren, die unter dem Titel minn moy (Frankfurt a. M. 1890. Brönners Druckerei) erschienen ist. Daß sich, wie in jener Schrift behauptet wird, eine Reihe bedeutender Poßkim in der Auffassung einer Raschistelle geirrt hätten, wird hier als irrthümlich nachzuweisen versucht, eine Kontroverse, die n^yo^ rü?n von der größten Wichtigkeit ist. Wer die Schrift 'ui Diwip gelesen hat, wird gut thun sich auch mit der Dünners bekannt zu machen. — Seitdem der Maskir von Dr. Steinschneider cingegangen, besteht für die rasche Vermittelung der jüdisch-wissenschaftlichen zeitgenössischen Literatur eine tief empfundene Lücke. Diese sucht jetzt Rabbiner Dr. N. Brüll zu Frankfurt a. M. durch Herausgabe des „Central-Anzeiger für jüd. Literatur" (Frankfurt a. M. Brönners Druckerei) auszufüllen. Wir entnehmen dem programmatischen Theil der vorliegenden ersten Nummer, daß das Blatt alle zwei Monate erscheinen und enthalten wird: 1. Verzeichniß resp. Besprechung der sämmtlichen neu erscheinenden Schriften der jüdischen und und hebräischen Literatur. 2. Verzeichniß von Abhandlungen und Aufsätzen, die das Judenthum nnd seine Wissenschaft betreffen, aus der allgemeinen Bücher- und Zeitschriften-Literatur. 3. Anzeigen von Bücherkatalogen und Mittheilungen über Buchhandel und Bücherwesen. 4. Literaturhistorische Abhandlungen und Misccllen. Das Blatt ist im Format des Maskir gehalten und erinnert so schon äußerlich daran, daß es dessen Thätigkeit fortsetzen will, und der Inhalt überzeugt uns auch von diesem Willen und Können. Es ist selbstverständlich, daß die Kritik bei einzelnen angczeigten Büchern nur in ganz kurzen Bemerkungen bestehen, daß bei einzelnen nichts weiter als die Anzeige des Titels gegeben werden kann, und daß da, wo die Kritik zu einer größeren Inanspruchnahme des Raumes sich gezwungen sieht, dieselbe sich nur aus kurzen Hinweisungen, die dem Gelehrten aber hinreichendes Material zur Prüfung bieten, zusammensetzt. Der Herausgeber hat es sich aber mit seiner Aufgabe nicht leicht gemacht; er hat genau gelesen und die meisten Bücher mit einer Fülle von gelehrten Bemerkungen begleitet, die sowohl seine Gewissenhaftigkeit wie seine bedeutende Gelehrsamkeit — die allerdings nicht erst jetzt sich erweist — und Unparteilichkeit bekunden. Die Schriften sind nach folgenden Rubriken eingetheilt: Periodische Literatur, Einzelschriften, Kataloge; dann folgen noch Miscellen und Anzeigen. Woran wir aber Anstoß nehmen, ist die scheinbare Systemlosigkett, welche in der Rubrik der periodischen Literatur hervortritt. Wir wissen wohl, daß nicht alles auf einmal kommen kann; da aber dies nicht möglich ist, so begreifen wir nicht, daß bei der Aufzählung der in deutscher Sprache erscheinenden jüdischen Blätter nicht das Prinzip der Ancienität gewahrt ist. Daß außer der „Allg. Ztg. des Judenthums", welcher nach ihrem Alter der erste Platz gebührt, nur die „Jsr. Wochenschrift" mit ihren Beilagen und das „Jsr. Gemeindeblatt" genannt sind, während der „Israelit", nach der „Allgemeinen Zeitung des Judenthums" das älteste Blatt in Deutschland, nicht erwähnt ist, finden wir nicht in der Ordnung. Wir sind sicher, daß dieses Blatt und die „Jüdische Presse" noch ihre Stelle finden werden, aber hier Hütte das ältere Blatt nicht übergangen werden dürfen. Wir nehmen nicht an, daß eine tendenziöse Absicht diesem Verfahren zu Grunde liegt, wir halten es für ein Versehen und haben in diesem Sinne auf dasselbe aufmerksam gemacht. — Der Katalog des antiquarischenBücherlagers XV von I. Kauffmann in Frankfurt a. M., der soeben erschien, enthält 2102 Nummern Hebraica und Judaica, worunter höchst seltene und und interessante sich finden. Auch sind einige Manuscripte genannt, von welchen wir Nr. 1264, Jonath. Eibeschütz' Erklärungen zum Pentateuch und den Festabschnitten, von einem Schüler niedergeschrieben, und Nr. 1268, das unter anderen einen Brief des Rabbiner Arje Löb b. Jsaac in Rechnitz, enthält, in dem dieser sich gegen die Anschuldigung, Bekenner des Sabbatianismus zu sein, vertheidigt. Auch sei noch auf eine Reihe jüdisch-deutscher Schriften (Nr. 936—972) wegen des kultur-historischen Werthes vieler derselben (z. B. Nr. Nr. 939, 942, 951, 955, 956, 965, 966, 969) aufmerksam gemacht. _ Wilhel m Geseuius. Hebräisches und Aramäisches Handwörterbuch über das alte Testament. Bearbeitet von F. Müh lau und W. Volk. Mit Beitr. von Dr. D. H. Müller, Leipzig F. C. W. Vogel 1890. Mk. 15. Die vorliegende Auflage weist, wie die Herausgeber im Vorwort bemerken, keine wesentlichen Veränderungen im Verhältnißzur 10. Auflage auf,sondern nur eine Reihe Verbesserungen und Zusätze. Die bekannt gewordenen Kritiken wurden geprüft und benutzt. Die neue Auflage erscheint einem dem Verleger von verschiedenen Seiten geäußerten Wunsche