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Der Israelit · 1890-04-28 · Heft 33 (28.4.1890) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 33 (28.4.1890)
Date
1890-04-28
Page
– (sequence 4)
Language
German
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als ehrenvolle Anerkennung seiner treuen Dienste und eifervollen Pflichterfüllung ein Paar schwere silberne Leuchter. Mit der Abstattung der Glückwünsche des Verbandes der Synagogen-Gemeinden Ostpreußens, wurde der Nestor der ostpreußischen Beamten und langjähriger Freund des Jubilars, Herr Tonn, Allenstein beauftragt, welcher dieses Auftrages in einer der Feier und der Verdienste des Gefeierten angemessenen Ansprache sich entledigte. In derselben schilderte er den Jubilar, als den unermüdlich und segensreich wirkenden Beamten, den pflichteifrigen Lehrer und treuen Hüter der väterlichen Religion und Sitte. Herr Cantor Karo, Allenstein gratulirte im Namen aller Nachbarcollegen. Tief ergriffen von den vielen Beweisen der Liebe und Hochachtung, die dem Jubilar entgegengebracht wurden, sprach derselbe gerührten und bewegten Herzens zunächst seine Dankbarkeit gegen Gott aus, der ihn diesen Tag erleben lassen und gegen seine Gemeinde, die ihm diesen Freudentag bereitet hat, unter Anwendung der Schriftstelle (5 B. M. Cap. 26), und im Rückblicke auf seine Vergangenheit, gedachte er der ihm von Gott verliehenen Wohlthaten, wie er, gleich dem Stammvater Jacob, mit seinem Stabe über den Jordan gezogen und Hierselbst zu zwei Lagern geworden. Als das erste Lager bezeichnete der Redner seine liebe Familie, die er hier erworben und als das zweite Lager seine treue Gemeinde, mit welcher er seit einem Vierteljahrhundert in Eintracht und Friede lebe. Auch der Frauenverein, den Herr Stnrmann vor 12 Jahren ins Leben gerufen, bezeugte seine Dankbarkeit und Verehrung durch Spendung eines schönen Talars. Den Schluß der sehr erhebenden Feier bildeten die sinnreichen Worte, welche der älteste Sohn des Jubilars gesprochen hat. Möge es Herrn Sturmann beschieden sein, noch viele Jahre in voller Kraft und ungeschwächter Gesundheit seines Amtes zu walten, zum Segen seiner Gemeinde und zur Ehre des Judenthums. T . . Frankfurt a. M. Der Israelitische A l m o s e n k a st e n hat im verflossenen Jahre 8000 Mark mehr ausgegeben als er eingenommen hat und fast den Reservefonds erschöpft. Im Ganzen vertheilte er an 421 Familien und Einzelne Mk. 69,071 oder 5900 Mk. mehr als im Vorjahr, ferner aus dem Extrafonds des Herrn Georg Speyer 2000 und aus der Hecht'schen Stiftung 1000 Mark. Zum Capitalfonds schenkte Frau Elias Fuld, geb. Hecht in Amsterdam, zum Andenken an ihren verstorbenen Gatten 5000 Mark. An Stelle des verstorbenen Pflegers Herrn M. Goldschmidt-Kirchheim wurde Herr Carl Rothbarth gewählt. Straffburg i. E. Für die Wittwen und Waisen der reichsländischen Rabbiner und sonstigen Cultusbeamten ist eine Pensionskasse begründet worden, zu der der Präsident des Consistoriums für Oberelsaß, Herr Lautz, durch eine Spende von 5000 Mark den Grundstock legte und die Regierung einen jährlichen Zuschuß von 2000 Mark beitragen wird. Ans dem Unter-Elsaff, 13. April. Am starb zu Straßburg der Oberrabbiner Arnaud Aron im Alter von 83 Jahren; 56 Jahre hatte er sein hohes Amt — er war auch zugleich Präsident des Consistoriums von Unterelsaß — verwaltet. Am ersten D"nn, fand die Beerdigung statt. Eine nach Tausenden zählende Menschenmenge begleitete diesen Leichenzug, nachdem im Sterbehause Herr Rabbiner Levy aus Oberehnheim, der Senior aller Rabbiner des Landes, Worte des Dankes und Verehrung seinem ehemaligen Mitschüler nachgerufen. Wir dürfen nicht klagen und nicht trauern in dieser festlichen Zeit, begann der Redner, doch können wir nicht scheiden von einem so hohen Gelehrten und berühmten Manne, ohne vorher unseren Gefühlen Ausdruck gegeben zu haben. Auf der damaligen jüdischen Hochschule zu Mannheim, wo der Verblichene mit dem Redner zu den Füßen des sel. berühmten Ettlinger^": gesessen hatten, habe ersterer Schärfe des Geistes bekundet, wodurch er die Aufmerksamkeit der damaligen Gelehrten auf sich lenkte. Nachdem der Verblichene nur einige Jahre als Rabbiner im Oberelsaß wirkte, wurde er, ohne das gesetzliche Alter erlangt zu haben, 28 Jahre alt, Oberrabbiner zu Straßburg. Besonders hob der Redner die Treue des Dahingeschiedenen hervor, die er namentlich bei der Belagerung der Stadt bewies. Die gefährlichen Geschosse nicht scheuend, sei erden Unglücklichen zu Hilfe gekommen, auch sei er dreimal des Tages in das Gotteshaus geeilt, um den Frieden vom Allmächtigen zu erflehen. — Der Leichenzug begab sich dann in die Synagoge. Die Mädchen der Waisenanstalt und die Knaben der Handwerksschule eröffneten den Zug, dann folgte der Gesangverein „Lyra" und sämmtliche Rabbineu des Unterelsaß in ihrer Amtstracht. Der erste Synagogendiener trug ans einem Sammetkissen die hohen Orden des Verstorbenen. Die Mitglieder des Consistoriums und der Vorstand der isr. Ge-

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