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Der Israelit · 1890-04-24 · Heft 32 (24.4.1890) · page 22

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Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 32 (24.4.1890)
Date
1890-04-24
Page
– (sequence 22)
Language
German
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w TM yw jw*«1 w", 578 haben. Das ift fein Triumph; aber dieser Triumph darf uns niemals täuschen, es muß vielmehr der Hergang stets wach in uns erhalten bleiben und stets ilt UNS bewußt seilt, um welches Gut und für welche Wahrheit unsere großen Vorgänger gelitten und endlich gesiegt hatten. Die alte Ausgabe ist geblieben, sie findet im Prophetenwort einen energischen Ausdruck: ~cp nn '"i nci mc hd din -p T:n .Tp^s ay naP y:ym non panw mtpy en o Dir, o Mensch, ist kund gethan, was gut ist, was Gott von Dir fordert: Einzig und allein: Rechtthun, Liebe zum Wohlthun und einen bescheidenen Wandel mit Gott. Der Prophet fordert also, das; alle Kräfte für min, n"J und ,HNT einzusctzcn seien, daß wir dafür tu steter Kampfbereitschaft zu bleiben haben. Wenn wir öfters von Kampf, der zu führen, gesprochen, so meinen wir natürlich nicht die häßliche Seite desselben, etwa daß man voil Händel suchen, rechthaberisch auftreten, Zwist ins Gemeindeleben oder in die Familie herumtragen solle, sondern wir reden von einem uns aufgcnöthigtem Kampfe - es galt bisher einzutreten für die Erhaltung der herrlichsten Güter, es war ein Vertheidigungskampf, und diesen hat L. geführt als ein Dictat des DDL'Q rwy! mit Ausdauer, Kraft und Geist für Befolgung — cs erläutern ja die Weisen ms^y DCK'O mit H — Ausübung und Bethüligung der arna — des Gesetzes. Zu dem DDttfD mti'y gesellte sich bei ihm in schönster Weise das "cn nariN'! Meine Brüder! mit mißtrauischen Blicken betrachten wir die Gefälligkeit oder Gabe, wenn wir nicht überzeugt sind, daß sic mit gutem, licbwarmen Herzen geleistet worden; wir fürchten, daß das, was uns gewährt und gereicht, nicht mit edler, hingebender Gesinnung geschehen sei. Ter Prophet sagt deßhalb nanN (es steht ja nicht “Dn rvitt’y) und legt den Nachdruck auf die Gesinnung, mit ^welcher eine Liebesthat zu üben ist. Aber ltoch ein Anderes liegt in dem „Liebe zur Tugend, Milde!" Weil gar Mancher sich bereden dürfte, wenn ich nur die Tugend liebe, so bin ich schon gut und tugendhaft; daß das nicht genügt, zeigen unsere Weifen dadurch, das; sie ~Dn nanN erklären' durch: cmon 1* und damit wird nicht allein das gute Herz, sondern auch die gute Thal hcrvorgehoben. Nun, für gute, edle Thaten hat der Heimgegangene stets seine Stimme laut und nachdrücklich erhoben und unverdrossen für die jüdische gcsinnungStüchtige Liebesthat Zeugniß abgelegt und davon nicht gelassen sein Leben laitg, daran ließ er nicht mäkeln und rütteln und oft hat er dadurch angestoßen und sich Gegner geschaffen; denn die Wahrheit ist eckig, nicht Jedermanns Sache. Er aber war ein Feind der Täuschung, Lüge und Zweideutigkeit. f'L' uamn nCN n"Dpn Das Siegel Gottes ist die Wahrheit und ein solcher Siegelbewahrer Gottes ist er gewesen. Von seinem ersten Auftreten bis zu seinem letzten Athemzug hat er diesem Grundsatz — oft mit scharfen Waffen — treu und wahr gedient. Wo es aber möglich war, da ist der ganze Zauber seiner wahren Persönlichkeit in den Vordergrund getreten, die hingehende, treue, menschenfreundliche Liebenswürdigkeit. Wer von Ihnen, meine Brüder, war nicht entzückt, weint es ihm vergönut war,"mit ihm zu reden, mit ihm zusammen zu sein. Milde und Sanftmuth umstrahlte ihn und bezeugte das echte Wesen eines iTn, der alle Leidenschaft niederzuringen weiß, und mit Recht sagen unsere Weisen im Hinblick auf das Leben unseres großen Lehrers Moses: piDi r:yi Dam mpy maj *?y inratp mwo n"apn i'N HSj’DD „Der Abglanz der göttlichen Herrlichkeit findet seine Stätte nur in einem Manne, der stark d. h. der als Held — rnaz — sich im Kampfe des Lebens bewährtnnd sich zu besiegen versteht, der da ist reich — mtny — sich unabhängig Jedermann gegenüber erhält, der da ist ein — Dan — Weiser. Andere mit seinem Wissen beglückt und Alles dies in Bescheidenheit au den Tag legt. -- Ja Dr. Lehmann ‘■■"'ii war ein Held, ein Held des Geistes, er war aber auch ein Held an seiner eigenen Person, er hat zu bekämpfen gewußt alle die trüben Leidenschaften, die das menschliche Leben verunzieren. Er hat zunächst den Kampf mit sich selbst bestanden und sich gekräftigt, er hat getrunken aus dem Born der'Weisheit uitd geschöpft mit vollen Zügen an dem Quell jüdischer Wissenschaft. Das hat ihn erletichtel und ihn gemacht zu einem msyy und cna hervorragend an Wissen und Weisheit. Er war eine Leuchte, eilt Lichtträger - D’Dan my msa er hat nicht nur das große Volk entflammt, begeistert, erleuchtet und erwärmt, sondern ganz besonders Jünger herangebildet und auch Mitkämpfer angeregt. Also auch auf diesem Gebiete hat er Herrliches geleistet. Dazu hat ihn seine umfassende, allgemeine Bildung und sein tiefes rabbiuisches Wissen, das er immer mehr zu vertiefen vestrcbt gewesen, seine glückliche Auffassungsgabe, sein klarer durchdringender Geist und sein eisenfestes, treues Gedächtniß befähigt. Dieses sein Wissen hat er verwcrthct nicht nur nur im Dieitste der myripn nmn, sondern auch im Dienste der Menschheit. Aber auch hierin hatte er seine eigene Auffassung, die in der That die richtige ist. Ich habe seit fast 20 Jahren das Glück gehabt, in seiner nächsten Nachbarschaft dasselbe Amt zu begleiten, das er in so glücklicher Weise hier verwaltet hat. In dieser langen Zeit bin ich mit dem lieben Freunde, mit dem treuen Genossen, mit dem Theilnehmer an allen Freuden, aber auch an allem Leid, häufig zusammcngckommen. In Gesprächen hat er oft sein Befremden darüber geäußert, das; man im Judenthume heute so oft die jüd. Eigenschaften, deren ein geehrter Redner vorhin erwähnt hal, betone, daß wir D’Jtt^’a, □non 'Prnz D'jDnn, das; wir gute, edle, brave, bescheidene, wohlthälige Menschenfreunde seien. Wohl wahr, das ist aber nur e i n Strahl, der da leuchtet in dem Ruhmeskranz des Judenthums, aber wehe uns, meine Brüder, wenn man einseitig diese Tugend, diese Menschenliebe hcrvorhebt und darin den Inhalt des Judenthums erblicken zu dürfen glaubt, das wäre, so meinte Dr. Lehmann a"j,’T, ein großes Unglück für uns. Es gibt ja viele hochherzige Menschen, die auch diese Tugend pflegen und nicht dem jüd. Volke angchörcn. Wollen wir denn für uns das Prärogativ in Anspruch nehitten, daß wir die Wohlkbäker xar seien? Gewiß nicht. Wir wollen in genannter Beziehung wohl in dem großen Völkerconzert eine Stimme haben, das ift wahr. Aber das, worauf es bei n"J! bc i uns ankommt, wodurch unsere Menschenliebe sich auszeichet, das; nicht einseitig genommen und geübt werden darf, sondern zu dem jüd. Dreiklang gehört: n"Ji mny ,rrm Nur das m, die Menschenliebe, ift die vollwerthige, die auf dem Bodeu der jüd. Wahrheit, auf dem Boden des Gottesgesetzes erblühet; ohne diese Voraussetzung stellen wir das persönliche Belieben an Stelle de? geoffcnbarten Gottesgesctzes und diese Auffassung von “iDfl nanN, diese Liebe zur Meuscheulicbe hat Or. Lehmann als die allein wahre erkannt und sie hat er gesogen aus der hl. Gotteslehre. Von diesem Stand-

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