Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 32 (24.4.1890)
- Date
- 1890-04-24
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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560 dieselben demnächst in Extra-Beilagen zu diesen Blättern veröffentlicht werden.*) Beide Redner drückten zum Schluffe den Wunsch aus, dem auch wir uns voll und ganz anschließen, daß die Religionsgesellschaft bald einen dem großen Verstorbenen würdigen Nachfolger an ihre Spitze stelle, der thatkräftig die Gemeinde nach den Intentionen Di-. Lehmann's ^"sn auch fernerhin leite und führe orvas^ sy ibw orvas^ nst uw. Herr Cantor Oppenheimer brachte zwischen den beiden Reden das G’iam xbn hx mit seiner wundervollen Stimme in tief empfundenen Vortrag zum vollen Ausdruck. Karlsruhe in Baden. Wieder fügte es sich, das um-inpr, meiner Reiseobliegenheiten ledig, im Kreise meiner lieben hiesigen Verwandten feiern zu können. Diese Festesfeier erreicht bei mir immer ihren Gipfelpunkt, wenn sich mir gleich Gelegenheit bietet, einer Religionsprüfung anwohnen zu können und ganz besonders einer solchen von Kindern orthodoxer Eltern. Denn bei diesen, deren Herzen im fruchtbaren Boden eines religiösen Hauses wurzeln, brauchen die Lehrer den Samen unseres heiligen Glaubens nur gewissenhaft und geschickt auszustreuen und er geht, vom göttlichen Segen beglei» tet, herrlich auf, indem der Lehrer nicht auch zugleich einen schweren Kampf mit hemmenden Verhältnissen aufzunehmen hat. Das von Natur gläubige Kindesherz lauscht begierig und freudig auf jedes Wort des Lehrers und im Elternhaus, wo es die praktische Anwendung des Erlernten regelmäßig vor Augen sieht, wird seine Glaubensinnigkeit immer mehr und mehr gestählt, n i e belächelt und bespöttelt. Trotzdem kann es hie und da Vorkommen, daß, wie ein Blitzstrahl im Nu die sorgfältig gepflegte Saat des umsichtigen, fleißigen Landmannes vernichtet, auch manches jüdische Herz, vom Schlage des Unglaubens getroffen, der Eltern und des Lehrers Müh und Sorgen dahinrafft.^Auch kann dann und wann der bejammernswerte Fall eintreten, daß das Unkraut des Zweifels uud das Ungeziefer des bösen Beispiels mancher Alters- und Schulgenossen, oder das Mißverstehen nicht sehr empfehlenswerter Bücher und Flugschriften die schöne vielversprechende Saat angreift und der Eltern und des Lehrers paradiesische Hoffnungen untergräbt, ebenso wie es leider nicht selten geschieht, daß der der Schule Entwachsene, fern vom Elternhause, *) Nachträglich erfahren wir, daß auch Herr Dr. med. Mayer , Nürnberg, an der Bahre des Verstorbenen im Trauerhause demselben einen warmen Nachruf widmete. Wir bedauern es, daß wir, der wir aus religiösen Gründen im Trauerhause nicht anwesend sein konnten, nicht früher hiervon informirt wurden. vom Wurme der Versuchung benagt wird und allmählich das bis dahin reine und starke Herz knickt uud krank macht. Auch von der religionsfeindlichen Epidemie der Selbstsucht mit ihren sclbsttödtenden Höllengcburten: Genuß- und Vergnügungssucht, im Verein mit Dünkel, Hochmuth und Größenwahn, deren Devise rupy >t osnyi to rvn b’nn ns 'b „m eine Geistes- und Körperkraft hat mir alles dieses errungen", lautet — werden gegenwärtig, von einer falschverstandenen Nachahmungssucht ergriffen, manche jüdische Herzen befallen uud dem Väterglauben entfremdet. Aber gedeihen Viele und machen dem Judenthume, den Eltern uud Lehrern und der Menschheit Ehre und Freude und wachsen zum Ruhme Gottes, zum Heile der Welt heran. Darum gehe ich freudig zu jeder Religionsprüfung unbesorgt und unbekümmert, ob jeder dort geprüfte Schüler uud jede Schülerin die spätere Lebensprüfung mit Ehren besteht. Nicht jede Vlüthe entwickelt sich zur erhofften Frucht und nicht jede Frucht bleibt vom Wurmfraße frei. So ging ich denn nach vollendetem Festnachmittagsgottesdienst in den hinter;ben Beträumen sich befindenden Prüfuugssaal der isr. Religiousges., der schon vor dem Eintritt der Examinanden und Exeminatoren mit sich für natPD und sidji interessierenden Zuhörern ziemlich gefüllt war. Uud ihre rege Theilnahme wurde reichlich belohnt. Die Zöglinge der obern Klassen, Schüler des Austaltsdirectors, des Rabb. Hr. Dr. Schiffer '"j* trugen aus nVjo 'ö aus verschiedenen D’pnc mit richtigem Verständniß und echter Religionsinnigkeit das im abgelaufenen Schuljahre Erlernte mit muüia und ebenso die der obersten Klasse verschiedene s-,!2)-Stellen aus nrana 'dd mit niEDini '"eh vor. Den Schluß bildete die Prüfung aus inp Tis'p über die nnr Vorschriften. Ein noch viel zahlreicheres Publikum füllte die fast zu engen Räumen am 7. morgens von 8V2 bis 121/* Uhr, wo die 4 unteren Klassen der Schule geprüft wurden. Die Schüler, Knaben und Mädchen, beinahe 80 an der Zahl, entwickelten ein so schönes Wissen im Uebersetzen von »»in, rövn und D’N'DJ verbunden mit grammatikalischen Erörterungen uud Entwickelung religiöser Lehren und eine schöueKenutniß der biblischen und nachbiblischen Geschichte, daß es fast räthselhaft scheint, wie es dem Leiter der Anstalt, dem verehrungswürdigen Rabbiner Herrn Dr. Schiffer »"j im Verein mit nur 3 Lehrkräften gelungen, in den wenigen Stunden eine so anerkennenswerthe Gewandtheit im jüdischen Wissen zu erzielen. 76 Kinder lasen nicht nur ziemlich geläufig mit dem rechten Accent, — sie übersetzten auch schon ganz yöff, yjmn niro, natwa no