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Der Israelit · 1890-04-21 · Heft 31 (21.4.1890) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 31 (21.4.1890)
Date
1890-04-21
Page
– (sequence 19)
Language
German
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555 Kurzem zu mir gesprochen, in Deinem Sinne will ich von dir scheiden. Vor etwa 14 Tagen da sagte ich zu ihm: „Daß du so leiden mußt," und er erwiderte mir: ’2 '1^ mn non Ü/iy1? ’2 21D „Danken wollen wir Gott, denn Er ist gut, denn ewig währet Seine Güte. Tinn '"MP 'n Tnt:' DIEN P TO’D ’2 Ich stelle mir Gott stets gegenüber, ist Er zu meiner Rechten, da wanke ich nicht. '2 *2N 22E1L2 ■p ’D’Dn Bewahre mich Gott, denn ich vertraue auf Dich." Und Gott hat ihn bewahrt. Wie Jemand, der eine seltene Kostbarkeit besitzt, sie nicht von sich läßt, sie zu sich nimmt und sie in seiner nächsten Nähe aufbewahrt, so hat Gott das Kleinod dieses Körpers, seine reine Seele, zu sich genommen und bewahrt sie nun an dem Throne seiner Allmacht. Und wir? Wir können nur reden mit dir, Vater: 21D '2 '12 H\"l non üpijp '2 „Danken wollen wir Gott, denn Er ist gut, denn ewig währet Seine Güte". III. vr. jBiHtS §. Kondi, Neffe des Dahingeschiedenen. Ter Vorstand der israelitischen Religionsgesellschaft har mir den ehrenvollen und schmerzlichen Auftrag ertheilt, seinen Empfindungen und dem, was sich an sie reiht, an dieser Stätte Ausdruck zu geben. Zu mächtig tobt der Schmerz in unserem Herzen und zu gewaltig ist das Leid, das uns alle und besonders die Genossen der israelitischen Rcligionsgesellschast erfüllt, als daß wir den unersetzlichen Vertust zu erfassen vermöchten, den wir erlitten, als daß wir zu begreifen vermöchten, was für einen Schatz, reich an seltenen Eigenschaften und an glänzendster Begabung, wir verloren haben. Nur das steht uns in diesem Augenblick klar vor Augen, daß es Gottes Gnade war, die uns, der israelitischen Religionsgesellschaft in Mainz, das Glück verliehen hat, diesen Mann, dessen Wort und Name weit in der Welt gehört wurde, ihren Führer, ihren Leiter nennen zu dürfen. Stolz auf diese Gnade, an Wehmuth satt und von Schmerz erschüttert, legt die isr. Religionsgesellschaft an der Bahre des herrlichen Mannes ihren Tank nieder für die unermüdliche Führung und Leitung seiner Gemeinde, für die rastlose Sorge und Mühe um die Entfaltung und den Fortschritt und das Aufblühen dessen, was ihm anvertraut war. Und die isr. Religionsgesellschaft thut das Gelöbniß an dieser Stätte: Der Kampfesmuth und die Begeisterung, mit denen er allezeit an unserer Spitze gestanden, sie,sollen ein Vorbild sein für uns für die kommende Zeit. Fortwandeln wollen wir auf den Wegen, die er vorgezeichnet, seine Grundsätze, die er stets und kühn vertreten, wir wollen sie mit derselben Kraft, mit demselben Feuer, derselben Aufopferung Hochhalten, weiterpflegen das, was er gepflegt, was er zur Höhe gebracht, weiterfördern, daß es wachse und immer gewaltiger?werde und immer weitere Kreise ergreife, sodaß sein Werk ewig und dauernd ist, daß unsere Religion, wie sie altüberliefert ist, eine unvergängliche Stätte in unserer Gemeinde habe. nEntCM nt^ 122' vrn n’2 22 D2TIN1 Diesen schmerzlichen, diesen herben Verlust beweint ganz Israel, nicht blos der engere Kreis seiner verwaisten Gemeinde. So maßlos das Leid um ihn gerade für sie sein muß, so kraftvoll muß gerade sie sich zu lebendiger, erhaltender, fördernder That emporraffen. Auf ihrem Panier stehe leuchtend sein Losungswort: Fortschritt für den wahren Jehudi gibt es nur an der Hand treuesten Gortesglaubens. IV. vr. Hildesheimer. Es ist soeben von Joseph die Rede gewesen; ich will an die Geschichte Josephs anknüpfen. Es wird uns, als Jakob seinen Sohn für gestorben hielt, erzählt, '2 iCNp cmnr6 icru1? rruo ^21 vj2 22 I!2j2"! V2N lfiN *p’i r&NtP Pn ’J2 Pn Tin, hierzu bemerkt »"an: btt bedeute so viel wie by. — Der traurige Anlaß indessen, der mich hierhersührt, hat mir eine andere Erklärung dieser Stelle eingegeben: Früher hat man bekanntlich in Kellern begraben, in sogenannten s'2'2, einer Art Katakomben tief unter den Wohnungen. - Es ist der Lauf der Natur, daß der Vater vor dem Sohn sterbe. Wenn der Sohn vor dem Vater stirbt, so ist das ein besonderes, ein doppeltes Unglück. So hat Jakob, der den Joseph für todt hielt, geklagt, daß er in die Gruft, in eine von denen, wie sie die s'212 waren, hinabsteigen müsse, 7pNL7 Pn ’J2 btt, um seinen Sohn zu beklagen, entsprechend den cncn by ppis. So klage auch ich bei dieser Gelegenheit! — Ter theure Dahingeschiedene war einer meiner ersten Schüler, ein Schüler, auf den ich jeder Zeit stolz war. Der Verblichene war mir durch verwandtschaftliche Verhältnisse verbunden, er war es aber auch — und das schätze ich weit, weit höher noch — als mein Schüler und darum als mein innigst geliebter Sohn. Und nun muß ich zu ihm hinabsteigen, ich muß erleben, zu meinem lieben Sohne hinabsteigen zu müssen! Es ist heute schon mehrfach, im Traucrhause und auch hier, auf die im dieswöchentlichen Wochenabschnitte erwähnten Worte rv2 22i '-| »pp 2L7N HSTiCST nN 122' l2N'X” hittgedeutet worden, speziell auch auf jenen von angeführten an“D: ■p *N ’2 IN USD TI'TII DlpD 2LT 1'p1!22 W2.1 ttHpn’K' TTD JH2 “1D01 ’JED C2P"U Dilti' ’JN HiNH VtfiOJ/ Und von meinem Vorredner ist bereits die Schwierigkeit berührt worden, es sei hieraus noch nicht erwiesen, daß Nadab und Abihu größer seien, als Moscheh und Aaron, sie könnten auch gleich groß sein. In der That aber ist eine gute Begründung für diese Auffassung gleich am Anfang dieser traurigen Begebenheit enthalten. Suchen wir zuerst einen Midrasch im Anfang von nn zu verstehen. Tort heißt es “t^Nn "iNtPro nimnn nvtr2 “iNam rwa »m Was ist hier das rerttum comparationis? Hierauf hörte ich einmal eine schöne Erklärung: Betrachten wir die Ausdrücke der Schrift, und wir werden die Gedankenverbindung begreifen. Elimelech war gestorben, übrig blieben Noami, 2 Söhne und 2 Schwieger-

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