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Der Israelit · 1890-04-21 · Heft 31 (21.4.1890) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 31 (21.4.1890)
Date
1890-04-21
Page
– (sequence 10)
Language
German
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546 V i .wauj^ uiJijy ww»mim:» u^y er wurde 66^2 Jahre alt und starb kinderlos — ein Gottesdienst im wahren Sinne des Wortes und dem lein Gewerbe und sein Vermögen erst in zweiter Linie lieb und theuer war, endete im Gotteshause während des Abhaltens einer Jahrzeit als Vorbeter und Vorleser aus der Thora und m dem bedeutungsvollen Gebete bm irsV toi. Von armen Eltern geboren, früh verwaist, hat er sich durch seine Händearbeit, durchdrungen von dem Worte unserer Weisen na rrosDP raabo nbrui rrbjn zum Wohlstände emporgearbeitet, für seine Mutter und jüngeren Geschwister gesorgt, in Gemeinschaft mit seiner tugendhaften, gottesfürchtigen Gattin, die ihm fast 43 Jahre zur Seite gestanden, viele Waisen aus der Verwandtschaft und Kinder ärmerer Verwandten erzogen und verheirathet, und sich so bei Lebzeiten, ein Denkmal ewiger Erinnerung gesetzt. Wie sah man ihn oft laufen zu jeder ms» nm groß oder klein, wie oft hat er seine dringenden Berufsgeschäste verschoben, wegen Gemeindeangelegenheiten non mpDynn oder ovnn mpa mxD, oder wegen Geldsammlungen für mir, m u. a., wie hat er als jahrelanger Vorsteher oder Repräsentant das Recht der ehrlichen Cultusbeamten wahrgenommen, sie gegen jede Unbill geschützt und als wahre Freunde betrachtet. Durch eisernen Fleiß und Selbstbelehrung, von Kindheit an hat er es zu einem yn'iN m «nip bin und echten bin nbsn gebracht und täglich sah man ihn lernen nviv 'iLO und yv, mxa und *^;,n mit *p"n und wie er sich in jungen Jahren von seinem Seelenfreunde -pna 'n Sturmann b"y: belehren ließ, so verschmähte er es nicht von dem jetzigen Kantor Herrn Lubowski weiter Lehre anzunehmen, und lernte mit ihm täglich ein nrjtyo niM. Der „Israelit" und die „jüdische Presse" waren seit ihrem Bestehen seine liebste Lektüre, deren wöchentliches Erscheinen er mit Sehnsucht entgegen sah. Unsere p"n, die seit etwa 45 Jahren besteht, hat er als junger Mann mitbegründen helfen, hat derselben bis zu seinem Ende in seltener Hingabe als erster Vorsteher vorgestanden, und man kann wohl ohne! Uebertreibung sagen, daß ohne seinen Beistand keine jüdische Seele hier die sterbliche Hülle verlassen oder diese ohne ihn zur ewigen Ruhe bestattet worden wäre. Die im Jahre 1840 hier von oben genannten b"x! *]ina 'n begründete Kasse für die Armen des heiligen Landes übernahm er, als jener alt geworden war und widmete sich diesem Zweige der Wohlthätigkeit mit dem ganzen Eifer eines pflichttreuen Menschen. Viele Tausende sind durch seine Hände gegangen; denn er war im wahren Sinne des Wortes ein njiDJO nns nnsn pDiy, für den wir ’ keinen Ersatz finden. Dieses zeigte sich namentlich bei seinen! Leichenbegängnisse n"nyi p'Vy den 21. v. M., Nachmittags 3 Uhr. Herr Rabbiner Earo aus Löbau, der in seinem Wirken sich strenge nach den Satzungen unserer Weisen richtet, hielt es bei diesem niv^ pna für richtig eine Leichenrede zu halten, die er einleitete mit den Worten dn ’b ’in naiN Nb dk 'b ’is noiN und in derselben ein Lebensbild des Entschlafenen entrollte. Diesem schloß sich Herr Kantor Lubowski mit einer kurzen Rede an, in welcher er besonders die Thätigkeit des Verblichenen in der Gemeinde und p"n schilderte. Möge Gott der trauernden, alleinstehenden Wtttwe in seiner Gnade seinen himmlischen Trost gewähren, und unsere Gemeinde ferner vor solchen unersetzlichen Verlusten bewahren *,dx bsun n«a ny. A. B. B. Breslau. Einhundert ein Jahre alt wurde am 22. v. Mts. der Viehmakler Hirsch Sonnenfeld. Der Greis befindet sich in geistiger Frische, wenn auch augenblicklich körperlich etwas schwach. Anläßlich seines 100. Geburtstages wurde ihm vom Kaiser ein Geschenk in Form einer reichverzierten Tasse mit dem Bildniß Kaiser Wilhelms I. zu Theil. Der Vater des Hochbetagten erreichte ein Alter von 113 Jahren. Stettin. In Bezug aus die jüdischen Feiertage, auf welche bei der Diskussion im Abgeordnetenhanse über die höheren Lehranstalten hingewiesen wurde, stellt Herr Rabbiner Dr. Vogelstein in der „Nation" den richtigen Sachverhalt wie folgt dar: „Die Juden haben, wie aus jedem Kalender ersichtlich, 13 hohe Friertage im Jahre, von denen fast immer ein Theil in die Oster- und Michaelisferien, mitunter auch in die Psingstferien fällt. Im Jahre 1890 fallen beispielsweise nach der für die höheren Schulen Pommerns geltenden Ferienordnung nur fünf jüdische Feiertage auf Schultage. Die meisten jüdischen Eltern lassen aber ihre Kinder jährlich nur drei Tage aus religiösen Gründen die Schule versäumen, und oftmals kommt es auch nicht einmal zu einer dreitägigen Schulversäumniß, da der eine oder der andere Feiertag auf einen Sonntag oder in die Michaelisferien fällt. Die katholischen Schüler, welche protestantische Gymnasien besuchen, fehlen bekanntermaßen am Frohn-- leichnamsfeste und an anderen katholischen Feiertagen, es hat aber bisher durchaus Nichts davon verlautet, daß der Unterrichtsverwaltung ein großer Nachtheil hieraus erwächst. Auch hat man bislang Nichts davon gehört, daß an den katholischen Lehranstalten weniger als an den protestantischen ge-

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