Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 27-28 (3.4.1890)
- Date
- 1890-04-03
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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481 An demselben Tage, an dem Gott die vierhundertjährige Hcimathlosigkeit über Israel verhängte, bestimmte er ihm seine für alle Zeit unverlierbare, weil von Gottes Allmacht angewiesene Heimath. mu d-on n« 'n ma xnn ova .nNTn nM ’nrj Die Verheißung, die in Abrahams Nachkommen fortlebte, die keine 400jährige Hcimathlosigkeit vergessen machen, kein egyptischer Druck treffen konnte, sie war es, die unsere Ahnen in Egypten aufrecht erhielt, sie ist es, die noch heute die Enkel aufrecht erhält, und sie die Sederfeier am Pesachabende auf weitem Erdenrund mit der zuversichtlichen Hoffnung schließen läßt: nttnn n:wb Zertnngsnachrichteu und Correspondenzen. Deutschland. Mainz, 31. März. Am 17. Mai feiert Herr Rabbiner Dr. H ildeshei mse r »"j in Berlin seinen 70. Geburtstag. Wie wir vernehmen, bereiten seine zahlreichen Freunde und Schüler eine der Feier würdige Ovation vor. Mainz, 31. März. Dieser Tage wurde mir eine Probenummer der von dem verstorbenen Dr. PH ilip pson begründeten, im Verlage von Rudolf Müsse in Berlin erscheinenden „Zeitung des Judenthums" mit einem Begleitschreiben zugeschickt, in welchem meine Collegen, dieWerren Lehrer, aufgcfordert werden für die Verbreitung dieses Blattes thätig zu sein. Nachdem ich die Probenummer genau gelesen, halte ich mich verpflichtet, meine Herren Collegen gesetzestreuer Richtung zu ersuchen, dieser Aufforderung nicht nur nicht Folge zu leisten, sondern im Gegentheil dahin zu wirken, daß genannte Zeitung in religiösen Kreisen keinen Eingang finde. Ein Blatt, nach welchem man die Geschichte von der ersten Versündigung der Menschen durch den Genuß einer Frucht einen „Mythos oder ein Märchen" nennen kann, welchem die Erzählung von der „schreibenden Hand" im Buche Daniel eine „fromme Sage" ist, und welches für die Mischehe eintritt, ist keine passende Lectüre für religiöse Israeliten und deren Kinder. Jo seph Kahn. Einwohner des Landes, daß jetzt ihre Stunde geschlagen halte. □HN TN nB6s TiN ]1ÜT Q’DJJ lyDBT •1VJD »atP’ b D UDJ Ijn TOTHN’ 3NTC Worms. Ein nichtjüd. Pädagoge, Herr Ph. Beck, Schulverwalter dahier, äußert sich in den „Mainzer Schulblätteru" in einem vorzüglich geschriebenen Aufsätze: „Frohsinn und Heiterkeit in der Schule" über den Religionsunterricht wie folgt: Der Religionsunterricht soll die leuchtende Spitze alles Unterrichts sein. Das wäre kein rechter Lehrer, der seiner Kinder Herzen nicht mit einem recht lebendigen Glauben an ihn, die ewige Wahrheit, einer unerschütterlichen Hoffnung auf ihn, den Allmächtigen, und einer inbrünstigen Liebe zu ihm, dem Allgütigen, zu erfüllen vermöchte. Aber nicht blos die Religionslehre, auch die biblische Geschichte finde Berücksichtigung. An den erhabenen Gestalten derselben ranke sich der Kindesgeist empor zu ihrer sittlichen Höhe; die herrlichen Gleichnisse und Parabeln, mögen der Kleinen Herzen erfreuen, auf daß sie so dieser vornehmsten aller Disciplineu ein recht reges Interesse entgegenbringen. Tragen wir vor allein dafür Sorge, das Kind mit recht großem ethischen Gehalte zu erfüllen und es wird von selbst zu gutem Handeln gelangen und Werke der Liebe und Noth verrichten. iieligare heißt verbinden, daß aber die Religion zum fanatischen Schlachtenruf, zum Samen der Zwietracht werde, ist tief zu beklagen. Es ist deshalb hier sicherlich am Platze, jeden Lehrer davor zu warnen, seinen Kindern jenen tiefen Haß gegen Andersgläubige einznpflanzen, der im späteren Leben oft so unselige Früchte zeitigt und so die Freude einträchtigen Zusammenlebens geradezu unmöglich macht. Berlin. In der Arbeitsschutz-Conferenz wurde unter anderen Erleichterungen für die Arbeiter auch die Sonntagsruhe beschlossen. Die Delegirten der holländischen Regierung nahmen gleich allen andern Vertretern diesen Beschluß an; doch stellten sie die Bedingung, daß für jüdische Arbeiter in Holland an 'Stelle des Sonntags der Samstag als Ruhetag bestimmt werden möge. Dieses tolerante Vorgehen der Delegirten Hollands zeugt von der hohen Achtung und Werthschätzung, welche den Juden in diesem Lande entgegengebracht wird. 8. Frankfurt a. M. In Nr. 25 dieser gesch. Bl. finde ich zu meinem Erstaunen eine von hier datirte, L. M. gezeichnete Korrespondenz, welche meinen Artikel „Die Bruderschaft Gomle Chassadim in Frankfurt a. M." (Nr. 23) zum Gegenstände einer Besprechung macht, in welcher Dinge richtig gestellt werden sollen, die ich nicht behauptet und mir Vorwürfe über Meinungsäußerungen gemacht werden, die ich nicht gethan habe. Herr L. M. hätte sich seine Erregung sparen kön-