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Der Israelit · 1890-04-03 · Heft 27-28 (3.4.1890) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 27-28 (3.4.1890)
Date
1890-04-03
Page
– (sequence 3)
Language
German
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ug-i^ij» jasw^gH^pyaBp^y1'.:» ."■' ■ 'HM'ZW» ..«>»« '"*:' rwv?"r 479 Die Thora, obwohl ihr eigentlicher Zweck die Kundgebung des Gottesgesetzes an die Menschheit ist, beginnt ja, wie R. Jizchak lehrt, eben deßhalb nicht mit dem gesetzlichen Theil, sondern lehrt uns zuvor Gott als Herrn und Meister der Natur und Menschenwelt begreifen, um das Besitzrecht Israels an den ihm von Gott verliehenen Boden, auf dem dieses Gesetz seine Verwirklichung finden soll, vor allen diese Berechtigung ihm streitig machenden Völkern zu constatiren. Inwiefern nun die Symbolsprache der dreifach gegliederten fünf Opferthiere in der That die Offenbarung der Thora veranschaulicht, mag, als von unserem Gegenstände zu weit ablenkend, einer besonderen Darstellung Vorbehalten bleiben.* * * 4) Wir beschränken uns hier auf das die Opfersymbole begleitende Gotteswort: „Wissen sollst du, daß Fremde deine Nachkommen sein werden, in einem Lande, das ihnen nicht gehört, man wird sie zu Knechten machen, man wird sie quälen vierhundert Jahre, aber auch das Volk, dem sie Knechte sein werden, richte ich, und nachher werden sie mit großer Errungenschaft hinausgehen.-An diesem Tage hat Gott mit Abraham ein Bündniß geschlossen, um damit auszusprechen: Deinen Nachkommen habe ich dieses Land gegeben." Diese düstere Aussicht auf das nach Jahrhunderten zählende, thränenreiche Sklavenloos seiner Nachkommen würde schlecht in den Rahmen einer Verheißung passen, die mit der Ankündigung eines ungemessenen Lohnes beginnt und mit der Stiftung eines Gottesbündnisses schließt, wenn dieser Aussicht in der That jede Lichtseite abginge. Vergegenwärtigt man sich jedoch, daß Abrahams ganzes Leben in der einen Sehnsucht aufging, das Bewußtsein von Gott in immer weitere Kreise zu tragen, daß diese Sehnsucht allein ihm den die StellenfiN 'N NT ’3 ’PyT HDJ?, die Raschi '7 ttf' nnj?D niDlNT ywrb erklärt. — So wird auch die Stelle '^'21271 DV2 Pli'1 mit iD^lp nun durch unsere Weisen interpretirt. 4) Es möge hier nur auf den die Offenbarung der Thora feiernden Ausspruch jenes galiläischen Weisen (Sabbat, Fol. 89) verwiesen werden: wn’^n piN THH ,NJ!2m *p2, welcher bei der Thoraoffenbarung ,’Nn^>n NPITD ,wv!?n ,’NPn Dp ’NH^n NI2V2 ebenfalls fünf dreifach gegliederte Momente hervorhebt. Das NJEm *p2 scheint in dem Sinne des “jra 7N“lttf’? inriDin 7QL7 zu stehen und die göttliche Wunderwaltung zu feiern, welche durch min JHO die beim p n’72 Dnnnn gegebene Verheißung verwirklichte. — Der rauchende Sinai und seine Feuerflamme sind durch &7N py njn beim nnnDH p N'72 vertreten. Wunsch nach einer reichen Nachkommenschaft weckte welche das geistige Vätererbe immer mehr und mehr zum Gemeingut der ganzen Menschheit machen konnte, daß endlich dies allein der Sinn des Segens ist, den Abraham und seine Nachkommenschaft allen Familien der Erde bringen sollte, so dürfte auch das seinen Nachkommen auf fremdem Boden wartende Geschick in anderem Lichte erscheinen. Dann hat vielleicht Abraham nie eine trostreichere Zusicherung erhalten, als die in den Worten jnn yT *]jnr nvr n: niedcrgclcgte, aber jedenfalls keine, die geeigneter war, die Befürchtungen, denen sie entgegentreten möchte, thatsächlich zu zerstreuen. Abraham empfindet es schmerzlich, daß er allein die Gottessache auf Erden vertritt, daß ihm nur ein Knecht, aber nicht sein eigen Fleisch und Blut dabei zur Seite stehe, daß er die Kinder, die ihm Gott verheißen, noch nicht besitzt, und daß sie ihm vielleicht zu einer Zeit erst gewährt werden, in der er sie nicht mehr als Gottes-Herolde erziehen kann, und Gott versichert den Ahn des israelitischen Volkes, daß es ihm noch so voll und ganz gelingen werde, seinen Geist seinen Nachkommen zu vererben, daß man sie als Fremde behandeln wird, weil sie, seine Nachkommen, die treuen Fortträger seiner Gesinnung sein werden. Ein Knecht wird nicht der Erbe, der Erbe wird ein Knecht sein und so theuer wird ihm das abrahamitische Vätererbe sein, daß er eine vierhundertjährige Tyrannei dem Preisgeben des Erbthums vorzieht. Dadurch wird das Bewußtsein von der Macht des Gottcsgedankens auch in die wahuumnachtelen Kreise der anderen Völker getragen. Das Bolk, dessen König erst trotzig spricht, ich kenne Gott nicht, richtet Gott selber. Es lernt die Macht ahnen, die auf die Seite des geächteten Sklavenstammes tritt, es lernt den Gott fürchten, in dessen Dienst ein Moses seine Sendung vollzieht, es sieht den Gottesfingcr, der seinen Weisen das Bekenntniß ihrer Ohnmacht abringt, es fühlt die Wucht der Gotteshand, in deren Dienst die Meeresfluthen stehen, um den hilflosen Sklaven freien Durchzug und den mächtigen Zwingherren das Wellengrab zu bereiten. Dieser Triumph der von Abraham gelehrten, an seinem Volke aber sich so offenkundig vor aller Welt Augen bewährenden Macht des Gottesgedankens ist die reiche Errungenschaft, welche die aus der Knechtschaft Ziehenden mit hinaus in die Freiheit nehmen werden.") 5) In dem Eommentar nPpm 202“ wird darauf hingewiesen, wie schon der Ausdruck 7l~iJi '2*127 darauf hindeute, daß es sich hier um eine ideale Errungenschaft handle. Wo von reichem, materiellen Besitz die Rede ist, pflegt 27 2'-27 die stehende Bezeichnung zu sein.

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