Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 26 (31.3.1890)
- Date
- 1890-03-31
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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464 .Jii rnii .1,1 .I.J. J| IJIUI y II ,I.U«!U Kwmu Das Duell Vering-Salomon. Eine Betrachtung von Curt Abel, Freiburg i. Br. 1890. Fr. E. Fehsenfeld. Ein Streit betrunkener Studenten hatte in diesem Falle ein Pistolen-Duell mit tödtlicheni Ausgang für einen israelitischen Studenten zur Folge. Der Verfasser beweist an der Hand der Thatsachen in äußerst klarer, sachgemäßer Weise, ein wie frevelhaftes Spiel neuerdings in studentischen Kreisen mit Ehre und Leben getrieben wird und fordert die Regierung auf, dem Willen der Volksvertreter gemäß die Gesetze gegen das Duell zur Ausführung zu bringen. Die Broschüre wird ohne Zweifel großes Aufsehen erregen und hoffentlich — das wollen wir von Herzen wünschen — auch im Reichstage zu einer Diskussion der Duellfrage Veranlassung geben. Zeitungsnachrichten und Correspondenzeu. Deutschland. Geist der Thora, der Sinn für alles Gute, Schöne und Edle dortselbst herrschen würde? Besonders erhebend wirkte auch der Schlußakt. Die Schüler deklamirten zuerst deutsche, französische und englische Gedichte, sowie auch verschiedene Scenen aus den Dramen unserer Klassiker, hierauf erfolgte die Vertheilung der Prämien und Lobkarten an die besten Schüler; mit einer Ansprache des Herrn Directors Dr. Barnaß an die Schüler schloß das so glänzend verlaufene Examen. Ich erlaube mir nun auf diesem Wege Herrn Director Dr. Barnaß, sowie den geehrten Herrn Lehrern meine besondere Hochachtung und Anerkennung für die Leistungen ihrer Schüler anszusprechen und verbinde damit den Wuusch, ihr edles Werk möge immermehr Unterstützung finden. Möchten doch alle Eltern, die noch einen Funken Religion besitzen und die darnach streben, ihre Kinder mit einem Ouantum von Wissen auszustatten, in diese Anstalt ihre Kinder schicken, und dieselben dürfen versichert sein, daß dort ihre Kinder zu braven Israeliten und zu tüchtigen Gliedern der menschlichen Gesellschaft herangebildet werden. E.. t Gailirrgen i. Baden. Auf einer Reise ins hessische Land begriffen, wurde ich von befreundeter Seite aus mit einer Einladung zur Theilnahme an der im Dr. Joel'schen Institute zu Pfungstadt stattfindenden Schlußprüfung beehrt. Mit Freude und großem Vergnügen folgte ich dieser Einladung, da mir ja schon vorher bekannt war, welch' bedeutenden Rufes und hohen Ansehens genannte Anstalt sich zu erfreuen hat. Die Prüfung, die volle zwei Tage danerte, wurde von Freunden und Gönnern der Anstalt aus Nah unv Fern besucht. Und in Wirklichkeit waren die Erfolge, die gen. Anstalt durch die Leistungen ihrer Schüler erzielte, so groß, daß sich auch hier ein bekannter Spruch unserer Weisen: ]iy nrotro orro nyw p« *pi Dy min “nt^n bewährte. Es war für alle Zuhörer eine große Freude, zu sehen, wie die Schüler nicht nur in den weltl. Fächern, wie Deutsch, Algebra, Geometrie und Physik Bescheid wußten, sondern auch in unserem jüd. Schriftthume, besonders in nim ,*wd ntn ,tPDin tüchtig bewandert waren. Man sah es aber auch den Schülern an, daß sie ganz bei der Sache waren, daß sie an dem Studium unserer heil. Lehre Liebe und Freude fanden; denn wie ist es anders möglich solche ererfreuliche Resultate zu erzielen, wenn nicht der Frankreich. Paris. Monatsbericht Januar der „All. Jsr. Univ." (Schluß.) (Israeliten der asiatischen Türkei.) Man weiß, daß es mehrere israelitischen Gemeinden gibt in dem Theil der asiatischen Türkei, der an die Grenzen Persiens stößt. Diese Gemeinden sind zumeist sehr armselig. Das Central-Eomits erhielt kürzlich aus Bagdad den Bericht über eine Entführung, die bet Kerkouk stattgefunden, und über die Leiden der Israeliten jener Regionen. Von allen Seiten Kurdistans und Persiens kommen böse Nachrichten. Es vergeht keine Woche, die uns nicht von ungeheuerlichen Forderungen berichtet, von Beleidigungen, Gewaltthaten, verübt an mehreren Glaubensgenossen. Einsam und wie verloren inmitten einer Bevölkerung, die gewohnt ist, nur ihre Neigungen und Interessen zu befragen, vergeht ihr elendes Dasein in immerwährend erneuten Gefahren. Man weiß, daß die Regierung des Sultans von den wohlwollendsten und gerechtesten Gesinnungen für die Israeliten beseelt ist, aber die Regierung ist weit, und in dieser Entfernung ist ihr Einfluß geschwächt und begrenzt. Ein Brief aus Kerokouk meldet uns einen Vorgang, der sich vor Kurzem in der kleinen Stadt Koi-Sandjak abspielte.