Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 24 (24.3.1890)
- Date
- 1890-03-24
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2446951-2448024-2448049--29722-2477468- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
429 gewöhnlichen Hutzuckers 2c. pcn ist, braucht nicht besonders erwähnt werden. Und Branntwein aus Trauben resp. Trestern ist dann gleichfalls pon, wenn nicht Wein und Branntwein speziell "laoro ree bp gemacht werden. Wir wollen hiebei vom ■pj wvn ganz schweigen, da ja viele sich „fromm" nennende Leute sich daraus nichts machen. Wenn man aber auch am Peßach sich darüber hinwegsetzt, der pan wn bleibt dann doch noch. Was nun den Zucker anbelangt, so behaupten Biele, es gäbe keinen Zucker der pon sei, also jeder Zucker dürfe am Peßach gebraucht werden. Die das behaupten, wollen sich nicht überzeugen, wollen sich vielleicht der kleinen Mühe nicht unterziehe!., welche es verursacht, denselben anderswoher zu beziehen, als ans der gewöhnlichen Bezugsquelle für ihren alltäglichen Bedarf, oder die Paar Pfennige, die es mehr kostet, erscheinen ihnen als eine zu große Ausgabe. Uebrigens habe ich schon gesehen, wenn Leute Stundenweit herkamen und ihren Bedarf an Peßachwaaren von einem Geschäfte einkauften, welches sich damit befaßte, aber auf die Frage: Wie viel Zucker wünschen Sied antworteten : Keinen! den kaufe ich mir in dem oder jenem Spezerei-Geschäfte zu Hause. Ich lasse mir die Spitze eines Hutzuckers abhacken den darf man auch gebrauchen. Wenn man diesen irrthümlichen Glauben hat, daß Zucker von jedem Händler auch für Peßach -rco ist und sich im Allgemeinen doch den Vorschriften für Peßach fügt, so wie man es von den Rabbinen, Lehrern oder Eltern gelernt hat: warum will man sich nicht wenigstens — überzeugen lassen, wo es so leicht ist. Uebrigens, warum will man gerade hiebei nicht glauben und positives pcn am Peßach gebrauchen? Schmeckt vielleicht der „Mazzothkaffee" nicht so süß, wenn nicht ein Bischen pan darunter ist? — Es ist der reinste Unverstand! Diesem ein wenig entgegenzutreten sei der Zweck dieser Zeilen. Dr. H. Sän g er. (Wir machen bei dieser Gelegenheit wiederholt darauf aufmerksam, daß wir für die im Jnseratcntheil dieser Blätter angebotenen Maaren keinerlei Garantie in Bezug auf rvnjjD und Verwendbarkeit für nDC übernehmen. Ebensowenig wissen wir, wie es um die darin empfohlenen Hotels, Restaurants jc. bestellt ist. Es ist eben, wie Herr Dr. Sänger ausgesührt hat, eines jeden aufrichtigen Jehudi's Pflicht, sich über seine Bezugsquellen und Verbindungen persönlich auf das Genaueste zu informiren. Redaction. Aus Oberschlesieu, 12. März. Der israelitische Frauenverein zu Mhslowitz beging am 10. d. sein 50jähriges Stiftungsfest durch eine größere Feier. Von den Begründerinnen des Vereins ist nur noch Frau Bertha Kuznitzky am Leben. Bei der Neuwahl wurden die bisherigen Vorftandsdamen Frau Rabbiner Dr. Jaffe, Frau Dr. Breit, Frau Kaufmann Kochmann und Frau Silbermann wiedergewählt. — Dieser Tage feierte die C h e w r a K a d i s ch a zu R Y b n i k ihr 25jähriges Bestehen, der Krankenpflege- und Beerdigungsverein zuLeobschütz das Fest seiner 10jährigen Wirksamkeit. — Der seit Monaten vermißte Kaufmann Manneberg in Laura Hütte wurde als Leiche im großen Teiche bei Laurahütte gefunden. Mehrere Knaben tummelten sich an demselben, als sie unter dem dünnen Eise eine schwarze Masse bemerkten. Sie schlugen das Eis auf, und die Leiche kam zum Vorschein, Raubmord ist ausgeschlossen, da Uhr und etwas Geld, auch die Fingerringe gefunden wurden. Es wird eine gerichtliche Leichenschau stattfinden. — U r-Ur groß mutter wurde dieser Tage diefverwittwctc Frau Borchardt in Lublinitz, eine Dame von 92 Jahren. — In dem Prozeß gegen die A uswan d eru n gs agen ten von Oswiczim ist das Urtheil gefällt worden. Die Hauptangeklagten wurden zu Kerkerstrafen von 2 bis zu 41/2 Jahren verurtheilt, der Staatsanwalt hatte fünf bis zehn Jahre schweren Kerkers verlangt. — Die Versammlung der o b e r s ch l e s i s ch e n Shnagogcnvorstände, welche am Mittwoch, den l2. in Gl ei Witz unter Vorsitz des Herrn Sanitätsrath Dr. Freund stattfand, nahm zunächst den Bericht über das abgelaufene Geschäftsjahr entgegen. In das Schiedsgericht zur Schlichtung innerer Streitigkeiten innerhalb der Gemeinden wurden gewählt die Herren Amtsgerichtsrath Loewy- Beuthen, Rechtsanwalt Berger-Königshütte, Stadtrath Hahn-Glciwitz, Kaufmann Bartenftein-Ratibor und Kaufmann Wiener-Kattowitz. An Stelle des verstorbenen Kommissionsrath Grätzer-Groß-Strelitz wurde Kaufmann Nothmann-Myslowitz als Mitglied des Ausschusses gewählt. Nach Festsetzung des Verbandshaushaltungsplanes für das laufende Geschäftsjahr wurde beschlossen, die Ueberschüsse aus den Einnahmen dem israelitischen Waisen- Haus-Baufonds zu überweisen. Ein Antrag auf Ausarbeitung eines Normalstatuts für sämmtliche Gemeinden Oberschlesiens wurde dem Ausschüsse überwiesen. r. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Wien, 16. März. Verflossenen Freitag ist hier ein wackerer Jehudi und ein tüchtiger mm p, ein wahrhaft Frommer und ein Menschenfreund in der vollsten Bedeutung des Wortes zu Grabe getragen worden. Der dahingeschiedcne Gabriel Friedmann, der sich in allen hiesigen Kreisen, besonders aber bei seinen orthodoxen Parteigenossen der größten Hochachtung und Werthschätzung erfreute, welcher wohl die Grenzen des menschlichen Alters, das