Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 20 (10.3.1890)
- Date
- 1890-03-10
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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352 Nathan Adler y'ar, dessen seltenen Eigenschaften mit denen seines Ahnen, des Vaters aller Priester; vergleichend. Die wahrhafte Friedfertigkeit des! Verstorbenen, die Liebe und Bescheidenheit, mit! welcher er all seine Nebenmenschen, ohne Unter- - schied, ob arm oder reich, ob Jsraelite oder Nicht-! israelite, entgegenkam, seine energische Thalkraft, mit welcher er zur Aufrechthaltung der heiligen! Institutionen eintrat, waren die Grundgedanken, l welche unser Rabbiner auf den Verstorbenen ausführte. Die Worte unser Weisen trpns nrpo 'n n»a nsiB'c w in gelungener Weise erörternd und auf den Verstorbenen anwendend, schloß Dr. Bamberger seinen fast ^stüudigen Vortrag, mit der Bitte zum Allgütigen, daß er wiederum Männer erstehen lassen möge, welche mit gleichem Verständnisse, gleicher Glaubenstreue und gleichem Glaubenseifer, wie der Verstorbene für die Wahrheiten des Judenthums eintreten. Nach der Predigt, die in feierlicher Stelle gehalten wurde, trug Herr Cantor Lebowitz das crom in für den Verj storbenen b11^' in ergreifender Weise vor. Nach! den a'ipO-Gebete traten die Vereinsmitglieder, in i dem der Synagoge gegenüber liegenden tmon na zu einem solennen Mahle zusammen. Bei Tische richtete Rabb. Dr. Bamberger noch schöne Worte an die Vereinsmitglieder, die mit einem Toaste auf die endeten, während die letzteren wiederum auf den Rabb., den Cantor und die Mitglieder toasteten. Nach beendetem Mahle wurde auch von! Herrn Lachmann ein crom bx auf die Dahin-! geschiedenen Mitglieder des Vereins vorgetrageu.! (Auch in Raußnitz (Mähren) veranstaltete der j Verein d’tdpi mton nnw eine erhebende Feier > des siebenten Adar, wobei Herr Rabbiner Dr. Frankl | eine begeisterte Rede hielt. Ein Festessen vereinigte i die Vereinsmitglieder am Abende um 1/j!l Uhr im! Hause eines Mitgliedes, wo viel min nai ge-; sprachen wurde.) j Auch von Schubin erhielten wir einen Bericht über eine ähnliche Feier, wobei hier Kantor Wolf die Festrede hielt. Wir bedauern diese beiden Berichte aus Mangel an Raum nicht ausführlich veröffentlichen zu können. Berlin, 5. März. In der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses wurde die Petition der! jüdischen Gemeinde in Segeburg um Bewilligung! einer Beihülfe aus Staatsfonds zur Besoldung j ihres Religionslehrers nach dem Anträge der Kommission durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt. Der Referent der Unterrichtskommission erklärte, daß letztere bereit gewesen wäre, die Petition zu j unterstützen, daß aber der Regierungskommissar da- gegen gewesen sei mit der Begründung daß keine Staatsfonds beständen um, Mittel für solche Zwecke bereit zu stellen. Frankfurt a. M., März. Man schreibt uns: Wir glauben die Lehrer und Rabbiner aus dem Leserkreise Ihres gesch. Bl., welche noch nicht der A ch a w a als Mitglieder angchören, wiederholt darauf aufmerksam machen zu müssen, daß mit Ende dieses Monats die Frist abläuft, binnen welcher auch Lehrer oder Rabbiner, die bereits das 40. Lebensjahr überschritten, aber das 50. noch nicht erreicht haben, als active Mitglieder in die Achaw a ausgenommen werden können. Dieselben haben außer dem Einkaufsgelde von Mk. 60 noch die Beiträge für die vom 40. Lebensjahre an zurückgelegten Jahre nachzuzahlen. — Möge dieser Mahnruf nicht unbeachtet bleiben! Bad-Ems. Die hiesige Gemeinde hat einen schmerzlichen Verlust zu beklagen. Am 24. Febr. ist Herr Daniel Löwen stein im Alter von 57 Jahren einer tückischen Krankheit erlegen. Der Verewigte bekleidete seit einigen Jahren das Amt eines ersten Vorstehers und schuf in unermüdlichem und uneigennützigen Streben viel Gutes in der Gemeinde. Während seiner Verwaltung wurde die Synagoge, au welcher während ihres 5Ojährigeu Bestehens kaum etwas ausgebessert worden war, restaurirt. Ihm ist es auch hauptsächlich zu verdanken daß ein orthodexer Rabbiner in Ems gewählt wurde. Der Verein „Emser Heilquelle", njwvi »j’yo, der im Juli 1888 ins Leben gerufen wurde, um armen Kranken aus allen Ländern die Mittel zur Kur zu gewähren, verliert in ihm einen emsigen Mitbegründer. Unter großer Betheiligung von Einheimischen und Fremden aller Confessionen fand am 26. die Beerdigung statt. Am Grabe gab Herr Bezirksrabbiuer Dr. Wein garten den Schmerzgefühlen der Familie und der Gemeinde beredten Ausdruck und schilderte die großen Verdienste des Verblichnen, dessen Andenken nie vergessen werden wird. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Wien, 25. Febr. Die Commission des Herrenhauses ist dem Beschlüsse des Abgeordnetenhauses über das Gesetz, betreffend die äußeren Rechtsverhältnisse der israelitischen Religions-Genossenschaft, beigctreten, und beantragt die vom Abgeorduetenhause beschlossene Textirung zur Annahme. Ferner beantragt die Commission-. Die hohe Regierung sei aufzufordern, zu veranlassen, daß an Stelle der nicht mehr anwendbaren, im tz 130 des Allgemeinen Bürglichen Gesetzbuches enthaltenen Strafbestimmung