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Der Israelit · 1890-02-24 · Heft 16 (24.2.1890) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 16 (24.2.1890)
Date
1890-02-24
Page
– (sequence 11)
Language
German
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m 279 „Köln. Volksztg." meldet, dieser Tage das Gleiche auf dem jüdischen Kirchhof zu Oestrich mit sämmtlichen Grabsteinen geschehen. Den Eingang zu dem Friedhof haben sich die Thäter durch Erbrechen des Thores verschafft. Schildberg. Die Königliche Negierung zu Posen hat die Wahl des Rabbiners Salomon Schreiber zu Gollub in W. P. als Rabbiner für die hiesige Gemeinde bestätigt, und wird derselbe sein Amt zu Wan *rw n"n autreten. Würzburg, 12. Februar. Herr Districts- Rabbiner Nathan Bamberger versendet das nachfolgende Circular, welches auch wir an dieser Stelle wiederzugeben nicht unterlassen wollen, mit der Bitte dem darin ausgesprochenen Wunsche gütigft zu willfahren. „Die Lage unserer Glaubensgenossen im heil. Lande ist eine derartig bcdauernswerthe, daß dieselben stets auf die Unterstützung vom Auslande angewiesen sind. „Nun rückt die Pesach-Zeit heran, welche es uns zu ganz besonderer Pflicht macht, diesen Armen im heil. Lande zur Deckung ihres M azzos-Bedarfs zur Seite zu stehen. „Ich stelle daher die höfliche und dringende Bitte au Sie, eine Sammlung zu Mazzos in Ihrer Gemeinde vornehmen zu wollen, und das Ergebniß b a l d i g st anher oder an die Redactiou des „Israelit" einzuschicken, damit diese Spenden rechtzeitig ihrer Bestimmung zugeführt werden können, worauf die öffentliche RechnNngsablage erfolgt." Oefterr.-Ungar. Monarchie. Wien. Das Herrenhausmitglied Baron Moritz Köniaswarler hat der Stadt Neudek bei Karlsbad, wo derselbe begütert ist, zum Baue eines Spitals den Betrag von 20,000 Gulden gespendet. Wien. Dem Jahresberichte des allgem. öst. isr. Taubstummeninftitutes in Wien vom Jahre 1889 entnehmen wir folgendes: Wir constatiren mit erhebender Genugthnung, daß jene werkthätigen Sympathien, deren sich die Anstalt seit einer langen Reihe von Jahren zu erfreuen hatte, ihr auch in diesem Jahre erhalten geblieben sind. In dieser anhaltenden allgemeinen Theilnahme an der unserer Leitung unterstehenden Humanitäls- und Bildungsanstalt findet der Gedanke und die Ueberzeugung Ausdruck, daß die Bedeutsamkeit dieses Institutes weit über andere Werke der Nächstenliebe hinausragt, wie sich in derselben auch die erfreuliche Erscheinung kuudgibt, daß unsere Anstalt fortgesetzt in den weitesten Kreisen jene Anerkennung und Würdigung findet, die ihr gebührt. Allerdings können wir uns dabei der Wahrnehmung nicht verschließen, daß die Ungunst der Zeitverhältnisse, die ihre nachtheiligen Wirkungen allenthalben äußert, auch auf unsere Bestrebungen hemmend einwirkt. Noch immer sind unsere Mittel in einem beklagenswerthen Mißverhältnisse zu unseren Bedürfnissen; a" jährlich wiederholt sich die traurige Thatsache, daß oft würdige Aufnahmsbewerber von der Stätte, wo sie der Bildung und Erwerbsfähigkeit zugeführt werden können, zurückgewiesen werden müssen, daß vielen unschuldig Unglücklichen die Wohlthat des Unterrichtes verweigert werden muß, weil es an den Mitteln gebricht, allen Anforderungen gerecht zu werden. Um so dringender möge an die Gönner und Wohlthäter unserer Anstalt, wie an alle Menschenfreunde das Bestreben herantreten, in ihrem segensreichen Eifer nicht zu erkalten, unsere Humanitären Ziele nach Kräften zu fördern und Gleichgesinnte zu gleichem Wohlthun heranzuziehen. Um in dieser Richtung anregend zu wirken, hat der Vorstand die Veranstaltung getroffen, daß Sammelbüchsen zu dem Zwecke ausgegeben wurden, um in den Familienwohnungen aufgestellt zu werden, damit die Gaben reichlicher und regelmäßiger fließen. Auf dem pädagogische-didaktischen Gebiete wurde auch im abgel. Schuljahre an den bewährten Principien festgehalten und auch erwünschte Resultate erzielt. Pesth. (Schluß.*) Der Abg. Johann As both fährt in seiner Rede weiter fort, indem er zunächst die Worte des Ministers anführt: „Unleugbar in die Regierung in einer sehr heikel» Lage solchen Fragen gegenüber, denn die Freiheit des Gewissens, muß über Allem stehen. «So ist'sl) Man muß Jedem die Freiheit lassen seiner religiösen Ueberzeugnng nach seinem Gewissen;u folgen. (So ist's!) Ich sage die Lage so aus, daß die Negierung mit solchen Angelegenheiten nur ans administrativem Gesichtspunkte sich zu beschäftigen das Recht hat." Das sind goldene Worte, die über dem Thore des Kultusministeriunts in goldenen Lettern zu lesen sein sollten. Nicht dasselbe kann Redner von den unmittelbar darauf folgenden Worten des Ministers sagen: „Wenn das, was von der einen Seite behauptet wird, daß nämlich eine dogmatische Verschiedenheit existirt, von der anderen Seite angenommen wurde oder angenommen worden wäre, dann wäre die Lage kla'', die Regierung stünde zwei gesonderten Parteien gegenüber. Allein, wenn die dogmatische Verschiedenheit von der einen Seite behauptet, von der anderen Seite bestritten wird, dann muß die Regierung, über die abweichenden Meinungen sich erhebend, nur den administrativen Gesichtspunkt beobachten, folglich jene Ginheil aufrecht erhalten, die meines Wissens überall in der Welt besteht." Demnach würde aus dem Princip der Gewissensfreiheit folgen, daß die Staatsgewalt Stellung nimmt für eine Partei *) Siehe Artikel P e st h im Hauptblatte Nr. 15.

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