Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 15 (20.2.1890)
- Date
- 1890-02-20
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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256 fort, meine Leute haben nicht Nachkommen können und haben darum natürlich Kehrt gemacht, jetzt eben sind sie zurückgekommen. — Hol der Teufel den elenden Laffen, was kümmert's mich, wo der hinsteuert — aber ärgerlich ist die Geschichte doch." Die frevelhafte Wette bildete das Tagesgespräch auf dem Schiffe, von allen Seiten ward sie verurtheilt, der zurückgebliebene Partner wagte sich kaum, sich sehen zu lassen. Recht von Herzen froh war er jedoch, daß der andere entgegen ihrem Ucbereinkommen, nicht zurückgekehrt war, und mithin die verlorene Wette wenigstens vorläufig nicht zu bezahlen brauchte — und ob er dem Gewinner je wieder begegnen würde? — Als der alte Müller gegen Abend das Verdeck verließ, versäumte seine Enkelin nicht, ihn zu erinnern, daß er dem jungen Bärwald einen Besuch abstatten wollte. Adolf fühlte sich zwar noch sehr schwach, aber er schien dennoch glücklich als er des Alten ansichtig ward, beide Hände streckte er ihm entgegen und dankte ihm mit warmen Worten. „Freut mich, daß es Ihnen gottlob besser geht, freut mich von Herzen — und meine Emmi wird sich auch freuen, wenn ich es ihr mittheile." Eine leise Röthe überzog das Angesicht des Leidenden. „Wie befindet sich Fräulein Emmi?" fragte er mit einer gewissen Schüchternheit. „Emmi ist, Gott sei Dank! frisch und munter wie immer," erwiderte der alte Mann, „aber beinahe hätte ich's vergessen — sie läßt Sie vielmals grüßen und läßt Ihnen von Herzen gute Besserung wünschen." Wie ein Blutstrom ergoß es sich plötzlich über Adolfs Haupt, seine Augen leuchteten. „Dank!" flüsterte er, „Dank! — mir ist schon besser. — Fräulein Emmi's Wunsch wird mir rasch Genesung bringen — morgen werde ich sicher das Bett verlassen und hinauf auf's Verdeck kommen." „Wird mich herzlich freuen und meine Emmi wird es auch freuen, 's ist seltsam, wir kennen Sie doch erst seit acht Tagen und doch haben wir uns bereits an Sie so gewöhnt, daß Sie uns in diesen zwei Tagen beständig gefehlt haben." Adolf war nicht im Stande, die Wonne auszudrücken, mit der ihn die Worte des alten Müller's erfüllten, er murmelte nur einige ihm selbst unverständliche Phrasen, indem er die Hand des Alten innig drückte. Dieser fuhr fort: „'s ist in der That seltsam — aber das kommt auch mit daher, daß Sie, außer uns, der einzige rechtgläubige Jude hier auf dem Dampfer sind — obgleich, nach den Physiognomien zu nrtheilen, noch eine ganze Anzahl von „unsere Leut" hier herumlaufen." (Fortsetzung folgt.) ilfs mein Daier Äbschied nahm And auf mich die Aede kam, Sagte er, ich fei der Wann, Der das Aechte machen kann, Wein Aruder hat zur Linken meine Nechte ^Daf; siegreich er gegen die Seinde fechte: ^3hr Brüder, fnchet. wo wir weiten, Das Erbe wollen wir dann theiten. „Israeli!" und „Jeschiunn" mcheinr wöchentlich zweimal, MonragS und Tonncrftags, ledesmnt in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs für Deutschland utid Oesterreich 12 Reichs-Mark, für's Ausland 16 Reichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Durch den Kuchhanbrl s» beziehen bei C. F. Kleinackcr, Leipzig, Roßplatz lk. — Inserate 25 Pfennige die dreigespaltene Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut Conrs. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 8 fl. österr., für'L Ausland 16 Reichs-Mark an die Expedition franco einzusenden. Inhalt (Hauptblatt): Leitende Artikel: Unsere Frühlingsboten. — Das Gesetz über die jüd. Gemeinden in Oesterreich. — Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: Deutschland: Mainz. Mülhausen. — Oesterr. - Ungar. Monarchie: Pest. — Feuilleton: Waltungen. Inhalt der ersten Beilage: Leitender Artikel: Das Gesetz über die jüd. Gemeinden in Oesterreich. — Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: Deutschland: 3mal Berlin. Schwabach. — Oest.-Ung. Monarchie: Prag. Inhalt der zweiten Beilage: Deutschland: Berlin. Rosdzen O.-S. — Oesterr. Ungar. Monarchie: 3 mal Wien. Majos Ujvar. — Italien: Turin. — Persien. Extra-Beilagen: Spenden-Verzeichnisse. — Bildnis? Kaiser Joseph II. — Empfehlungskarte der Kunststickerei von Wilh. Rupp in Frankfurt a. M._ Verantwortliche Redaction: vr. Lehmann in Mainz. — Expedition des „Israelit" und „Jeschnrun" Schottstraße Rr. 2, Mainz. Druck und Berlag der Joh. Wirth'schen Hofbnchdrnckerei-Actien-Gesellschast in Mainz. Hierzu fünf Beilagen.