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Der Israelit · 1890-02-17 · Heft 14 (17.2.1890) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 14 (17.2.1890)
Date
1890-02-17
Page
– (sequence 6)
Language
German
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238 Lehrerin eine junge Kraft zugeführt worden ist, und die Wahl des Vorstandes muß als eine sehr gute bezeichnet werden. Möge es Fräulein Unna vergönnt sein, eine für die Anstalt recht heilsame und ersprießliche Thätigkeit zu entfalten. Frankfurt a. Nt., 12. Febr. Die Riesser- Stistung — zum Andenken an den im Jahre 1863 verstorbenen Dr. Gabriel Riesser von Verehrern desselben gegründet — hat in ihrer gestrigen Vorstandssitzung sechs Stipendien im Gesammtbetrage von Mk. 2100 für das Studienzahr 1890/91 bewilligt Die Verwaltung wurde durch den günstigen Erfolg der vor einiger Zeit erlassenen Aufforderung zn Jahresbeiträgen in den Stand gesetzt, den seitens unterstützungswürdiger Studirenden eingelaufenen Gesuchen in wesentlich größerem Umfang als seither gerecht zu werden. Oesterr.-Ungar. Monarchie. über die ältesten hebräischen Exegeten. Gramatiker, und Lexicographen" heraus, eine Schrift, welche dazu beitrug, die Leserwelt mit zahlreichen spanischen Gelehrten bekannt zu machen und zu vielen Studien anzuregen. In zahlreichen Monographien hat Dukes über die jüdischen Dichter Moses ben Esra, Jbn Gabirol, Alcharisi u. A. schätzenswerthe Mittheilungen gemacht und dadurch das Urtheil der christlichen Gelehrtenwelt über die jüdische Literatur geläutert. Er durchforschte die Bibliotheken zu Leyden, Paris, London und Hamburg, und vergraben in den Staub vielhundertjähriger Manuscripte, verzichtete er auf die bescheidensten Lebensgenüsse einzig hingegeben seinem Ideale der Erforschung und Bekanntmachung der geistigen Schätze des jüdischen Alterthums. Möge der greise Forscher noch lange seines Daseins sich erfreuen in dem Bewußtsein Dauerndes und Segensreiches geschaffen zu haben. Lö.r. Wie«, 3. Februar. Einer unserer rühmlichst bekannten österreichischen jüdischen Gelehrten Leopold Dukes hat gestern seinen achtzigsten Geburtstag in bescheidener Stille gefeiert. In der Gelehrtenwelt, nicht blos in der jüdischen, sondern auch in der christlichen, soweit sie sich mit der jüdischen Literatur befaßt, ist Leopold Dukes ein anerkannter und gefeierter Name, dem selbst ein so wenig judensreundlicker Gelehrter, wie Paul de Lagarde seine Hochachtung nicht versagt. Leopold Dukes reiht sich den verdienstvollen Männern wie Zunz, Kochmal, Rappoport, welche die jüdische Wissenschaft aus der Wiege gehoben und sie jedem, auch den Nichtjuden zugänglich gemacht, würdig an. Leopold Dukes war am 2. Februar 1810 inPreßburg geboren. Christliche Gelehrte waren zu jener Zeit mit der jüdischen Literatur so wenig vertraut, daß sie die wissenschaftlichen achtzehnhundertjährigen Leistungen der Juden als rabbinischen Aberwitz zu bezeichnen sich erkühnten und einen Mann wie Ra s ch i, den schon das christliche Mittelalter hochgeschätzt hatte, nicht einmal dem Namen nach kannten. Jüdische Halbwisser thaten noch das Ihrige, um Jrrthümer und Oberflächlichkeiten als jüdische Literaturgeschichte in schlechtem Deutsch auf den Markt zu bringen. Da trat Leopold Dukes aus, und sein Verdienst ist es für ein besseres Verständniß der jüdischen Literatur in jüdischen und christlichen Kreisen gesorgt zu haben. Als Jüngling von 18 Jahren gab er eine Uebersetzung des Raschicommentars auf den Pentateuch mit hebräischen Lettern heraus. Im Jahre 1844 gab er im Vereine mit Heinrich Ewald in Stuttgart, „Literaturhistorische Mittheilungen England. London. Nach fünfjährigen Bemühungen hat das Comitö des Fonds für die Erforschung Palästina's endlich von der Pforte den Firman zu Ausgrabungen erhalten. Alle gefundenen Gegenstände, mit Ausnahme von Doubletten, müssen in das Museum von Konstantinopel abgeliefert werden. Die Beamten der Gesellschaft dürfen jedoch Skizzen, Modelle und Photographien von allen den entdeckten Gegenständen nehmen. Die Ausgrabungen werden unter Leitung des Mr. Flinders Petrie stehen, welcher sich sofort, nachdem er seine Arbeit in Fayoum beendigt hat, nach Syrien begeben wird. Feuilleton. W a t 1 u n g e n. Erzählung von Friedrich Rott. (Fortsetzung.) Die Woche neigte sich zu Ende und auch mit dem schönen Wetter ging's zur Neige. Als Emmi am Freitag Morgen etwas früher als sonst auf dem Verdeck erschien, wehte es ihr rauh und kalt entgegen, so daß sie fröstelnd den Plaid fester um die Schultern zog. „Guten Morgen, liebes Fräulein!" rief der Schiffskapitain ihr entgegen, „was treibt Sie denn heute so zeitig herauf?" „Ich wollte mich nach dem Wetter umsehen," versetzte das junge Mädchen, nachdem sie den Gruß

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