Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 13 (13.2.1890)
- Date
- 1890-02-13
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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218 Zeit und Mühe spuren. Durch ihre ganze Anstrengung erreichen sie höchstens daß Eine, daß sie sich lächerlich machen. Ems, 11. Febr. Am vergangenen Sabbat wn' 'd hielt unser neu ernannter Bezirksrabbiner, Herr Dr. Weingarten, in der hiesigen, festlich decorirten Synagoge seine Antrittspredigt. Vorher wurde derselbe von dem Vorstandsmirgliede, Herrn W. W ols gan g, — als Vertreter des ersten Vorstehers, Herrn Dr. D. L ö w en sie in — Namens der Gemeinde herzlichst begrüßt und feierlichst in sein Amt eingesetzt. In einer glänzenden Rede — gestützt ans II. M. 18, 20. — entwarf Herr Dr. Weingarten ein Programm seiner zukünftigen Wirksamkeit: Treuer Lehrer der Gemeinde und ein Freund aller Menschen zu sein. — Dem Herrn Rabbiner zu Ehrm veranstaltete der Vorstand am darauffolgenden L-onntag Abend ein Festessen im „Hotel Brommet", welches in der gemüthlichsten Weise verlief und sowohl dem Vorstände, als auch dem Gastwirth zur großen Ehre gereichte. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Preßburg, 9. Februar. Mehrere junge Leute haben unter dem Präsidium des Herrn Lewinsohn einen Verein rcw ’-uj/di »tod gegründet, der es sich zur Aufgabe macht, für Handlnugscommis religiöse Vorträge halten zu lassen, sie dadurch mit nmpn i;min vertraut zu machen, besonders ihnen die Wichtigkeit des rat? zu Gemüthe zu führen, um die Schwachen im Vertrauen auf Gott zu stärken, und die Abtrünnigen zur Thora zurückzuführen und die weitere Fürsorge für Unterbringung von Stellesuchenden in solche Geschäfte, die nD&y und dt streng geschlossen, stets im Auge zu behalten. Ersteres ist dem Verein in glänzender Weise gelungen. Als Vereins-Rabbi wirkt mit bewunderungswürdiger Uneigennützigkeit ein junger odh TD^n, Herr Moses Weiß, der allabendlich und Vormittag ioid 'ibd ,tmn und vorträgt. Seine von Herzen kommenden Worte fallen auf fruchtbaren Boden, und hat sein beredtes Wort schon so manchen auf Abweg Gerathenen zurückgeführt. Den andern Wirkungskreis betreffend hat der Verein bis jetzt noch nichts Ersprießliches leisten können, weil die meisten Prinzipale in ihrem Jndifferentismus nicht das nöthige Entgegenkommen zeigen. Vielleicht bewirkt die Veröffentlichung in Ihrem geschätzten Blatte, daß auch hierin Wandel zum Besseren geschaffen wird. N. England. London, 9. Februar. In den Synagogen und Chewrath der Hauptstadt und Provinzialstädte werden tnsDn für den sel. Ehief Rabbi V"in gehalten, namentlich versammeln sich die polnischen Gemeindemitglieder, um die feurige Bcredtsamkeit ihrer Maggidim zu bewundern. Der berühmte Rabbi Maccowitz (Kiuomitzer Maggid) reiste speziell hierher, um in den polnischen Synagogen tddö zu sein. P a l ä ft i n a. Jerusalem, 23. Januar. Diese Woche hatten wir den hohen Besuch des Prinzen Heinrich von Preußen. Die Behörden und die Einwohnerschaft bereiteten demselben einen großen Empfang. Die deutsche Eolonie, darunter auch die meisten Mitglieder der aschkeuasischen Gemeinden, zogen ihm bis nach Colonia entgegen, woselbst viele derselben durch den deutschen Eonsul dem hohen Gaste vorgestellt wurden. Auch Herrn Selig Hausdorf wurde diese hohe Ehre zu Theil, mit welchem der Prinz sich einige Minuten leutselig unterhielt. Der kaiserliche Prinz besuchte unter anderem die Tempelftätte und die westliche Mauer. Feuilleton. W a t 1 u » g e n. Erzählung von Friedrich R o tt. (Fortsetzung. > Es war jetzt kühler geworden, ein etwas stärkerer Wind hatte sich erhoben und trieb die mehr empfindlichen Reisenden hinunter in die Cabinen. Als Adolf sich umwandte, sah er den bereits mehrfach erwähnten alten Herrn auf den Arm seiner Enkelin gestützt, langsam der Stiege zuschreiten. Rasch war er an seiner Seite. „Sie erlauben, mein Herr, daß ich Sie hinunter geleite." „Ich danke Ihnen", erwiderte der alte Mann, der sich jetzt kräftiger zu fühlen schien. „Sie sind sehr, sehr gütig — aber es ist in der That nicht nothwendig — ich werde mich an dem Treppengeländer halten." „Aber Sie werden mir doch gestatten, Sie an der andern Seite zu stützen", eutgegnete Adolf in bittendem Ton. Der Alte blickte freundlich zu ihm auf. „Ich bin Ihnen sehr verpflichtet, mein Herr, aber —" „Gönnen Sie mir doch das Vergnügen", fiel