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Der Israelit · 1890-02-06 · Heft 11 (6.2.1890) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 11 (6.2.1890)
Date
1890-02-06
Page
– (sequence 12)
Language
German
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nwwiB1' »‘"TT*t\:#y‘ ^7Fv;3i5p»5»?T»- 188 vorläufig einen Gulden ö. W. oder zwei Mark eine senden zu wollen, damit er mit der Herausgabe beginnen könne; der Abonnementspreis wird erst nach Erscheinen der ersten Nummern festgeftellt werden. Die Ausgabe des „vrvts m" wird sein: Schlechte Auslegung der hl. Schrift richtig zu stellen; jeden zur irrigen Meinung Anlaßgebenden -iönd zu erklären; die in verschiedenen Werken unter dem Deckmantel der Frömmigkeit vorhandenen verwerflichen Ideen zu widerlegen; auffallend schwere zu erklären und gegen in Gemeinden auftauchenden, zur Beseitigung eines bestehenden jhjd gerichteten Bestrebungen in geeigneter Weise zu kämpfen. In dem „Kol Kore" — der vom Herausgeber, A. Bick, Schloßstraße, Preßburg auf Wunsch gratis und franco eingesendet wird — befinden sich mehrere Proben von im „«Hip m" zu erscheinenden- Aufsätzen, die hier wiederzugeben den Rahmen einer Zeitungsnotiz bei Weitem überschreiten würde. Der gute Ruf, den sich der gelehrte Herausgeber durch seine Werke erworben und dessen große Gelehrsamkeit leisten genügend Bürge hiefür, daß dieses wohlgeplante, nützliche Unternehmen dem gestreckten Ziele bestens entsprechen werde. Es sei mir nur gestattet, Einiges von dem, was Herr Bick '"2 in seinem „Kol Kore" über die hiesigern'«" sagt, hier wiederzugeben: „.Hier, in meiner Stadt Preßburg, besteht eine alte, von dreihundert D»-nna besuchte deren Schüler sich ganz dem Thorastudium widmen; in den meisten jüdischen Häusern hört man fortwährend min lernen; au§ derselben sind viele, berühmte Rabbiner hervorgegangen, aus ihr strahlt die min in alle jüdische Städte, sie ist die Sonne und ein Schild der Lehre Gottes; doch warum nenne ich sie Sonne?! Sie ist eher dem Mond zu vergleichen. Denn so wie der Mond seine Lichtstrahlen in alle Enden der Welt sendet, selbst aber ein finsterer Körper ist, ihr Licht von der Sonne erhaltend, so ist auch die hiesige nw: Sie versendet ihre Lichtstrahlen nach allen Ländern, während ihre Schüler in der Finsterniß und unter dem Drucke des Drangsales leben. Ich selbst überzeugte mich persönlich von der traurigen Wahrheit, daß viele fleißige und gottcssürchtige DHina ein kummervolles Leben fristen; die Unterstützungsvereine vermögen nicht, auch nur das Allernöthigste ihnen zu gewähren. O Allmächtiger! erbarme Dich doch Deiner Lehre und Kinder, sende Deine Hilfe, damit Deine Feinde nicht sagen können : ma» in min 11! Und Ihr, Volk des Ewigen, unterstützt die erschlafften Kräfte, stärkt doch die wankenden Kniee! Jeder Gottesfürchtige, dem die nun! ein Kleinod ist, Jeder in allen Enden der Erde bedenke doch, daß heute die alte Zeit zu sein aufgehört hat. Vor Zeiten, als noch jedes Juden Streben dahin gerichtet war, seine Kinder dem Erlernen der hl. mm gu widmen, drohte der mm keine Gefahr, wurde er doch ohne Thorakenntniß in der Gesellschaft für nichts geachtet; heutigen Tages jedoch, wo die mit anderen Wissenschaften sich Befassenden die größte Ehre genießen und, von materiellen Sorgen frei, vergnügt leben/ heute haben wir nur allzusehr Grund zu befürchten, daß die die na'w'-Besucher drückenden Entbehrungen vom Besuche derselben abschrecken werden und es könnte vri dahin kommen, daß wir mit der Zeit Niemanden mehr haben werden, der über -,ko und hehio entscheiden tarnt!" — Möchten doch diese Worte eines jüdischen Gelehrten mehr beherzigt werden und mögen dieselben einen besseren Erfolg erzielen, als dies beim Aufsatze in Nr. 69 v. I.: Die Angelegenheit der „Preßburger Talmndisten" der Fall war d"n rnmn pp onm! Leopold Großberg. Aus Tokai (Ungarn) erhalten wir unter dem 27. v. M. die traurige Meldung, daß Herr Oberrabbiner David Schick in ein besseres Jenseits ist abberufen worden. Bei dem immensen Verlust, den das Hinscheiden dieses p'-im pt« für die gesammte orthodoxe Judenheit des Landes bereitet, können wir nur ausrufen: nrn^n ns dsn»a bai! Der große Verblichene stand stets in den ersten Reihen jener Männer, welche für die Erhaltung des wahren Judenthums mit beispielloser Hingebung kämpften. Bei seinem Lekchenbegängniß, an dem sich mehr als zweitausend Personen betheiligten, hielten mehrere Rabbiner bis fast zum Anbruch der Nacht D'mDn* Wir erfahren zu unserer Freude, daß der Sohn des Verstorbenen, Herr Oberrabbiner JakobSchick in Nadudwar e i n st i m m i g zum Nachfolger seines großen Vaters erwählt worden ist. Frankreich. Paris. Der berühmte französische Akademiker und ehemalige Minister-Präsident Jules Simon emfing dieser Tage einen Mitarbeiter des Gil Blas, der ihn über den in Frankreich sporadisch auftauchenden Antisemitismus befragte. Jules Simon meinte: „Man spricht von einem Kreuzzuge . . . Ich weiß gar nicht, was man mit diesen Worten sagen will. Ein Kreuzzug ist doch ein Krieg, ein Versuch, mit bewaffneter Hand etwas zu erobern? Welches Volk gilt es zu bekämpfen?" — „Man will", entgegnete

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