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Der Israelit · 1890-02-06 · Heft 11 (6.2.1890) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 11 (6.2.1890)
Date
1890-02-06
Page
– (sequence 3)
Language
German
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If9 achte keinen Menschen, heißt es, sei von Demuth erfüllt vor j e d e m M e n s ch e n." (Das. 4.) ™) „D i e Lehre Gottes kann nur durch Menschenliebe erworben werden." (Das. 6.)") Es wäre ermüdend alle die Stellen hier folgen zu lassen, welche uns im Talmud die allgemeine Menschenliebe, die Humanität und die Mildthätigkeit, selbst den Heiden gegenüber auf's Klarste darthun, und welche die Gleichberechtigung aller Menschen, insofern sie ihre Menschenpflichten treu beobachten, beweisen; wir wollen nun zum Schluß noch die eine Stelle aus Maimonides nicht unerwähnt lassen, welche die Gleichheit aller Stände lehrt, und daß der Niedrigste in Folge seiner Fähigkeit, das Höchste zu erlangen berechtigt ist. „Die Größten unter den Weisen", sagt Maimonides, (Jad Hachasaka, Hilchot Matonoth Anijim, 10. Abschnitt) „gehörtenderniedrigstenKlasse der Arbeiter an. Viele von ihnen waren Holzhauer, Balkenträger, Wasserschöpfer, Kohlen-und Eisenarbeiter." 25) sje * * Das Ergebniß dieser Abhandlung läßt sich nun in den folgenden Punkten zusammensassen: 1. Das Gesetz als solches kann nur ein Gleichheitsgesetz sein. 2. Das Gl eich h eitsg esetz als von der Vernunft dictirt, muß auch das Gottesgesetz, die Bibel, als der Ausfluß der höchsten Vernunft (Gott) nothwendlgerweise verordnen. 3. Das Gleichheitsgesetz derBibel legt Allen gleiche M e nsch e n pf lichten auf und ertheilt Allen gleiche Menschenrechte. 4. Wo das allgemeine Gleichheitsgesetz für den Bestand der Besitzlosen und der Unfähigen unzureichend wird, muß das Gesetz zur Wahrung und B erücksi chtigun g d er Menschenrechte des Niedrigen und Verlassenen in jedem einzelnen Falle erweitert werden. In dem Sinne dieser Gesetze der Bibel und des Talmud stritt einst Gott für die Hebräer in Egypten, stritten die Plebejer im alten Nom gegen die Aristokraten, welche sich in ihrem Eigendünkel nn Scttf ’im ('*i p-ib ow) dtn b^b n »nn (23 .(Off) DIN ^3 ’JSD .('i p"id Dt?) (hd rwpu minntto nman na anw (24 nrnpn wui n»sy ’DDin ono vn □’cann (25 nunonöbn d"3ö"0 bnam o*onsn D’twyi nufc d*d 'ar^wi .(m na^n /» pis ,D”jy die Patrizier, die Väter des Volkes nannten, stritten Voltaire und Rosseau mit den Waffen des Geistes und des Witzes, forschten und lehrten die größten Denker und Philosophen, kämpften die heldenmüthigen Söhne der großen französischen Revolution, und in diesem Sinne werden zu allen Zeiten die Besten und Edelsten unter den Menschen bereit sein, mit allen ihren geistigen und materiellen Gütern, kühn und unerschrocken in die Schranken zu treten für das Gesetz, für vollkommene Gleichheit vor demselben und für Menschenrechte. Zeitungsnachrichten und Correspondenzeu Deutschland. Mainz, 4. Februar. Vom Synagogenrathe in Rand egg erhalten wir eine Berichtigung, betreffend den Artikel Randegg, den 5. Jan., in Nr. 5 dieses Blattes, welche wir, soweit sie Thatsächliches enthält, in Nachstehendem wiedergeben. „Es ist unwahr, daß der Synagogenrath Herrn Rabbiner Picard von hier 150 Mark von seinem Gehalt gekürzt; denn am festen Gehalt wurde und kann nie etwas gekürzt werden. Es handelt sich hier um eine Renumeration oder Theurungszulage, welche zufolge eines Gemeindebeschlusses vom 10. Januar 1874 auf drei Jahreund wiederum eines Gemeindebeschlusses vom 9. Dezember 1877 auf unbestimmte Zeit, jedoch nach Gutfinden des Synagogenrathes im Betrage von 150 fl. resp. 300 M. bewilligt wurde. Es ist diese Zulage durchaus kein Gehalt, wenn solche jedes Jahr in Abstimmung vor den Schatzungs- und Synagogenrath gebracht werden muß. Hat man doch im Jahre 1887 in Anbetracht gegebener Verhältniffe besagte Zulage von 300 M. auf 100 herabgesetzt und zwar in voller Einmüthigkett des ganzen Synagogen- und Schatzungsrathes. — Es ziemt sich nicht, hier alle unsere Gründe bis ins Dötail vor die Oeffentlichkeit zu bringen; nur möchten wir uns dagegen verwahren, als ob den Synagogenrath andere als rechtliche Beweggründe zur Streichung veranlaßt haben. Wir dürfen uns sogar sagen, daß wir nur im Hinblick auf.die Verhältnisse der Gemeinde sowohl als auch auf die des Herrn Rabbiner Picard's, wirklich im Interesse der Gemeinde gehandelt haben. Berlin. Aus Untersuchungen, welche Stabsarzt Dr. Kirchner an den Schülern des Friedrichs- und des Leipnitz-Gymnasiums in Berlin angestellt hat, ergeben sich folgende Schlüsse über das Vor-

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