Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 11 (6.2.1890)
- Date
- 1890-02-06
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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178 immer es auch seinmag, manmußsie ihm gewähren und niemand hat das Recht erst zu untersuchen, welchen Glaubens, welchen Standes, ja nicht einmal welchen Charakters der Bedürftige ist." (Baba Bathra 9 a.) 7) „Von Heiden werden ebensogut Opfer angenommen wie von Hebräern." (Minachot 73 b.)8) „Auch werden von Heiden Spenden angenommen zur Restaurirung des jerusalmirischen Tempels." (Erechin 6 a.)9) „Ein Bastard, welcher Bildung und Intelligenz besitzt, ist ehrwürdiger als der Hohepriester, der unwissend ist." (Horijoth 13 a.)10) „Strenge wird geahndet, wer einen Fremdling kränkt oder unterdrückt; in ersterem Falle macht er sich dreier Vergehen, im Letzteren zweier Uebertretungen schuldig." (Baba Meziah 59 b.)*') Die Gleichheit vor dem Gesetze soll nicht blos in Bezug auf die Person, sondern auch in Bezug aus die Sache herrschen, um welche das Gesetz angerusen wird; die geringste Sach e soll mit derselben Genauigkeit behandelt werden, als die wichtigste. (Sanhedrin 8 a.)12) „Sobald die vollkommene Gleichheit vor dem Gesetze aufhört und das Ansehen geachtet und bevorzugt wird, hört auch das Ansehen .und die Autorität des Gesetzes selbst auf; der himmlische Richter wird geringeschätzt, der weltliche Gesetzgeber mißachtet, die Gewalt wird zum Recht und anstatt Gottesfurcht herrscht Furcht vor dem Menschen." (Sota 47 b.)18) Deutlichen Ausdruck findet ferner die allgemeine Gleichheit in dem Ausspruch rJederMensch, und selbst ein Heide, der sich mit Wissenschaft befaßt, ist dem Hohenpriester gleichgestellt." (Aboda Sara 3 a.)14) Weil der Mensch ein gott- ,mriN ppma px nons ~ox min* m nrma xun (7 .(N"y 'D *p XTD JOD) ’ND“) Xin DX :’"tn jyTVSI maui om: pmuty □"rayn ns man1? :jy’x jy»x (s .(a*y xv H"1 nrmia) bxntra pany) uDTi pbapo man nan: nunniy cnay (9 •(x"y /i *p nmn) pxn dv ]nat> omp oan Töta nnso (io .(X"V X* P wpnbm pix1? ntt6&o naiy “un nx mxon pan un (ii .(3“y SV'UD X33) ÜV&D 121V nons btt/ p a’an xmty :pyotyn brua ppa (12 .(x*y;n p pnnnjD) n:o nxo bv pna dud n’an x^> pDar nun xb nca d»js ’xn antyo (13 .(a"y ,t"d nüiD)D“intya bry on^y unji D’öjy ^iy rpnsr ^>nj paa xinr nmna pDiyi 0" 7 2 v la’Bxty po (14 D’bxniyn nnb cauna ona m onxn Dm« rwy ntyx ^"n nmna pDiyi ’iaa nnob xn onxn x*?x nraxji xb .(x"y ,'j nn? nmay) jnaa x*n nn ähnliches Wesen ist, so hat auch ein Jeder das Recht und sogar die Pflicht, das Selbstbewußtsein in seinem Innern so zu pflegen, daß er sagen kann: Meinethalben ist diese ganze Schöpfung hervorgebracht worden. (Erubin 18 a.),5) Das Gleichheitsprinzip des Talmud erstreckt sich sogar bis auf das jenseitige Leben, und dem redlichen, ehrlichen Heiden wird ebenso das ewige Seelenheil zuerkaunt, wie dem Frommen in Israel. (Sanhedrin 105a. und Maimonides Commentar zur Mischna Chelek.) '") Im Traktat Aboth, welcher wundervolle und edle Perlen der Moralweisheit enthält, sind eine Menge von Sentenzen zu finden, welche nicht blos die Liebe z u den Glaubensgenossen, sondern allgemeine Menschenliebe predigen, von denen wir hier blos Einige anführen möchten. So z. B.: „Beurtheile jeden Menschen mit Güte und Milde." (Aboth, 1. Abschnitt.)17) „Sei ein Schüler Ahron's, nach Friede strebend und liebend die M e ns ch e n." (Daselbst.) 1») „Komme jedcmMenschen mit Freundlichkeit entgegen." (Das.)'") „Empfange jeden Menschen mit Freudigkeit." (Daselbst 3. Abschn.)20) „Von hohem Werthe und besonders beliebt ist der Mensch (bei Gott), denn er ist im Ebenbilde Gottes erschaffen worden." (Das.) 21) Daß damit überall der M ensch im Allgemeinen gemeint ist, beweist der unmittelbar darauffolgende Satz: „Beliebt sind die Israeliten (bei Gott), denn sie werden Seine Kinder genannt." (Das.)?2) Wenn wir oben die Stelle citirt haben, wo der Talmud einem Jeden soviel Selbftbewußtsein anempfiehlt, daß er in seinem Innern von seiner Gottähnlichkeit ganz durchdrungen, sich für werth und fähig halten soll zum Höchsten und Edelsten, so muß jeder Mensch anderseits nach Außen dem Nebenmenschen gegenüber, der auch ein solch gottähnliches Wesen ist, die größte Demuth und Bescheidenheit bekunden: „Ver- □Syn xnaj ’^atya no£ awn ‘’xnty’D nnxr nnx b 05 .(x"y ,n"’ p pan’y) »rnx runrw N*n mxn xotyb nx xtn xin cyp (>6 ca tn v n m 1 d 1 x * 1»d ntt/ ’B1? .<x"y ,rrp pmruD) mmx ’yjynn Dyba »a puni ,xan c^ry^ pbn cnb ry ’ .(pbn pns^ mutyran syims o''aian) nn Piyn ü .('x pnc niaN) mar dtn ^a nx p ’in (n aniN Dibtp f)7m anw pns vxnbnn nn (>8 .(ptt/) nnan nx .(□ty) ms’ dud naoa dtn bs nx Ppo nm (19 .(u pns oty) nnotya □ n x b 2 nx PpD nm (20 .(Dty) cbü2 xna:p’ cnx man (21 .(nty) mpDt» Dua rxnpjty ^xnty’ pman (22