Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 10 (3.2.1890)
- Date
- 1890-02-03
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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163 Gotteslehre, darum versteht eS nicht den Gang der Geschichte. In ihm glimmt wohl noch ein Funke des Guten, des Gottesboten Aufgabe ist, ihn anzufachen durch den belebenden Hauch der Gottesrede, aber es wird lange währen, bis dieser Hauch das Herz des Volks trifft und die begeisterte Hingebung an seinen priesterlichen heiligen Beruf seine Brust erfüllt. Darum die bange Frage: „Wie lange, o Gott? — Da antwortete Er: Bis daß Städte ohne Bewohner öde liegen und Häuser ohne Menschen, bis daß das Land in Oede dahinstarrt, und Gott die Menschheit entfernt — dann wird die Verlassene groß dastehen in Mitten der Erde. Denn noch ist ein Zehent in ihr, auch dieses wird wiederholt der Verheerung preisgegeben, — aber wie Eiche und Fichte, welchen bei der Entblätterung der Stamm bleibt, so bleibt ihr Stamm die Saat des Heiligthums!" Nicht das Wort allein vermag den Bann zu brechen, welcher den Sinn des Volkes gefangen hält. Das Wort, das Gott gesprochen als Lehre und Mahnung tönet immer fort und arbeitet an der Bezwingung des starren Sinnes. Die Macht der Ereignisse unterstützen diese Arbeit: Das sich seinem Priesterberufe entzogene Staatswesen muß zu Grunde gehen, Israel muß Alles einbüßen, auf welches es seine Zuversicht außer Gott gesetzt: seine Selbstständigkeit, seinen Reichthum, muß eingehen in die Kreise ihm feindlicher Völker, um mit ihnen gemeinsam den Weg zu suchen und zu finden, der zum irdischen Paradiese führt, dem Paradiese, für welches das Israel angewiesene eigene Land das Vorbild sein sollte und gewesen wäre, wenn Israel seinem Gotte die volle Treue entgegengebracht hätte. Mit Israel macht die Menschheit diesen Gang durch. Gott gibt sie ebenso wie Israel der Belehrung durch die eigene Erfahrung hin. Die Zeiten werden sich erfüllen, und dann wird Israel, das als die am Meisten vom Glücke verlassene Menschenfamilie erscheint, als Träger der einzigen wahren Größe und Wahrheit sich erwiesen haben. Denn wie sehr es sich auch immer von diesem seinem Berufe entfernen mag, wie viele auch deren sind, die von ihm abfallen und untergehen im Strome der Zeiten, ein Gott geweihtes Zehntheil bleibt stets übrig, und das ist die Saat des Heiligthums, die Saat der Heileszukunft, die der Menschheit winkt. ZeitrrugSrrachrichterr und Correspoudenzert. Deutschland. Wassertrüdingerr, 28. Januar. In Nr. 8 Ihres geschätzten Blattes bringen Sie etney Artikel aus Hamburg, der eine Polizeiverordnung von Düsseldorf in Bezug auf die nirn» bringt. Der Correspondent aus Hamburg erwähnt u. A., daß die nora der Bruch eines Hornes nviv macht. Die verehrl. Redaction bemerkt hiezu: „Dieses ist nicht korrekt, da unter den Verletzungen, in Folge welcher ein Thier trephe wird, sich der Bruch des Hornes nicht befindet". Es ist allerdings wahr, daß wenn das bloße Horn nnpj sich von der mar los gelöst, die nana nicht nrnü ist; allein es kann auch Vorkommen, daß bei einem Hornbruch auch das niia', nicht nur oberhalb der Hirnschale, sondern sogar bis hinein in dieselbe abbricht. In diesem Falle ist eine solche nrno norm wegen rra onp aip’J oder wegen nnDJff osy. Ich habe leider die traurige Erfahrung gemacht, daß in solchen Fällen die Metzger dem amo aufsässig sind, da sie die Ursache dieses n*,Ent3 nicht begreifen, 'piteoa /vDr6 ^a halte ich es für rathsam, die Bemerkung der verehrlichen Redaktion dem pi entsprechend dahin zu ergänzen, daß wenn das Horn mit dem daraufruhenden Knochen abbricht, die nana trepho ist. Sie werden damit vielen a'Brw einen großen Dienst erweisen. Herz, Lehrer. Berlin. Zu Freistellen in Heimstätten für Genesende hat Herr Kommerzienrath Alb. Arons dem Magistrat 20,000 Mk. übersendet. Posen, 29. Januar. Wie der „Freis. Ztg." geschrieben wird, ist von allen hier am 1. Oktober v. I. bei dem Militär eingetretenen jüdischen Einjährig-Freiwilligen kein einziger zu den Offizierinstruktionsstunden zugelassen worden. Damit sind diese Herren von vornherein von dem Avancement zu Offizieren der Reserve ausgeschloffen. Mark. Friedland, 28. Jan. Von welcher Gesinnung gegenüber den israelitischen Einwohnern die hiesige Bürgerschaft ist, beweist der Umstand, daß Hierselbst seit geraumer Zeit der Beigeordnete und stellvertretende Bürgermeister ein Jude gewesen, wie denn auch durch den Präses des jüdischen Gemeindevorstandes, Herrn Jsaac Gottschalk, Verwandten des für das Judenthum weiland so begeisterten Kämpen Israel Gottschalk ny,