Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 9 (30.1.1890)
- Date
- 1890-01-30
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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Solcherart sind die Gesetze der Bibel für Jene, welche in der Gesellschaft ohne Rechte dastehen, weil sie nichts haben und nichts vermögen, wofür sie die allgemeine Gletchheitsrechte geltend machen könnten. Zu bemerken ist hier noch, daß diese Gesetze sich noch auf verschiedenen Stellen in der Bibel öfters wiederholen, weßhalb die Reihe dieser Verordnungen noch lange nicht abgeschlossen ist; auch ist es noch nöthig hervorzuheben, daß unter dem Worte „Fremdling" überall auch ein Heide zu verstehen ist, der aus dem Auslande in das Land der Hebräer eingewandert und daselbst wohnhaft ist. (Raschi zu Exodus, E. 22, V. 20.)") Auch die Propheten stritten unablässig für Gleichheit und Menschenrechte. Es würde zu weit führen alle Belege hiefür aus denselben erst anzuführen, wir wollen daher nur einige Stellen hier herausgreifen, welche deutlich die Gl eich heit aller Menschen und die Rechte derArmen und Verlassenen predigen. So heißt es: als König Salomo bei der Einweihung des Tempels die Bestimmung desselben vor dem Volke auseiuandersetzte, sprach er: „Auch wenn der Fremdling aus fernen Landen, welcher nicht Deinem Volke Israel angehört, in diesem Hause Dich (Gott) anrufen wird, so wirst Du (Gott) von Deinem Wohnsitze aus im Himmel ihn auhören und wirst das erfüllen, um was Dich der Fremdling anrufet" (Könige I., C. 8, V. 41). **) König David, indem er die Parteilichkeit der Richter geißelt, ruft entrüstet aus: „SchaffetRecht den Armen und Waisen und helfet den Elenden und Dürftigen zum Recht (Psalm 82, 3). 23) Ferner: Der Ewige behütet die Fremdlinge und erhält den Waisen und die Wittwe" (das. C. 146, V. 9). “) (Schluß folgt.) Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deuts chland. Heidingsfeld, 6. Jan. Eine erhebende, schöne Feier vereinigte am Montag, den 6. Januar die Mitglieder der hiesigen dhtd rron. Es galt der Jubiläumsfeier des Vereins und der 50-jährigen runo mwo nbu N?ff d “i n Nnpö3ff “U ppb (21 .('a piDD ,3"3 r\)W *"Bn) nv *n:6 mrw runod n2 n^n N3i Min h n n w * i d y o n b nff n n 3 j n dji (22 rrffjn *jn3ff po □’dk'hjd yüwr\ nns 'di npm p«o .(N“D pIDD /n 'BNp /ND’Sbo) ’IDJH Hip' IffN ^>33 .('JJ plDD ,3"D D’^nn) lp’TSn ffH DWl H DOff (23 .('j,rDpoff)Tiiy» ruotoi Din» onj nN *off ‘i (24 Amtsthätigkeit des Gründers und Vorstehers desselben, Herrn Samuel Romann dahier. Im Jahre 1840 verbanden sich mehrere hiesige junge Leute um einen Verein zu gründen, der sich npist Pflicht für Tyn »oy in echt jüdischem Sinne zur Aufgabe stellte. Aus bescheidenen Anfängen hervorgegangen, verdankte dieser Verein sein kräftiges Emporblühen der rührigen Thätigkekt seines Vorstandes. Um diesen Mann zu ehren und ihm den wohlverdienten Dank zu zollen, haben sich die Vereinsmttglieder zu einer Festfeier an diesem Gedenktage eingefunden. Eingeleitet wurde diese Feier durch einen Festgottesdienst in der Synagoge. Eine besondere Weihe wurde dem Feste noch verliehen durch die Anwesenheit des Hern. Distriktsrab. Bamberger, welcher den Jubilar in die Synagoge begleitete und daselbst in einer gehaltreichen Festpredigt die hohen Verdienste des Vereins und dessen Vorstandes hervorhob. Mittags versammelten sich die Vereinsmitglieder zu einem solennen Festmahle im Schulhause, wo dem Jubilar ein prachtvoller Pokal mit sinniger Aufschrift überreicht wurde. Da Herr S. Romann auch Vorsteher der iSr. Cultusgemeinde ist, war die Betheiligung an seinem Ehrenfeste eine allgemeine und liefen Glückwünsche von Rah und Fern ein. Im Namen der gesammten Schuljugend überreichte das Töchterchen des Herrn Lehrer Freudenberger mit einer kurzen, herzlichen Ansprache dem Jubilar einen Blumenstrauß. Der erste Toast, der von Herrn Lehrer Freudenberger ausgebracht wurde, galt Sr. Kgl. Hoheit dem Prinzregenten. Ernsten und heitern Inhalts folgten dann Toast auf Toast, und kam dabei die allgemeine Liebe und Achtung, deren sich der Jubilar in der ganzen Gemeinde erfreut, zum Ausdruck. Der Tendenz des Vereins entsprechend wurde auch an diesem Tage der Armen und Rothleidenden nicht vergessen. Möge dem Jubilar noch eine lange Zeit zur Erinnerung an diesen Tag beschieden sein. Hardheirn, im Januar. Vor einigen Wochen verschied hier das älteste und verdienteste Mitglied unserer Gemeinde, Herr Samuel Halle im Alter von nahezu 84 Jahren. Derselbe verdient es, daß seiner in diesen geschätzten Blättern, mit deren Tendenzen er so sehr harmonirte und zu deren eifrigsten Lesern er bis an seines Lebens Ende gehörte, ehrend gedacht werde. Herr Samuel Halle gehörte zu jenen immer seltener werdenden Männern aus alter Zeit, die, geboren und groß geworden