Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 9 (30.1.1890)
- Date
- 1890-01-30
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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sämmtliche Bücher der heil. Schrift zu gewinnen. — Vorl. Vocabularinm mit der Grammatik geht stufenweise auswärts bis zu den Oberklassen und gewährt durch den steten Hinweis auf bereits vorgekommene Wörter und Wortformen durch Angabe der Stellen, woraus die Verse entnommen und der Etymologie der Stammwörter, ganz besonders jedoch durch die jedem einzelnen Verse gelegentlich beigegebenen, grammatikalischen Regeln dem Schüler die Möglichkeit, sich einen ziemlich reichen Satz von biblischen Sprüchen in der Ursprache zu eigen zu machen und die wichtigsten Regeln der Grammatik, regelm. und unregelm. Zeitw. und niDiyn gründlich zu erlernen. Die eigene Methode, die Regeln erst aus den Beispielen zu entwickeln, dürfte dem Schüler das Studium erleichtern und angenehm machen. Möge das Büchlein die Verbreitung finden, die der Vers, bei dessen mit vielem Zeitaufwande verbundener mühsamen Ausarbeitung im Auge hatte, um an der Hand des so reichhaltigen htd die Grundlehren des Glaubens in die jugendlichen Gemüther einzupflanzen und den Sinn für gründliches Quellenstudium in den Weiterstrebenden anzuregen und zu beleben. Trier. L. Zeitungsnachrichten und Correspondenzeu. Deutschland. Mainz, 29. Januar. In dem Befinden unseres Chef - Redacteurs des Herrn Rabbiner Dr. Lehmann ist Gottlob ein weiterer Fortschritt zur Besserung zu konstatiren und ist zu hoffen, daß derselbe unter göttlichem Beistände binnen kurzer Zeit, vollständig hergestellt, seine gewohnte Thätigkeit wieder aufnehmen kann. ndvi cnrw ubw .T3pn inNiEn nys obenan $01 .p« k'oar b Dy DSU Geistingen. Sonnabend, den,18. Januar verschied in ein besseres Jenseits der Vorsteher der Synagogen-Gemeinde Geistingen, Herr I. Dannenberg in Folge einer Lungen-Entzündung im Alter von 69 Jahren. Der Verblichene war ein Mann, der durch seine aufopfernde Thätigkeit um das Gemeinwesen und seine große Herzensgute nicht allein in der Gemeinde, sondern auch in weiteren Kreisen sich unsterblich gemacht hat.! Seit 42 Jahren war er Vorsteher der Gemeinde und gleichzeitig Mitglied des Vorstandes des Synagogen-Verbandes des Siegkreises. Sowohl bei Freud' wie auch bei Leid' war er der Erste am Platze und jeder Arme fand bei ihm eine offene Hand. Der Leichenzug, welcher am Dienstag den 21. stattfand, legte ein Zeugniß von der all sei Ligen Liebe, Verehrung und Hochachtung des nunmehr Verklärten ab, denn ohne Unterschied der Religion waren unzählige Leidtragende erschienen, um einem edlen Menschen die letzte Ehre zu erweisen. Auf dem Friedhofe hielt Herr Rabbiner Dr. Cohn, Bonn, eine ergreifende Trauerrede, in welcher er die Verdienste des Verewigten hervorhob. Dann folgte ein Nachruf gesprochen vom Präsidenten des kameradschaftlichen Vereins, Herrn T. Her sing (der Verstorbene war langjähriger Vicepräsident dieses Vereins). Derselbe versicherte, daß der Verein in ^dem Verewigten einen Mann verehre, der mit Leib und Seele Soldat gewesen und die Liebe zu Kaiser und Reich immer hochgehalten. Möge dem Verewigten die Erde leicht werden und er im Jenseits den Lohn empfangen, welchen er sich ans dieser Welt verdient hat. Berlin. Die im vorigen Jahre erschienene amtliche Statistik über „das gesammte Volksschulwesen im preußischen Staate im Jahre 1886" enthält unter anderm folgende Stellen: Die Volksschulen wurden von 35,000 jüdischen Schülern besucht. Von diesen besuchten 13,000 die jüdischen Schulen, deren Anzahl sich auf 318 belief. 197 jüdische Lehrerstellen waren mit einem anderen Amte verbunden. An den Berliner paritätischen Gemeindeschulen wirken 35 jüdische Lehrer und Lehrerinnen. Die Zahl der paritätischen ^Schulen hat sich übrigens von 1882 bis 1886 um 14 vermindert. Pinne. Unser neuer Rabbiner, Herr Dr. Goldschmidt entwickelt eine segensreiche Thätigkeit. Wissend, daß hauptsächlich durch einen gediegenen religiösen Unterricht der Jugend die Religion erstarket, hat er sein Hauptaugenmerk auf die Reorganisation der Schule gerichtet, in der nunmehr zur Freude aller religiösgesinnten Eltern das Hebräische in ausgiebigee Weise unterrichtet wird, wobei auch die Jugend Anleitung zur praktischen Ausübung der religiösen Pflichten empfängt. W. Aus Elsaß-Lothringen, 24. Januar. Für das verstorbene Mitglied des israelitischen Consistoriums von Lothringen, L. Morhange, wurde