Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 7 (23.1.1890)
- Date
- 1890-01-23
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
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ihnen mehrfach solche, die mit ganz dachen Gewölben überspannt sind und mithin aus einer Zeit stammen, in der die Kunst des Wölbens'schon vollständig ausgebildet war; bei manchen dieser Cisternen ist es übrigens möglich, dass letzterer Bedeckungsart eine Steinplatten- oder Holzbedeckung vorangegangen ist. d) Die Cisternen der vierten Art sind in den Schutt oder in Boden von lockerer Beschaffenheit gegrabene regelmässige, senkrecht ausgemauerte Vertiefungen, welche oben mit Gewölben überdeckt sind. Die beiden letzten Gattungen dienen ausschliesslich zum Auffangen und Aufbewahren des Regeuwassers und sind daher auch durchgängig cementirt; zu ihnen gehören ohne Ausnahme alle in neuerer Zeit gebauten Cisternen. II. Die Teiche. Teiche sind nichts Anderes als unbedeckte Cisternen, die sich hauptsächlich durch ihren beträchtlichen Flächeninhalt auszeichnen. Die aus alter Zeit herstammenden Sammelbecken dieser Art sind nicht mehr alle bekannt; viele von ihnen sind unter dem Schutte begraben, oder auf sonstige Weise zerstört worden. In der Stadt Jerusalem und ihrer nächsten Umgebung finden sich noch folgende „Teiche“: Birket Israil} Birket Hammam el-Batrak (Teich des Patriarchenbades)>'oder Hiskiateich\ Birket cl-Asbat^o&ei' Birket Siiti i\Marjam, Siloahteich; Birket es-Sultan und Birket Mamilla. Von denselben wird, soweit sie hier in Betracht kommen, noch weiter unten die Rede sein. (Fortsetzung folgt.) . Besuch einiger Schulen der Allgemeinen Israelit. Allianz (Alliance Israäite Universelle) in Marokko und Kleinasien. Von 91. Joest in Berlin. (VI. Fortsetzung.*) Durch die Schulen können die marokkanischen Jüdinnen heute in wenigen Jahren eine Elementarbildung sich erwerben, welche sie hoch über ihre ungebildeten Genossinnen erhebt und welche sie befähigt, ihrem Gatten eine wirkliche Lebensgefährtin und ihren Kindern dereinst nicht nur Mutter, sondern auch Erzieherin zu sein. Jeder Pädagoge in Europa kann seine afrikanischen Collegen hier wegen des unersättlichen Strebens und Fleisses seiner Schüler beneiden; dennoch haben die Lehrer der Allianz es oft mit ganz eigenthümlichen Schwierigkeiten zu tliun. So sagte uns z. B. Fräulein Be har: „Denken Sie einmal, ich stosse beim Unterrieht auf das Wort „Wagen“. Surfest ce que c’est „qu'une voiture“? Diese Frage kann mir einfach keine Schülerin beantworten, da keine derselben jemals einen Wagen gesehen hat. Es giebt keine Wagen in Tetuan!“ Dies eine Beispiel lässt die vielfachen Hindernisse verstehen, welche die unermüdlichen Lehrer und Lehrerinnen der Allianz zu überwinden haben. Um so höheres Lob verdienen dieselben für die Erfolge, die sie bisher errungen haben. Der günstige Einfluss der Schulen auf den männlichen Tlieil der marokkanischen Juden ist eben so naheliegend, dennoch kommt derselbe dem Lande selbst nur in sehr geringem Grade *) S7 Nr. 330. , zu Gute. Die Meisten der auf den Schulen der! Allianz Erzogenen ziehen es vor auszuwandern; hauptsächlich wenden sie sich nach Venez uel a oder nach anderen Staaten des spanischen Amerika — froh,'^Marokkos Staub von den I Füssen schütteln und sich, dank ihrer Schulbil- | düng, in der neuen Welt eine eigene menschen-! würdige Existenz gründen zu können. Neben den Elementarschulen bestehen nämlich auch noch an mehreren Orten Handwerker¬ und Ackerbauschulen für Knaben,;" sowie Handarbeitsschulen für Mädchen, auf welchen bei beiden Geschlechtern Liebe und Lust zum Hand-! werk und zur Arbeit überhaupt geweckt und j denselben Mittel und Wege gewiesen werden, j ihre Lage durch ihrer Hände Arbeit zu verj bessern oder sich selbstständig ihren Lebensunterhalt zu erwerben. Die Knaben werden zu Schuhmachern, Schneidern, Tischlern, Goldarbeitern, kurz zu Handwerkern jeder Art ausgebildet, während die Mädchen durch das Erlernen von Hand- und Maschinennähen, Kleidermachen, Sticken, Plätten und Weben dazu erzogen werden, später als Mütter und Hausfrauen die ihnen zukommende Stellung in ihren Familien auszufüllen. Auch durch diese Schulen hat sich die Israelitische Allianz um ihre afrikanischen und asiatischen Glaubensgenossen, sowie