Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 6 (20.1.1890)
- Date
- 1890-01-20
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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^'*-'srv^v>f -;;;>‘ir>^-v , 7*V<. •'WÄ-'. s pruch im Rechtswege geltend zu machen. Der Vorstand hat sich daher mit zwei der tüchtigsten hiesigen Rechtsanwälte in Verbindung gesetzt, die auch dem Verein einen günstigen Ausgang des Prozesses vorausgefagt haben. Hamburg, »nn 'b p"w vsid. (Verspätet). Wir hatten beute Äbend den großen Genuß, in dem Mekor - Chajim-Verein einen Vortrag des Herrn Rabbiner Ludwig A. Rosenthal aus Rogasen über das Zeitalter des Amoräers Rabbi Jochanan zu hören. Mit vieler Freude durften wir bemerken, daß der Redner das Beispiel des Rabbiner Hirsch b"n’, welches dieser große Lehrer in dem 3. Bande seines Jeschnrnn in seiner Polemik gegen des Geschicktswerk des Dr. Grätz gegeben, nicht unbenutzt gelassen hat. Redner nahm ferner Gelegenheit, ganz unmotivirte und für ein ernstes Geschichtswerk ungeziemende Conjectnrcn und Combinationen zurnckznweifen, wie z. B. die den Gros des Talmud entschieden verkennende Ansicht, als ob es überhaupt irgend einen Anioräer geben könnte, welcher der Mischna nicht den unbedingten Vorzug vor der Beraisoh einräumte. Derartige Vorträge wie dieser des Herrn Rabbiner Roscuthal lassen immer deutlicher den Wunsch erkennen, wie uothwendig es wäre, wenn bald einmal ein größeres jüdisches Geschichtswerk geschaffen würde, wie es Herr Rabbiner Hirsch so oft bei den jüngeren Gelehrten anzuregen versucht hatte, das aus dem Geiste des Talmud heraus getreu und gewissenhaft die Ergebnisse der wissenschafüichen Forschung der Welt bieten und nicht auf gewagte Hypothesen sich stützen würde, die vor einer ehrlichen Kritik doch in Nichts zusanimenfallen. Herr Rabbiner Rosenthal hat sehr schön hervorgehoben, wie der Amoräer Rabbi Jochanan noch den Geist Rabbi Jehuda Hauassis, den er selbst gekannt und gehört hatte, in sich ausgenommen, wie er zahlreiche Schüler, namentlich auch Resch Lokisch, der heiligen Thora zngesührt hatte und wie er zu einer Zeit, in welcher das Talnindstudium bereits in Babylon einen so hohen Aufschwung nahm, noch in Palästina den alten Glanz der Talmndschnlen aufrecht erhielt. Ferner gab er uns ein treffendes Bild des geschichtlichen Rahmens der außerjüdischen Welt des Zeitalters Rabbi Jochanans, schilderte die wohlwollende Haltung, welcher der römische Kaiser Severus den Juden gegenüber bekundete, sowie den Einfluß, den die Zenobia von Palmyra ans jüdische Verhältnisse zu gewinnen suchte, welche indessen ihre Pläne bei dem felsenfesten Charakter Rabbi Jochanans und seiner Anhänger vielfach 93; vereitelt sah. Redner schloß mit der Mahnung, in einer Zeit wie der unsrigeri, welche so sehr von der Heroenzeit eines Rabbi Jochanan sich unterscheide, doch immerhin den Mnth nicht sinken zu lasten, sondern vielmehr das Vertrauen auf die Verheißung, daß das Wort unserer Lehre in ewiger j Blüthe alle Zeiten hindurch dauern würde, in uns frisch und lebedig zu erhalten. Von der zahlreichen und gewählten Zuhörerschaft wurde dem Redner der größte Beifall gespendet und der Wunsch ausgesprochen, daß Herr Rabbiner Rosenthal auch in Zukunft Hamburg mit seinen belehrenden, interessanten und formgewandten Vorträgen erfreuen möchte. Am. Leipzig, 16. Januar. Die „Zeitung des Judenthums", die seit dem Tode des Herrn vr. Ludwig Philippson ansgeblieben war, ist heute wieder unter der Redaction des Herrn Gustav Engel dahier (Verlagsbuchhandlung) erschienen. Oesterr. - Ungar. Monarchie. Prag. Das von gewisser Seite absichtlich verbreitete Gerücht, Dr. Ehrenfeld habe die Berufung als Oberrabbiner von Prag abgelehnt, kann in zuverlässigster Weise als unwahr bezeichnet werden. Boskowitz, 15. Januar. Die Gewinneriil des letzten Haupttreffers der Wiener Communallose. Frau Johanna Altmann, hat einen seltenen Wohlthätigkeitsakt ausgenbt; sie spendete den Armen beider Confessioncu 650 Gulden und 400 Laib Brod. Im Namen der Armen sei der Wohlthätcrin hiermit der Dank ausgesprochen. ’ Hermann I. Hannek. Dunaszerdahely, 1. Tebeth. Am 3. Chanukaabend wurde dahier vom „kaufmännischen Verein" ein gvd auf nDiro in solenner Weise gefeiert; bei der damit verbundenen ms» bw miyD wurden viele Reden und m-n nm gesprochen, die von den Anwesenden mit großer Begeisterung ausgenommen wurden. A. F. Homanna, 26. Dezember. Am 15. d. ist Herr Rabbinatseandidat Dr. Salomon Spira zum Bezirks'Rabbiner in Kula mit überwiegender Majorität gewählt worden. Hcrr Dr. Spira, Enkel des weithin berühmten hiesigen Rabbiners ntbv 'n« 'i ■pNjn 21.1 und Sohn eines hochgeachteten in talmudischem Fache gründlich gelchrtenKauftnanncs, besuchte mit ausgezeichnetem Erfolge das Rabbinerseminar des Herrn Dr.