Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 4 (13.1.1890)
- Date
- 1890-01-13
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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■'5W 52 der Talmud aufs S tre ngst e j edenWucher, auch den mit Heiden. (Das. 70 d.)^) * * Wir glauben im Vorstehenden alle Fragen beseitigt zu haben, welche dem Gleichheitsgesetze der Bibel entgegengehalten werden könnten, und wir können daher ruhig an unsere Aufgabe gehen, welche zum Ziele hat, die G l e i ch ft e l l u n g a l l er Menschen vor dem göttlichen Gesetz nachzuweisen. Um den Standpunkt zu kennen, auf welchem das Gesetz der Bibel beruht, müssen wir zuvörderst das Gesetz selbst und die Grundsätze, von welchen sich die Bibel bei demselben leiten ließ, einer genaueren Erörterung unterziehen. Die Bibel enthält zweifache Gesetze, solche, die nur für die Hebräer Gesetzeskraft haben, wie die Speise-, Reinheits- und sonst dergleichen Gebote, ferner solche Verordnungen, die für alle Menschen bindend sind, und das sind die Gesetze der allgemeinen Moral und Sittlichkeit. Die Ersteren darf der Heide im Lande der Hebräer ungestraft übertreten, ja der Hebräer ist sogar verpflichtet, ihm die unerlaubten Speisen unentgeltlich zu verabreichen, (Deutron., Kap. 14., V. 21), weil er verpflichtet ist, den Heiden zu unterstützen und ihn zu erhalten, (Pesachim 21 d.)7) Die Letztem aber haben ebenso für den Heiden Giltigkeit wie für den Hebräer und werden schlechtweg die „noachidischen Gebote" genannt. (Sanhedrin 56 b. und 57 a.)8) Jene Gesetze, welche blos für die Hebräer Giltigkeit haben, haben mit unser Erörterung nichts zu thun, wir habe« hier nur die noachidischen d. h. die Gesetze der allgemeinen Moral in Betrachtung zu ziehen, weil dieselben vollgiltige Gesetzeskraft für alle Menschen haben. Wer diese Gebote erfüllt, für den darf es kein Ausnahmsgesetz geben, der hat ein Recht aufseine vollkommene Gl eich stellung vor dem Gesetze, in Bezug auf dessen Schu tz und auf die Berücksichtigung seiner berechtigten Ansprüche. Wer die Menschenpflichten (der allgemeinen Moral) der Bibel beobachtet, der hat den gleichen Anspruch auf die m c’h pinb rrmni “jbws wn nmo (6 ■(yy 'V *i"i dbO n3ji nnn P’dn"i nDiaj to onm) "do rrnnn yyu/2 nww -ub (" otidb) mvnnP nnse nnx m jra .(n*3 piD£ v» .(iy vrbv by (a*y n piruD) m ua nus» nnso y2w (8 foia bjn D’oi rro’Etp by mny »liu by jiru ro p nnso -(sy i"j *n cs?) otwi Menschenrechte. Die Menschenpflichten (der allgemeinen Moral) haben durum für alle Menschen gleiche Giltigkeit, weil ein Jeder das klare Bewußtsein von seiner Urtheilsfähigkeit über Recht und Unrecht, über Gut und Böse hat und weil ferner ein Jeder neben seinem physischenWillcn auch einen sittlichenWillen besitzt, welch' letzterer in Folge der Selb stbestimmungsfähigkeit des Willens den ersteren zu unterdrücken geeignet ist. Darum weil Jeder weiß, was gut, gerecht, wahr und ehrlich ist, und weil Jeder gleichmäßig erkennt, daß die Vernunft die Begierde zu beherrschen vermag, deßhalbhat auchJederdie gl eiche Pflicht, gut, gerecht, wahr und ehrlich zu handeln und sich von der Vernunft leiten zu lassen. Das ist d er St andpunkt, auf welchem das allgemeine Moralgefetz (Menschenpflichten) der Bibel beruht. In den Menschenrechten aber, welche sie in ihrem Gesetze Allen in gleicher Weise verleiht, hat sie sich zunächst von dem Prinzipe leiten lassen, daß wenn Allen gleiche Pflichten auferlegt werden, gerechterweise auch Allen gleiche Rechte zu erkannt werden müssen. Es waren aber dabei für die Bibel auch Grundsätze von idealer Natur bestimmend, welche durch die Vernunft und Fähigkeit des Menschen in der Bestimmung des Willens, (wie oben gezeigt wurde) die allgemeinen Men sch en p flicht en zur Folge hatten, welche nun auch die Menschenrechte Aller zur Geltung bringen, d. h. in deutlicheren Worten: Durch seine Urtheilsfähigkeit über Recht und Unrecht, über Gut und Böse, wodurch dem Menschen die moralische Menschenpflicht erwächst, durch dieselbe Fähigkeit erlangt er auch den Anspruch auf das Menschenrecht. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Frankfurt a. M., 6. Januar. Wenn ein Menschenbruder von dannen gegangen ist, der sein ganzes Leben lang cs als heiligste Aufgabe begriffen hat, crmn nx natoi pdit zu sein, dann ist es Pflicht der um ihn Trauernden, der Welt kundzugeben, welch' ein herrlicher Mensch sie verlasseu, auf daß an seinem Beispiele bs erstarken möge und in Wahrheit ro-ab pnrr werde.