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Der Israelit · 1890-01-09 · Heft 3 (9.1.1890) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 3 (9.1.1890)
Date
1890-01-09
Page
– (sequence 6)
Language
German
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VI'' ..|.,j.y.f^^pj|j^^ 38 Oesterr. - Ungar. Monarchie. Wien. Ueber die Anzahl und die Stellung der Juden in der k. u. k. Armee schreibt die „Berl. Milit.-Ztg.": Bei der großen Anzahl, zu welcher die Juden in der österreichisch-ungarischen Monarchie angewachsen sind, ist cs nicht ohne Interesse zu untersuchen, in welcher Zahl dieselben in der Armee vertreten sind und welche Stellung sie daselbst einnehmen. Mau schätzt ofsiciell die Zahl der in Oesterreich-Ungarn lebenden Israeliten auf anderthalb Millionen. Nach der vor zwanzig Jahren vorgeuommenen Volkszählung waren in beiden Reichshälsten 1,170,000 Israeliten. Bei der letzten Volkszählung vor zehn Jahren wurden 1,380,000 gezählt, doch erfolgten später hinsichtlich mehrerer Provinzen sehr umfangreiche Berichtigungen. In der Armee befinden sich rund 33.200 Israeliten, was dem Verhältnisse, in welchem die anderen Nationalitäten und Confessionen vertreten sind, entsprechen würde. Dabei muß bemerkt werden, daß die Zahl der länger Dienenden eine sehr bedeutende ist, die Zahl der alljährlich eintretenden Wehrpflichtigen also noch geringer erscheint. Doch gehören diese Berufssoldaten nur zum geringsten Theile dem eigentlichen Truppenstande und bei diesem wieder selten dem Officierscorps an. Eine weit größere Zahl wendet sich den Verwaltnngszweigen zu, und auch die bei den Truppen im Stande befindlichen Unterofficiere und Soldaten jüdischer Herkunft sind zumeist in Kanzleien, Magazinen oder als Aufseher, Diener und dergleichen verwendet. Ihre Zahl ist auch sehr bedeutend bei den Rechnungsführern, bei der Train- und besonders bei der Sanitätstruppe, ganz besonders aber bei den Aerzten, wo sie in steigender Progression zunehmen. Bemerkenswerth ist es, daß Viele sich der Marine zuwenden, und zählt das Officierscorps mehrere — auch höhere — Officiere, sowie viele Maschinisten und Beamte jüdischer Herkunft. Die Zahl der Einjährig-Freiwilligen ist groß und es ist thatsächlich, daß die überwiegende Mehrzahl die Officiersprüfung mit gutem Erfolge besteht, daher das jüdische Element unter den Reserve-Officieren sehr stark vertreten ist. Die Söhne der haute iinance wenden sich häufig der Cavallerie und zwar vorzüglich den Husaren und Dragonern zu, während die Anderen bei der Infanterie, Artillerie, Train- und Sanitätstruppe, seltener aber bei der Genietruppe und den Pionieren eintreten. Bei der Landwehr, namentlich bei den galizischen Bataillonen, sowie bei den Honvedosficieren ist die Zahl der activen und noch mehr der nichtactiven Officiere israelitischen Stammes bedeutend und außer Verhältniß zur Anzahl der Officiere anderer Confessiou und Nationalität. Bei den Beamten und noch mehr bei den Aerzten beider Landwehren ist solches in noch höherem Grade der Fall. Nur das Regiment „Kaiser-Jäger" und die Landes-Schützenbataillone machen eine Ausnahme und entstammen die daselbst befindlichen Israeliten meist sülchen Familien, die sich erst in neuester Zeit in Tyrol angesiedelt haben. Auch bei den bosnischen Truppen befinden sich mehrere „Spaniols" (Nachkommen der in Bosnien eingewanderteu spanischen Inden) und sind einige davon freiwillig eingetreten. Sie werden während des Osterfestes und der jüdischen Feiertage im Herbst, ebenso wie es bei den österreichischen Truppen üblich ist, vom Dienste befreit. Während jedoch die Mohamedaner die Kost nach ihrem Ritus bereiten dürfen, wurde solches Zngeständniß den Inden weder in Bosnien noch in der Monarchie gemacht, worüber übrigens nirgends eine Klage erhoben wurde!! Italien. Rom. Signor M a u r o g o n ä t o wurde wie-! derum zum Vice-Präsidenten der Deputirtenkammer erwählt. * Feuilleton. W a l' t u it g e n. Erzählung von Friedrich R o t t. (Fortsetzung.) Rasch, doch geräuschlos öffnete Adolf nun das Fenster. „Bist Du es, Nazi?" flüsterte er. „Freilich bin ich es," war die Antwort, „geschwind, lassen Sie mich hinein, bei solchem Wetter läßt man doch keinen Hund im Freien." „St! St!" mahnte Adolf, indem er nun auch den hölzernen Laden öffnete und dem Andern das Einsteigen ermöglichte. Ein großer, auffallend kräftig gebauter Mann sprang in das Zimmer. „So, — da wären wir!" „St!" mahnte Adolf abermals, „kannst Du nicht leise reden, verfluchter Kerl!" „Wenn's sein muß, kann ich auch leise reden", versetzte der Andere im Flüsterton, „aber bei diesem höllischen Wetter verschlägt's nichts, wenn man auch seine Stimme hören läßt." „So, das meinst Du? — aber wenn nun bei

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