Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 3 (9.1.1890)
- Date
- 1890-01-09
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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36 widerstehen, welchen die lyrischen Ergüsse des Dichterfürsten Jehuda Hallevi ausüben. So verfehlte auch diesmal das Vorlesen einiger wohlgelungener Uebertragungen seine Wirkung nicht. — Das Publikum, das dem Redner reichen Beifall spendete, schied in dem frohen Bewußtsein, r - . . - wieder einmal ein •, : Stündchen lang einen Blick aus die Glanzperiode unserer nachbiblischen LiteLltur gerichtet zu haben. Es that Allen wohl, hinweggehoben in die Vergangenheit, die traurige Gegenwart vergessen zu können. Die Dichter und Denker der spanischen Zeit zählten zu den gefeierten Männern ihrer Zeit, die nichtjüdische Mitwelt kündete ihren Ruhm,wand ihnen unoerwelkliche Kränze. Dennoch verharrten sie mit ihrem Fühlen und Sinnen innerhalb des Jndenlhnms, wichen nicht eine Spanne von den unwandelbaren lehren des Glaubens, heiligten ihr Leben wie es Gott geboten, wie unsere weisen Lehrer verordneten. Wo erblicken wir dagegen unsere heutigen Epigonen? So lange es ihnen nicht lästig wird, tragen sie noch ihre jüdischen Rainen; winkt ihnen ein flüchtiger Vortheil, so brechen sie mit ihrer Vergangenheit, verleugnen die ruhmreiche Geschichte der Väter und sinken in die Rächt des Unglaubens, denn ihr Herz bleibt auch für den neuen Glauben unempfänglich, sie haben den Frieden der Seele eingebüßt. — „Auf deine Hülfe hoffen wir Ewiger!" Berlin, seld, Gnesen, 1. Januar, hat den Dr. £alomon Breuer, Cbevvnbbincr zu p ü p n i Ungarn), rrwählur :h'abbii!cr der isr. Neligionsgescllschafl Herr Dr. R. Ehren" Ruf nach Prag abgelehnt. Die Stelle steht nun denjenigen offen, welche -: wuthentdrannt über die hochorthodoxe Elique", herfielen, weil der h o ch i n t e l l igente Prager Gemeindevorstand sein Augenmerk allein und n ur auf orthodoxe Candidaten richtete. Zuerst verhaudelte der Landesschulrath Dr. Bendiner persönlich mit Dr. Horowitz (Frankfurt a. M.), daun mit Dr. Ehrenfeld. Ali die mit Allen liebäugelnde „Mittelpartei" wollte man nicht denken; nun steht ihnen die Beute zur Verfügung, mögen sie gerüstet sein, um dem Ruf folgen zu können. Eines aber müffell sie nun einmal bekennen, und das wird ihnen zu denken geben, Prag sucht einen Lamdon! Wohlgemerkt, Ihr Herren, man sucht einen talmudisch gebildeteli Herrn. — A. vrniitnnt a. M. Dresden, 31. Dezember, und Resideilzstadt des Königreichs durch seine Kunstschäße, Schulen gcbung berühmten Elbflorenz dringt wohl vcrhültnißmäßig wenig und selten die Leserkreise speciell Aus der Haupt- Sachsen, aus dem und reizvolle Um-