Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 3 (9.1.1890)
- Date
- 1890-01-09
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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ist das Salz aber im Boden vorherrschend, so wird , der ganze Landstrich zur Wüste. Hier haben wir ein Bild des denkenden Menschen, der nach Erkenntnis; strebt. Ein solches Denken ist gut, nützlich, nothwcndig, solange es innerhalb der Schranken bleibt, die dem menschlichen Geiste gezogen sind. Will es sich aber überheben, alleinherrschen, so verdirbt es den Menschen und macht sein ganzes Streben unfruchtbar. Ein solcher Mensch ist schlimmcr als der Unwissende, der nur aus Jrrthnm > sündigt, schlimmer als der Verbrecher, der nur von! der Leidenschaft überwältigt wird; er sündigt ans Grundsatz, und nichts ist ihm heilig. Man sollte! inciuen, das; es für einen solchen Bleu scheu keine Heilung gibt. Aber, wie der allgntige Gott verheißen, das; einst die Sandwüste werden wird zu einem wasserreichen Lande, das; das ausgebrannte Gestein sich bedecken wird mit fruchtbarer Erde, das; einst das salzige Land werden wird zu einem blüthenreichen Gefilde, so werden einst Tugend, Recht und Wahrheit der ganzen Menschheit erblühen. Nach den Gebunsweheu der inessianischen Zeit, in denen durch strenge Strafgerichte die Menschen zur Erkenntnis; geführt werden, wird Gort Seinen Geist ausgießen über die gesummte Menschheit: dann werden auch die Völker, die noch heute den Sandwüsten gleichen, mit der fruchtbringenden Wassergnelle der Thora erquickt werden, dann werden die Leidenschaften schweigen und die verbrannten Gesteine umgewandelt werden zu fruchtbarem Boden, dann werden die schädlichen Salze verschwinden, und Reinheit und Heiligkeit wird herrschen überall. Das ist der Lobgcsang der Wüste. Sie mahnt uns, das; wir uns hinwenden zu den belebenden Quellen der Gotteslehre, daß selbst der von Leidenschaft verführte Sünder vom allgütigcn Gott Gnade erhoffen darf, daß sogar dem von Gott ganz und gar Abgefalleneu die Rückkehr stets offen steht zu unserm Vater im Himmel. „freudvoll wird sein Sandwüste und Steinwüste, und frohlocken wird die Salzwüste und sie wird blühen wie eine Lilie." i Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen. D c n t )' d) I o ii b. Mainz, 8. Jan. Unsere geehrten Leser iverdet! sich erinnern, das; Herr Lehrer M a n n h e i m e r ans Zeitlofs eine Anklage gegen einen jungen Mann ans dem heiligen Lande Namens Rosenzweig veröffentlicht hat. Einige Zeit nachher sandte uns Herr Mannheimer einen Widerruf und am Tage darauf ein Telegramm, in welchem er uns ersuchte, seinen Widerruf nicht zu veröffentlichen. Da Herr Mannheimer auch anderswohin von seinem Widerrufe Mittheilnng gemacht, so werden wir von verschiedenen Seiten angefragt, warum derselbe nicht erschienen sei. Wir stehen der ganzen Sache durchaus fremd gegenüber und begnügen uns mit der Bekanntgcbnug der Thatsachen. Wir fügen die Bitte hinzu, daß mau künftighin mit der Erhebung so schwerer Beschuldigungen vorsichtiger zu Werke gehe. Wir unsererseits können uns der Pflicht, Mißstäudc zur öffentlichen Kunde zu bringen, nicht entziehen, können jedoch in der Ferne den Phatbestand weder prüfen noch benrtheileu. Umsomehr müssen wir dringend zur Vorsicht mahnen. — Nachdem wir Vorstehendes geschrieben, erhalten wir einen 8-seitigen Bericht von Herrn Lehrer Mannheimer, in welchem er seine Anklage gegen den erwähnten Nosenzweig aufrecht erhält und ausführlich motivirt; den Bericht, wie Herr M. wünscht, zu veröffentlichen, halten wir nicht für angemessen. Wir haben dieser Angelegenheit schon zu viel Raum gewidmet. Bayern. Die 35 Präparaudenschulen des Königreichs^ Bapern sind im lausenden Schuljahr von 1766 Schülern besucht; hiervon sind 1079 katholisch, 677 protestantisch und 10 israelitisch; ferner die drei Lehrerinnen-Bildungsanstalten von 546, hiervon sind 233 katholisch, 102 protestantisch und 11 israelitisch. Die 11 Schullehrersemiuarieu weisen ans 812 Schüler, hiervon sind 588 katholisch, 220 protestantisch und 4 israelitisch. Es muß hierbei bemerkt werden, daß die meisten isr. Schullehrlinge die isr. Präparandenanstalten zu Höchberg und Bur gpr epp ach und das isr. Lehrerseminar zu Würz bürg besuchen. Berlin, 3. Januar. Der Verein „Machasike Dorah" veranstaltet öffentliche Vorträge jüdisch-wissenschaftlichen Inhaltes und will den Ertrag zur Unterstützung von jüdischen Gelehrten und zur Förderung jüdischen Wissens bei der jüdischen Jugend widmen. Ten ersten Vortrag hielt Herr Professor Stein über „Juda Hallevi der Dichterfürst und Philosoph". Der Redner entwickelte in einer bilderreichen und schwungvollen Sprache das Leben, Dichten und Denken des Meisters der nenhebräischen Poesie. Wiewohl der Vortragende nichts Neues zu bieten vermochte, so fesselte derselbe dennoch durch die Eleganz der Sprache und Redeweise. Und welches fühlende Herz vermag dem mächtigen Eindrücke zu