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Der Israelit · 1890-01-09 · Heft 3 (9.1.1890) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 3 (9.1.1890)
Date
1890-01-09
Page
– (sequence 2)
Language
German
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34 Erklärung der einzelnen Ansdrücke nicht ohne j Schwierigkeit ist. Da ist gleich das erste Wort des Verses E'V'uV sehr schwer zu erklären, und die Ansichten der Interpreten gehen weit auseinander. Michlal Jophi sagt: dcv *>x 02 itt'it*« ,rn'2 ,2-2'2-. Das Wort sei zu erklären, lvie wenn stünde 22 :222" „sic werden sich freuen durch sie", oder 227 -222’-, „sie werden j sich freuen wit ihnen". Aehnlich erklärt Raschi: 22'p w 422 2':2" *2: 2-2-2" „es ivird erfreut sein von ihnen" oder „sie werden sich freuen über sie." Darnach steht es im engsten Znsammenhange mit dem Vorhergehenden. Im 34. Eapitel wird das Strafgericht Gottes über die heidnischen Völker geschildert, und wie ihre Länder veröden: dagegen bewohnen die Erlösten des Herrn das heilige Land, lvo dann selbst die Wüsteneien in fruchtbare Gefilde nmgewandelt werden. Jeder Kenner der hebräischen Sprache wird wohl mit uns der Ansicht sein, daß diese Erklärung erst durch den Zusammenhang mit dem Vorhergehenden hervorgerufen ist worden, daß sie aber dem Worte anfgczwängt wird. Aben Esra hält das 2 am Schlüsse des Wortes für eine Ergänzung, wie sie häufig durch ein j gegeben wird, und zwar sei hier ein 2 eingetreten nach der Analogie von nvit. In unserer Uebersetzung sind wir der Ansicht des Aben Esra gefolgt. — Nunmehr müssen wir die verschiedenen Ausdrücke rrs ,2222 und 2227 erklären. Wir haben diese Worte, der gewöhnlichen Erklärung folgend, mit Wüste, dürres Land und Einöde übersetzt: lvir sind jedoch der Ansicht, daß sich diese allgemeinen Bezeichnungen näher präeifiren laßen. Wüste nennt inan einen großen, geivöhnlich ebenen Landstrich, welcher in Folge großer Armuth oder völligen Alan ge ls an Wasser alles Pflanzenwuchses entbehrt und daher unbewohnbar ist. Mit der Steppe theilt die Wüste den Eharactcr ermüdender Einförmigkeit, unterscheidet sich aber von dieser wesentlich darin, daß sic, dem Menschen und den mächtigen Einflüssen der Vegetation völlig unbezwingbar und, in ihrer ursprünglichen Rohheit verharrend, nichts als nackte und todte Einöden darbietet. Der Wüstenboden besteht entweder ans starren, steinigen Al affen, oder er ist mit kicsartigcm, nicht selten mit leicht beweglichem Flugsand bedeckt, oder auch ans Salzbänken, kochsalz- und kalireichem Sande zusammengesetzt. Es gibt demnach drei Arten von Wüsten: Sandwüstcn, Steinwüsten und Salzwüsten. Die Sandwüsten sind die vorherrschenden; sie gleichen an Einförmigkeit und Unabsehbarkeit den weiten Spiegelflächen des Aleeres. : Es ist daher der allgemeine Name für Wüste 2222, eine Bezeichnung der Sandivüste. ,ts, zusammenhängend mit 2-2 (Stein, geivöhnlich Gedenkstein), ist der Name für die Steinivüste, während.222p die Salzwüste bezeichnet, wie es auch in der heiligen Schrift erklärt ivird 2rr-: px — 222p 2x272 '-m 22-n xp ,,Ein salziges Land, das nicht bewohnt iverden kann." Die Sandivüste ist deßhalb unfruchtbar und unbewohnbar, weil es ihr an Wasser mangelt. Wo innerhalb der Wüsten lebendige Duellen vorhanden sind, da saiiimelt sich bald fruchtbare Erde an, und es entstehen Lasen mit wundervoller, üppiger Vegetation. — Die Steinivüste ist deßhalb unfruchtbar, weil ihr Boden ans verbranntem Gestein besteht, dein alle Vorbedingungen der Vegetation fehlen. — Die Salzwüste kann Wasser und guten Boden haben: sie bleibt dennoch unfruchtbar, iveil die Vegetation durch zu starke Beimischung (daher der Name 222p von 2p, mischen) verhindert ivird. Drei Ursachen sitid es, ivelche die Menschen von Gott abziehen und zu Laster und Sünde, zu Bosheit ilnd Verbrechen führen. Die erste Ursache ist die Unwissenheit. Es fehlt dem Menschen die Thora, die der fruchtbaren Wassergnelle gleicht, wie es heißt: ,,Wohlan, ihr Durstigen, geht hin zum Wasser." Unsere Weisen erzäh'Un, daß Gott allen Völkern die Dhora angeboteu habe: sie alle aber, außer Israel, haben die Annahme der Dhora verweigert, iveil die Vorschriften derselbe'.: so schwer zu befolgen sind. So gleichen denn die Völker des AlterihiiiiiS der wasserarmen Sandivüste, und die Nationen der Neuzeit, ivelche sich zu einen! höheren Leben emporgcschivnngcn haben, sind zu dieser höheren Stufe nur dadurch gelangt, daß ihnen ein crgnick-'iider Strahl ans dem reichen Born der heiligen Neligion Israels zu Thcil geworden. Tie Steinivüste ist deßhalb unfruchtbar, iveil ihr Boden ans verbranntem Gestein besteht. Sie ist gleichsam ein Bild des Menschen, der sich rückhaltslos feinen Leidenschaften hingegcbcn hat, so daß sein Herz einem ausgebranntem Krater gleicht. Er scheint verloren für alle Zeiten. Tie Salzivüste kamt Wasser haben und an sich guten Boden. Derselbe ist jedoch durch eine zu große Beimischnng von Salzgehalt unfruchtbar geworden. Das Salz ist an und für sich etwas sehr Gutes, Nützliches, ja Nothivendigcs. Die meisten Speisen bedürfen einer Beimischung von Salz, um genießbar und leicht verdaulich zu werden. Nimmt man aber des Salzes zuviel, so wird die Speise ungenießbar: sie ist versalzen. Auch dem Erdboden schadet eine geringe Beimischung von Salz nicht;

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