Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 2 (6.1.1890)
- Date
- 1890-01-06
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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19 Besitzt der Sklave Kinder, so ist der Herr verpflichtet auch diese zu erhalten und zu verpflegen. (Das.)") Der Sklave darf nicht einmal genöthigt werden eine entwürdigende Arbeit zu verrichten, z. B. dem Herrn die Wäsche ins Badhans nachzutragen oder ihm die Schuhe auszuziehen. (Leviticus, Cap. 25, V. 39, Raschi das.) Wird der Sklave entlassen, so ist der Herr verpflichtet, ihm in ausgiebigster Weise von allen Lebensmitteln mitzugeben, ohne Rücksicht darauf, ob sein Dienst dem Herrn nutzbringend war oder nicht. (Kiduschin 17 b.) '-) Daraus ist zu ersehen, daß die Behandlung des Sklaven von Seite des Herrn eine höchst liebevolle und humane sein muß. Cr muß ihn als ebenbürtig, als seinen Bruder betrachten, muß in jeder Beziehung für seine Bedürfnisse Sorge tragen und seine Familie erhalten. Nicht umsonst ruft daher der Talmud aus: Wer sich einen Sklaven kauft, der kauft sich einen H e r r n. (Das. 22 a.)1:J) (Fortsetzung folgt.) •nne« hse? moy ti Bon Isaac Hirsch. Was uns fehlt ist die rechte Würdigung unserer weltgeschichtlichen Aufgabe, und dieser Mangel wurzelt in der Verkennung des Gesetzes und der Lehre, zu deren Verkünder uns Gott bestellt hat. Der erste Sonnenstrahl der Freiheit, welcher die lange Nacht des düstern Geschickes erhellte, das Israel während langer Jahrhunderte zu dem elendsten und gedrücktesten Menschenstamm gemacht hatte, hat uns geblendet. Wir vergessen, daß nicht die Emancipation Ziel und Zweck des leidvollen Geschickes sei, das der Vater der Menschheit, der Lenker der Geschichte über uns hat hereinbrechen lassen, daß dieses vielmehr die Schule sein sollte, in welcher wir zu der hohen Stufe der Gotteser-? “rr-ir nnx ~o'p ns Pmx xmi rrp ns Pr\x nnx xnn innn l-ny pr xijt nnx tnn p* nn*tr xim •<3"y 2" 2 *|Y ,X"y 'S Fp pimp) EX p,y££* n£X VJY Xin XL" (10 sri "22 Y2'722 y'~ .snir ps's: "2 "n>22l "22 n^2 •(x-y -,"n "2'2 xn'L' 'Xj.i Psr nn-sy xS pmisn rvaP ■ay rnoy p npyn xs m TiX VP2 P,s“ xp'2' ~2y X'“2' n ■(x-y .(■cpoa '"rn p"p piD2 n"2 xnpZ vpyjy •~'S -panj xP st pp’jyc PPjd in'2 p-oru Ps (12 .o"y r^H'p) p*:yn p\jyn P"n st pp':ys px 2"2pn ctt») vayyP -nx n:p2 'nay nay n:ipn (la kenutuiß und des Gottesgehorsams erzogen werden sollten, die von uns als dem Priestervolke der Menschheit erheischt wird. Wir vergaßen, daß die Weltgeschichte nicht nur das Weltgericht, sondern vor Allem die Erziehung des Menschengeschlechts für seine hohe Bestimmung sei und die Erwählung Israels der Heileszukunft aller irdischen Gestaltungen gelte, für welche es als der erste Keim, als der Wurzelknoten, als die verheißungsvolle Saat in das vielgestaltige Völkergewühl gesenkt worden. Wir vergaßen, daß Israels Erziehung Hand in Hand mit der Erziehung der Menschheit dem Ziele entgegenreife, das erst an jenem großen Tage seine Verwirklichung finden wird, an welchem die Gottesftimme das Ohr und Herz der gesammten Menschheit trifft und diese sich mit Israel in der wahrhaftigen Gotteshuldigung zusammenfindet in Zion: Dnaxn 2x21 Pvn: nanta ypn' xinn ova rvm .D’VtsHTii tsnpn nna 'ni? vinrwm — Wir haben uns von dem Frühroth der ersten Morgendämmerung blenden lassen und uns dem Wahne hingegeben, als »b dieses Frühroth jener von den Vätern heiß ersehnte lichte Tag in voller Mittagshöhe wäre, und in diesem Wahne haben wir Gott die Treue gebrochen und uns des priesterlichen Schmuckes entkleidet, den wir am Sinai empfangen. Wir haben uns den Kranz eitler Selbftvcrherrlichung um die Stirn gewunden und uns an dem Beifall der Menge berauscht. Ach, es waren welke, duftlose Blüthen, die „Ephraims Trunkene" sich zum Kranz gewunden, gs ^2 y'L imxsn. Und nicht lange währt der Rausch, die Entnüchterung bringt herbe Enttäuschung, D’^na D'isx ’yop nisj nnay njc»nn, der falbe Kranz, auf welchen die Trunkenen so stolz gewesen, wird ihnen vom Haupte gerissen und zertreten, und elender und ärmer denn je stehen sie da und weinen dem vernichteten Plunder nach. Des Wahnes sind sie aber nicht inne geworden. Sie erkennen noch immer nicht, daß sie einem Phantom nachgejagt sind und sinnen noch immer wie sie es erjagen können. Ihre Meister und Führer sind gleich ihnen von dem Wahne ergriffen, als gälte es ein neues Judenthum zu erklügeln, ]na “’P’Ps ips "dbg nw xGji. Grade sie sind es, §ie in hochmüthigem Dünkel das Gottesgesetz zu meistern sich unterfangen und das nrme, irrende Volk noch immer mehr in Lüge und Täuschung verstricken. Das alte Judenthum ist ein längst überwundener Standpunkt, sprechen sie zum Volk, es gehört einer längst abgestorbenen, niedern naiven Epoche an. Unser erleuchtetes Zeitalter ist aber doch der Kindheit längst entwachsen, wir sind doch p’ny npno