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Der Israelit · 1890-01-02 · Heft 1 (2.1.1890) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 1 (2.1.1890)
Date
1890-01-02
Page
– (sequence 5)
Language
German
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5 100 erhöht, ungefähr 1000 Seelen. Dke ersten Summen zur Gründung dieser Colonien hatten die jüdischen Familien in New-Aork beschafft, später wurde in Philadelphia ein Comitö gegründet, um neue Mittel zu sammeln. Der Sekretär dieses Comites besuchte öfters die Colonien und hals — durch wohl durchdachte Unterstützung — den Colonisten über die ersten mühseligen Jahre hinweg. Im Winter, wo die Ackerbauarbeit ruhen mußte, erhielten die Einwanderer Arbeit in Tabak- und Wäschegeschäften. Kurz, man bemühte sich auf alle Art, sie zu ermuthigen. Zur Colonisation gehören große Summen. Das Comit6 zu Philadelphia wandte sich an europäische Gesellschaften, die Gelder für die russischen Juden gesammelt hatten. Dieses Gesuch wurde sehr freundlich ausgenommen, die Alliance israelite, das Mansion House Comitö sandten ihm große Subventionen, die ihm gestatteten, die Basis der Colonisation zu vergrößern, die gekünsten Ländereien zu bezahlen, Häuser zu bauen. Die Colonie Alliance zählt jetzt 500 Seelen mit 92 einzeln stehenden Häusern und 1,300 Acres Land, wovon 700 bebaut. Sie besitzt ein Postbureau, zwei Synagogen, die zugleich Schulen sind, eine Bibliothek; sie zahlt einen Arzt und zwei Lehrer. Sie hat mehr denn 6,000 Obst-Bäume gepflanzt und verspricht, die Baumcultur sehr zu entwickeln. Die Colonie Carmel liegt ungefähr eine Meile im Westen von Bridgeton, sie dankt ihr Entstehen hauptsächlich den Bemühungen des verstorbenen Mr. Heilprin, dessen Wissen und Beredtsamkeit bedeutend waren, der sich jedoch hauptsächlich durch eine seltene Hingabe für seine unglücklichen Glaubensgenossen auszeichnete. Im Jahre 1882 brachte Herr Heilprin mit Hilfe seiner Freunde in New-Aork, darunter die Herrn I. Schiff, I. Seligmann und I. Hallgarten, eine Anzahl russischer Einwanderer aus den Ländereien unter, die Mstr. Miller, dem jetzigen Postbnreauchef zu Carmel, gehörten. Diese Ländereien hatten vorher deutsche Einwanderer innegehabt, die Mr. Miller dort untergebracht, die jedoch bald nach Philadelphia gezogen. Von den 17 zuerst dort untergebrachten Familien, konnten mehrere nicht die auferlegten Prüfungen ertragen, doch wurden sie durch tüchtigere, später hinzugekommene Leute ersetzt. Der plötzliche Tod des Herrn Heilprin entzog den Colonisten ihren hauptsächlichen Halt. Es mußte Rath geschafft werden. Man verwendete zuerst die Ernte der Colonie Alliance für sie und, um sie moralisch aufzurichten, wandte sich der Rev. Dr. Morrais neuerdings an die Israeliten Europa's Baron Hirsch antwortete hierauf mit einer Sendung . von 5000 Dollar, die unter die bedürftigsten Colonistcn vertheilt werden sollten. Diese Hilfe genügte, Dank der guten Verwaltung des Comites zu Philadelphia, dem Herr M. Klein thätig zur Seite stand, und jetzt genügt sich die Colonie selbst. Für diejenigen, welche das richtige Verständniß für ein derartiges Unternehmen haben, ist dieses Resultat sehr befriedigend. Carmel zählt zur Stunde 300 Emigranten auf einer Fläche von 848 Acres, wovon 300 in voller Cultur. Man findet dort ein Postbureau, eine Schule und Synagoge, eine Bibliothek. Es gibt dort noch keinen Arzt. Rosenhayn begreift 1,000 Bewohner, worunter 270 russische Israeliten. Es ist dies eine ältere Colonie, und die isr. Colonisten haben fast alle ihre Ländereien mit eigenen Mitteln erworben. Sie besitzen 1,912 Acres, worunter 300 in voller Kultur. Es ist bemerkenswerth, wie schnell die jüngere Generation sich die Sprache, die Sitten, die Denkungsart des Landes aneignet. Es scheint fast, daß die ethnologischen Charakteren der Rasse sich unter dem Einfluß von Luft und Boden in New- Jersey verschmelzen; zehnjährige Kinder, die erst seit 4—5 Jahren hier sind, verrathen ihre fremde Herkunft nicht durch den geringsten Accent. Am 23. Oktober baten ungefähr 70 Colonisten von Alliance, die die erforderlichen fünf Jahre Aufenthalt in der Republik gehabt hatte», bei dem Gerichtshof zu Salem (New-Jersey) die endgiltige Naturalisation. Sie werden in dieser Weise zu guten Bürgern der Vereinigten Staaten. (Schluß folgt.) Amerika. New-Uork, 12. Dezember. Der hier erscheinende „Hebrew Standard" brachte in seiner Nr. 13 eine Abbildung der im Bau begriffenen Synagoge der Gemeinde dhcn p“QT. Diese Gemeinde verdient unser Interesse in hohem Maaße aus dem Grunde, weil dieselbe den lobenswerthen Muth besaß, in demjenigen Theile der Stadt „up town“ wo bisher die Reform tonangebend war, ein in seinem Aeußern mit den prachtvollsten Reform- Tempeln rivalisirendes in allen seinen inneren Einrichtungen aber streng orthodoxes Gotteshaus und Tauchbad zu errichten. Einen treuen Ausdruckes wahrhaft jüdischen Geistes, welcher die Gründer dieser Gemeinde beseelt, finden wir in der im „Hebrew Standard" erschienenen Ansprache des Herrn Jonas Weil bei Gelegenheit der Grundsteinlegung zu der neuen Synagoge, weßhalb wir diese Rede auch wörtlich folgen lassen: „Geehrte Versammlung! Mit tiesgerührtem

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